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Glockenweihe in Weiltingen gefeiert

Weiltingen (pm). Geplant war alles ganz anders, aber Corona und seine Beschränkungen sorgen dafür, dass die bereits im Mai eingeholte neue Glocke für die St. Peterskirche erst jetzt im Rahmen eines Open-Air-Gottesdienstes im Schloßgraben geweiht werden konnte. Pfarrerin Ingrid Braun konnte dazu neben der zahlreich erschienenen Gemeinde endlich wieder einmal den Posaunenchor bei einem Gottesdienst begrüßen. Ihr Dank galt den Handwerkern und ehrenamtlichen Helfern und vor allem Weiltingens früherem Pfarrer Günter Niekel. Dieser hatte sich mit Rat und Tat und nicht zuletzt mit den aufwändigen Verzierungen der neuen Glocke und der Begleitung des Gusses eingebracht.  

Hintergrund der jetzigen Glockenweihe war die Tatsache, dass die alte Feuerglocke aus dem 16. Jahrhundert aufgrund Materialermüdung einen Sprung bekommen hatte und nicht mehr geläutet werden durfte. Es standen Reparatur oder Neuguß zur Diskussion. Kostenpläne, Zuschuss und Gutachten von Sachverständigen galt es vom Kirchenvorstand gegenüber zu stellen und abzuwägen. Letztlich entschloss man sich, eine neue Glocke in Auftrag zu geben und in der renommierten Glockengießerei Bachert gießen zu lassen. Das Ergebnis ist eine gut 290 Kilo schwere Bronzeglocke.

Fotos: Jürgen Eisen

Pfarrer im Ruhestand Günter Niekel blieb es vorbehalten, die Glocke vorzustellen. Sie erfülle gleich drei Vorgaben, die sich in der Verzierung wiederspiegeln. Zum einen sei es eine Gemeindeglocke, die Gemeinde sei als große Gruppe im unteren Teil angedeutet. Des Weiteren sei es eine Heilig-Geist-Glocke mit der Taube und den Flammen als Symbolen. Und schließlich sei die Glocke auch zu Ehren des Weiltinger Kirchenpatrons Petrus, der auf der Rückseite als Fischer mit den Schlüsseln als seinen Insignien abgebildet sei. „Nicht durch Macht und nicht durch Kraft, sondern durch meinen Geist, spricht der Herr der Heerscharen“ ist als Bibelspruch rund um die Glocke zu lesen. Dazu kommen noch viele kleine Details, die ein schönes Gesamtwerk entstehen ließen. Im Gegensatz zur ersetzten Glocke, die aufgrund ihres grellen Klanges nicht in das Gesamtbild des Geläuts passte und nur im Brandfall als Warnung diente, passt die Tonlage der Neuen harmonisch zu den anderen, wovon sich die anwesende Gemeinde nach der Segnung mit dem erstmaligen Läuten überzeugen konnte.

Ursprung und Bedeutung

Die neue Glocke.

Pfarrerin Braun ging in ihrer Festpredigt auf die Ursprünge der Glocken ein. Im Alten Testament wird berichtet, dass die Hohepriester Schellen an ihren Gewändern hatten, die den Gläubigen deren Anwesenheit im Allerheiligsten kundtaten. Glocken waren zu Beginn der Christianisierung Trostspender und Symbol für die ewige Glaubensverkündung in einem. Seit den Zeiten der Klostergründungen rufen die Glocken die Gläubigen zum Gebet. Heute rufen sie uns auch dazu auf, im Alltag „aufzuwachen“ und sich auf den Schöpfer zu besinnen.

Nacheinander erläuterte sie die Bedeutung der insgesamt sechs Glocken des Weiltinger Geläuts und zu welchen Anlässen sie eingeschaltet werden. Jede Glocke hat ihren eigenen Charakter. Ob es die Taufglocke aus dem Jahr 1250 und damit eine der ältesten Mittelfrankens ist oder die „Schulerin“, die noch in den 1960er Jahren von Läutebuben vor Schulbeginn geläutete wurde. Allein oder in Kombination hat das Geläut seine Aufgaben.

Ein kleiner Kirchenkaffee und die Auslosung des Malwettbewerbs rundeten ein gelungenes Kirchenfest ab.

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