Dinkelsbühler Häuser immer wieder gelobt

Dinkelsbühl (pm/ak). „Der idyllisch gelegene Ort an der Wörnitz kommt nicht daher wie ein großes Freilichtmuseum – die alten Häuser sind bewohnt und mit Leben gefüllt“ (Zeitschrift „Der Westen“ aus NRW), „Dinkelsbühl es una bella y tranquila ciudad medieval en la Ruta Romántica alemana. Nos ha encantado pasear por sus calles empedradas con casas de colores“ (Bloggerin aus Spanien), „Traumort Dinkelsbühl – Bunte Häuser mit Fachwerk und enge Gassen prägen bis heute den idyllischen gelegenen Ort an der Romantischen Straße“ (Reportage- und Reisemagazin GEO) und „Deutschland für Ästheten – Dinkelsbühl Schönste Altstadt Deutschlands“ (Focus), diese Liste lässt sich mit unzähligen weiteren verschiedenen Publikationen fortführen. Stets stehen die Häuser der Altstadt im Mittelpunkt des Lobs für die Stadt Dinkelsbühl. Aber warum ist das so, dass eine Stadt mit weit über 500 Jahre alten Häusern punkten kann? Ein genauer Blick auf jedes einzelne Haus zeigt die Besonderheit, die sich in ihrer Gesamtheit zu der einmaligen Hauslandschaft zusammenfügt.

Mittelalterliche Kaufmannshäuser der Großbürger dominieren den Weinmarkt und Marktplatz Dinkelsbühls. Fotos: Ingrid Wenzel

„Die Hälfte aller Häuser in Dinkelsbühl weist einen mittelalterlichen Baubeginn auf und ist im Kern älter als 500 Jahre. Eine beispiellose Bilanz im Süddeutschen Raum“, schreibt der Dinkelsbühler Stadtarchivar Gerfrid Arnold in seiner Buchreihe „Dinkelsbühler Hauslexikon“. „Dieses so beeindruckende mittelalterliche Stadtbild und damit unsere denkmalgeschützten Häuser sind für unsere Bürgerinnen und Bürger unsere Seele, unser Mittelpunkt und damit auch in der heutigen Zeit Basis unseres Stolzes auf unsere Stadt. Historie und Denkmal werden hier nicht als Last empfunden, sondern das Fundament für die Identifikation unserer Bürgerschaft mit ihrer Heimatstadt“, beschreibt Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer.

Charme durch unterschiedliche Häuser

Mittelalterliche Bürgerhäuser und Kleinbürgerhäuser, jedes mit einem besonderen Detail in Farbe, Eingangsportal, Glockenzug usw. prägen die Gassen Dinkelsbühls.

Den Charme der mittelalterlichen Straßenzüge machen nicht nur die unterschiedlichen Farben der bunten Häuserfassaden aus, sondern auch, dass nicht jedes Haus gleich breit ist. Die Häuser der damals ärmsten Bevölkerung etwa sind zum Teil nur zwei Fenster breit und quetschen sich regelrecht klein aber fein zwischen die Häusermauern rechts und links. Zudem sind sie meist die älteren Häuser einer Mittelalterstadt. Häuser mit Baubeginn um das Jahr 1380 können in Dinkelsbühl nachgewiesen werden. Ganz versteckt befinden sich diese sogenannten Armbürgerhäuser eher in Nebengassen. Mit sichtlichem Stolz, diese Häuser entdeckt zu haben, greifen die Touristen zum Fotoapparat.

Wesentlich öfter noch kommen allerdings die großen Häuser vor die Linsen der Handys und Kameras. Denn diese sogenannten Großbürgerhäuser platzieren sich um die zentralen Plätze einer Mittelalterstadt. Dort werden sie schnell als Hingucker von Touristen wahrgenommen. Weinmarkt und Marktplatz sind die Plätze in Dinkelsbühl, um welche herum die großen Kaufmannshäuser in die Höhe ragen. Deren Erbauer hatten nicht nur die stattlichsten Häuser, sondern auch am meisten zu sagen in einer Mittelalterstadt, saßen sie doch zumeist im Rat der Stadt.

Neben den Kleinbürgerhäusern machen die etwas größeren Bürgerhäuser den größten Anteil aus. Platziert meist in den Nebengassen und Straßen, spielte sich in ihnen – in einem Gebäude vereint – Leben, Wohnen und Arbeiten der Handwerkerfamilien ab.

Viele Fachwerkhäuser prägen zudem das Altstadtbild. Wer in eine mittelalterliche Stadt kam, betrat eine Großbaustelle: Von allen Seiten war emsiges Hämmern, Klopfen oder Sägen zu hören. Mit zunehmender Bevölkerung wuchs der Bedarf nach kostengünstigen Wohnbauten. Eine einfache Methode war das Bauen mit Holz, der Fachwerkbau. Im Vergleich zu damals, sind heute die Fachwerkhäuser augenscheinlich eher selten. Das täuscht. „Oft wurden die Bürgerinnen und Bürger nach dem Erwerb eines Gebäudes baulich tätig. Sie haben angefangen zu verputzen. Baustile wurden verändert. Fassaden wurden so z.B. durch Quaderputz gegliedert. Renaissance- und Klassizismus-Fassaden entstanden und mischen sich seither unter die Mittelalterfassaden“, erläutert Arnold.

Glockenzüge und Mauerspione

Fensterläden, Wappen, Jahreszahlen, Inschriften, Ladenluken, Portale, Vorkragungen, Glockenzüge, Mauerspione, Treppenzugänge und Stufengiebel – der Stadtarchivar zählt viele Details an den Häusern auf. Jedes einzelne Haus kann mit einem Detail eine Geschichte erzählen und jedes dieser Details macht das Stadtbild interessant und sehenswert. „Und: Die Häuser sind versetzt und nicht in einer Flucht. Dadurch entsteht eine Lebendigkeit der Häuserlandschaft mit der Dinkelsbühl weiter brilliert“, ergänzt Arnold die „Punkteliste“ der 500 Jahre alten Häuser.

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