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Der Baum des Jahres „Flatterulme“ stand im Fokus einer Waldführung

DINKELSBÜHL (PM/LZ). Widerstandsfähig, wild und heldenhaft – dies alles ist die „tapfere Ulme“. Die Rede ist von der Flatterulme. Zurecht wurde sie zum Baum des Jahres 2019 ernannt. Sie stand im Mittelpunkt einer Exkursion, welche der städtische Förster Hermann Benninger zum Tag des Baumes angeboten hatte. Die Teilnehmer entführte Benninger in die Welt der mittelalterlichen Holzwirtschaft, der Auenwälder, der Waldweiher und der gegenwärtigen Forstsituation wie Dürre, Borkenkäfer und Sturm. Die Waldführung ist selbst bei den Kindern auf großes Interesse gestoßen.

Flatterulme

Die Brettwurzeln der Flatterulme, der Baum des Jahres, überragen in ihrer Größe sogar die Teilnehmer der Exkursion, die Stadtförster Hermann Benninger (3.v.l.) zum Tag des Baumes angeboten hatte. Foto: privat

Im Mittelalter autonom dank Wald

Hermann Benninger, seit 2007 Revierleiter in Wört, gab eingangs einen geschichtlichen Abriss der im Jahre 1280 gegründeten Hospitalstiftung Dinkelsbühl, deren Aufgabe es auch war für die autonome Versorgung der Stadt mit Bau-, Brenn- sowie Kohlholz zu sorgen. Seit 1369 verwaltet die Stadt Dinkelsbühl rund 1700 Hektar Stadt und Hospitalwald. Die Forstdienststelle Wört mit Revierleiter Hermann Benninger und drei Waldarbeitern ist für rund 800 Hektar Wald verantwortlich, von denen circa 450 Hektar auf der Gemarkung Wört liegen. 23 Hektar des Wörter Waldes liegen im Naturschutzgebiet „Spitalweiherkette“. Dorthin führte auch die Exkursion, um die sehr beeindruckenden Exemplare der Flatterulme aufzusuchen.

Riesige Brettwurzeln

„Dass die Flatterulme Überflutungen von bis zu 100 Tagen verträgt, verdankt sie auch ihren Brettwurzeln. Diese besondere Wurzelform ist typisch für Bäume des Regenwaldes und nur bei wenigen heimischen Bäumen zu beobachten“, erläuterte Herr Benninger. Vor Ort ist ihr Vorkommen der Spitalweiherkette zu verdanken. Nicht nur die „tapfere Ulme“ fühlt sich hier wohl, sondern auch Fische. So sind die Weiher schon seit Jahrhunderten Basis einer großen Teichwirtschaft.

Tapfer gegen veränderte Klimabedingungen

„In den vergangenen Jahren ist die wenig bekannte Baumart verstärkt in den Fokus gerückt, da sie deutlich widerstandsfähiger gegenüber dem Ulmensterben ist“, so der Forstingenieur und Waldpädagoge. Hierbei ging er auf die aktuelle Situation im Forst bezüglich Dürre, Borkenkäfer und Stürmen ein, die einmal mehr zeigt, wie wichtig eine große Widerstandfähigkeit und eine Vielfalt von Bäumen ist. „Sturmschäden sind dank ihres zähen und robusten Holzes selten.“

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