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Zweites Kulturwochenende in Schillingsfürst fand erneut großen Anklang

Schillingsfürst (hm). Zum zweiten Mal in diesem Pandemie geplagten Sommer wartete der VfB „Franken“ Schillingsfürst mit einer Comedy- und Kabarettisten-Trilogie auf dem Sportgelände auf. War es bei der ersten Veranstaltung noch ein Open-Air-Event auf dem Sportplatz, so war man jetzt unter das schützende Vordach gezogen, welches zur Seite hin noch „verplant“ war.

Moderator Christoph Maul.

Daraus machte Christoph Weiherer, Jahrgang 1980, seinen ersten Wortwitz, nachdem er in einer „verplanten“ Halle auftreten durfte. Der gebürtige Burghausener ist ein niederbayerischer Liedermacher, der seine sozial- und gesellschaftskritischen Themen gerne zur Gitarre und Mundharmonika besingt. Dabei nimmt er oft die bayerische Volkspartei, die CSU, auf´s Korn. So auch in Schillingsfürst, wo vor allem der amtierende Verkehrsminister Andreas Scheuer und dessen Vorgänger Alexander Dobrindt gar nicht gut wegkamen. Schon 2004 wurde Weiherer für den Deutschen Folkpreis in der Kategorie „Newcomer“ nominiert. Noch im selben Jahr erschien bereits sein zweites Studioalbum „Scheiß da Hund“, mit dem „der Weiherer“, wie er sich selbst gerne tituliert, beachtliche Kritiken bei Konzerten und Festivalauftritten im deutschsprachigen Raum erhielt. Nicht umsonst trat er im Vorprogramm von Hans Söllner auf, an den er ein wenig erinnert. Jahr für Jahr tourt er seitdem durch die Gegend und hat im April 2015 für ein einmaliges Konzert die Kapelle „Weiherer und die Dobrindts“ ins Leben gerufen. Für diesen satirischen Abstecher erhielt er im Jahr darauf sogar den Nachwuchsförderpreis der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung.

„Naturgewalt aus Kritik und Klamauk“

Der Weiherer in Aktion. Fotos: Heinz Meyer

So wurde er zumindest von Moderator und Initiator Christoph Maul, dem heimischen Kabarettisten, auf der „Frankemer Bühne“ angekündigt und Weiherer hielt Wort. Der heutige Münchener versteht es brillant, tiefsinnige Gesellschaftskritik mit temporeichem Klamauk und lustigen Geschichten zwischen seine Lieder zu verpacken, die gleichen Inhalts sind. So manches Wortspiel regte zum Nachdenken an und ein anderes Mal hat er nur einen lauten Lacher provoziert. So ist er, der Weiherer: Unberechenbar, energiegeladen, witzig, komisch, aber immer authentisch und sogar ein bisschen charmant. Christoph Weiherer bildete jetzt vor rund 90 Zuhörern den Mittelteil der dreitägigen Trilogie, welche die vom Frankenfasching aus Veitshöchheim bekannte Ines Procter als „fränkische Putzfrau“ am Vortag eröffnet hatte. Am Sonntag gab Stefan Eichner „Das Eich“ eine Hommage an den Liedermacher Reinhard Mey mit vielen bekannten und auch weniger bekannten Liedern aus dessen Repertoire.

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