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Special Olympics Teilnehmer brachten 7 Medaillen mit

Weltbeste Special-Olympics Sportler kommen aus Mosbach und Umgebung – Rennradfahren auf dem „Formel 1 Kurs“ in Abu Dhabi

Buchen/Mosbach/Abu Dhabi (BT). Die Rennradfahrer Michael Lofink (38), Elena Bergen (34) und Ingrid Neff (6     4) hatten sich mit Dreikampfsportler Frank Georg Eser (39) für die Weltspiele qualifiziert. Alle vier Sportler leben in der Johannes-Diakonie und trainieren zum Teil in Schwarzach im Kraft-Werk. Das Kraft-Werk ist auf Initiative von Oliver Caruso, Olympia Gewinner und Trainer des Jahres 2019, entstanden. Hier wird inklusiv Kraftsport gemacht. Das Besondere daran ist auch der Status, denn hier gibt es den ersten Special-Olympics-Stützpunkt, der für alle Sportler offen ist, die als Unterstützung Kraftsport betreiben wollen. Die Lions Clubs der Region hatten von Anfang an den Aufbau der Aktivitäten gestützt und auch ein Paten-System zwischen Lions Mitgliedern und hilfsbedürftigen Sportlern begründet, damit es nicht an der Finanzkraft scheitert. Über dieses Patensystem ist Bernhard Henk, Präsident des Lions Club Buchen, mit vier inklusiven Sportlern verbunden. Michael Lofink ist einer der Sportler und umso mehr freute sich Henk über die zwei Goldmedaillen und einmal einen 4. Platz seines Schützlings. Diese persönliche Beziehung war Grund genug, die Betreuer und das Radrenn-Team zum Lions Clubabend einzuladen, um Einblick in das Event und die sportlichen Leistungen zu erhalten.

Claudia Geiger, Nationale Koordinatorin Radsport Special Olympics und Mitarbeiterin in der Johannes-Diakonie, war mit Kollege Martin Weber in Abu Dhabi dabei. Sie berichteten mit den Sportlern von dem einzigartigen Erlebnis und über die Hintergründe der Special Olympics. Zur Eröffnungsveranstaltung zogen die vier Athleten aus der Johannes-Diakonie mit insgesamt 163 deutschen Teilnehmern in das Zayed Sports City Stadium ein. Danach ging es von Dubai aus zum eigentlichen Sportevent. Die Radrennen fanden auf der Formel 1 Strecke Yas Island Marina Circuit statt. Das deutsche Radrennteam bestand aus 11 Teilnehmern. Zunächst mussten die Radrennfahrer einen Klassifizierungs-Wettbewerb von 1, 2 und 5 Kilometern fahren und aus dem Leistungsschnitt wird dann die Wettbewerbsgruppe bestimmt. Das Motto für alle Teilnehmer ist: „Ich will gewinnen und wenn ich nicht gewinnen kann, dann lass mich mutig mein Bestes geben!“ So hat die Königin der Herzen, Ingrid Neff, im Alter von 64 Jahren auf den Strecken von 2 km und 4 km jeweils den weltweit 4. Platz errungen. Beim 5 Kilometer Straßenrennen ist sie siebte Siegerin geworden. Elena Bergen kam mit dem Spitznamen „Rennfloh!“ und zusätzlich einer Bronze-Medaille und zwei Platzierungen (5. im 5-km-Straßenrennen und 6. im 10-km Zeitrennen) zurück. Michael Lofink präsentierte am Abend seine zwei Goldmedaillen (15 km-Straßenrennen und 10 km Zeitrennen) und eine 4. Platzierung im 40 Kilometer Straßenrennen. Frank Georg Eser räumte mit seiner Leistung im Kraftdreikampf (Bankdrücken, Kniebeugen mit Gewichten und Gewichtheben) eine Goldmedaille, zwei Silbermedaillen und eine Bronzene ab. Damit haben die Sportsfreunde aus Mosbach einen respektablen Erfolg erzielt, der von den Zuhörern ausgiebig beklatscht wurde. Das Erlebnis der Sportler ragte aber weit über die sportlichen Eindrücke hinaus. Die Flugreise, tolle Hotels, die Gemeinschaftsveranstaltungen zur Eröffnung und zum Abschluss, die Hitze und der Wind bei den Wettbewerben, die Boxengasse und das Treffen mit so vielen Nationen wird ihnen ewig in Erinnerung bleiben. Michael Lofink berichtete von seinem harten Kampf und wie erschöpft er nach den Rennen war.

Claudia Geiger stellte auch die Geschichte hinter den Special Olympics vor. Im Jahre 1968 begann die Idee von Eunice Kennedy Shriver (Schwester von John F. Kennedy), die ein Sommercamp für Menschen mit mentaler Behinderung organisierte, weil sie mit ihrer Schwester viel Sport machte, aber es keine Wettbewerbe gab. Für körperlich eingeschränkte Menschen fanden auch schon damals im Nachgang der Olympiade die Paralympics statt. Um die Special Olympics herum finden viele Angebote zur Gesundheitsversorgung und Ernährung statt. Besonders beliebt sind die Angebote für die Augen, denn hier können sich die Sportler einmal eine kostenlose aber schicke Brille machen lassen. Außerdem gibt es im Bereich Sport immer auch wettbewerbsfreie Angebote, die den hilfebedürftigen Menschen zur reinen Bewegungsfreude angeboten werden. Von der Struktur her, gibt es Trainingsmöglichkeiten in Kooperation mit den regionalen Sportvereinen. Die drei Rad-Teilnehmer gehören zum Beispiel zum TSV Mosbach als inklusive Sportaktivität. Darüber hinaus werden regionale Wettbewerbe veranstaltet. Und hier kam auch die direkte Einladung an die Zuhörer am Montag, den 8. Juli nach Walldürn auf den Flughafen zu kommen. Hier treten die Athleten wieder einmal zu einer Herausforderung an. Dort wird es auch das Angebot der Unified Sports-Teams geben. Michael Lofink berichtete, dass er im Tandem mit einem syrischen Radfahrer aus Mosbach gefahren ist und sich ohne große Worte großartig verstanden hat. Die Verbindung hält er bis heute aufrecht. Das ist Sport-Integration einer ganz besonderen Art. Natürlich gibt es auch nationale Spiele. Aber ganz besonders ist, dass Berlin der Austragungsort der nächsten Weltspiele sein wird. 2023 erwartet Berlin circa 7.000 Athleten aus 170 Nationen in 24 verschiedenen Sportarten. Dazu kommen vermutlich 3.000 freiwillige Helfer und 12.000 Familienangehörige.

Benjamin Laber, 1. Beigeordneter der Stadt Buchen, überbrachte gerne die Glückwünsche der Stadt. Integration und Inklusion ist hier wirklich gelungen. Die Aktivitäten in Sport und Musik führen die Menschen zueinander. „Menschlichkeit verbindet, egal was uns trennt.“ so Laber.
Für die Unterstützung von Bernhard Henk für das Rennrad-Team bedankte sich Claudia Geiger ganz ausdrücklich, denn es war ihm gelungen 95 Trikots und andere Sportbekleidung des Radrenn-Sponsors Hans Grohe aus der abgelaufenen Saison zu organisieren. Mit dieser persönlichen Spende konnten viele hilfsbedürftige Menschen in ihrem Sport unterstützt werden. Auch Bernhard Henk machte zum Abschluss der Special Olympics Information im Lions Club Buchen noch einmal auf den kommenden Termin in Walldürn am 8. Juli aufmerksam. Gäste und Zuschauer sind sehr willkommen.

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