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Ein Hauch von Dinkelsbühl auf Briefmarken-Block aus Afrika

Günther Klebes ist leidenschaftlicher Sammler und Eisenbahnkenner – immer wieder stößt er auf seltene Kuriositäten

Dinkelsbühl/Erlangen: Eisenbahnfreund Günther Klebes aus Erlangen sammelt fast alles, was irgendwie mit der Bahn zu tun hat. So auch Eisenbahn-Motiv-Briefmarken und -Telefonkarten. Dabei macht er immer wieder überraschende Funde…

Mit kritischen Augen und Hilfe einer Pinzette betrachtet Günther Klebes sein neuestes Sammlerstück. Foto: Monika Klebes

Vor kurzem ersteigerte er einen Briefmarken-Block auf dem ein Triebwagen vor einem Dinkelsbühler Fachwerkhaus abgebildet ist. Auf der Suche nach neuen Marken stieß er bei einer luxemburgischen Internet-Auktion auf einen Briefmarken-Block des afrikanischen Staates Burundi. Anbieter war ein Händler aus Litauen.  Klebes war der einzige Bieter und ersteigerte das gute Stück für gerade einmal zwei Euro.  Am gleichen Tag wie die besagten Marken mit Motiv aus der Wörnitzstadt sind weitere Blocks mit Vorbildern in Frankreich und Japan erschienen.

Dabei war es der Zufall, welcher ihn zu seinem Fund führte. Ursprünglich interessierte sich der leidenschaftliche Sammler nur für den abgebildeten Triebwagen der Reihe VT 614. Doch von der Neugier geweckt, begann er zu recherchieren, welche Ortsansicht wohl im Hintergrund zu sehen sein könnte. Schwer sei dies dann eigentlich nicht mehr gewesen, war er doch vor vielen Jahren mal in Dinkelsbühl zur Schule gegangen und habe das dargestellte Haus oft von der Schwedenwiese aus gesehen. Wie nun allerdings der Briefmarkendesigner zu der Abbildung aus Dinkelsbühl kam, sei ihm schleierhaft. Häufig komme es vor, dass die Urheber nichts von den Bildern auf Briefmarken wissen. Der Zug der Deutschen Bahn wurde erst nachträglich in das Bild eingefügt. Doch tatsächlich kamen Fahrzeuge dieser Art in den siebziger Jahren nach Dinkelsbühl zur Kinderzeche. Dies lässt sich anhand eines weiteren Bildes definitiv belegen.

Ein Triebwagen derselben Bauart Mitte der 70er als Sonderzug zur Kinderzeche. Foto: Hans Eisenhauer

Burundi ist ein kleiner Staat in Ostafrika und war früher einmal ein Teil Deutsch-Ostafrikas. Er wurde dann von belgischen Truppen erobert und gehörte nach dem ersten Weltkrieg zum Königreich Belgien. 1962 wurde der Staat in die Unabhängigkeit entlassen. Das Land selbst hat bis heute noch keine Eisenbahn. „Es kommt oft vor, dass auf Briefmarken exotischer Staaten Bahnen oder Lokomotiven europäischer oder amerikanischer Herkunft abgebildet sind, obwohl der Staat selbst keinen Meter Schiene besitzt“, erklärt Klebes. Auf die Kuriosität  deutsch-afrikanischer  Eisenbahn-Nostalgie vom Mai 2012 ist Günther Klebes aus Erlangen erst vor ein paar Wochen gestoßen.

Das Sammlerstück. Sammlung: Klebes

Der 70-jährige sammelt nach eigenem Bekunden begeistert „alles, was mit der Bahn zu tun hat – außer echten Lokomotiven.“ Bei ihm zuhause stehen Modelle und historische Uniformmützen (die so genannten „Rotkäppchen“) neben zahllosen selbst geschossenen Fotos und Alben voller einschlägigen Telefonkarten und Briefmarken. Gleichzeitig arbeitet der Schulbusfahrer und dreifache Vater ehrenamtlich bei der Bahnhofsmission, als Hobby nennt er „Bahn fahren“, selbst auf seiner Hochzeitsreise vor 35 Jahren ist er mit dem Glacier-Express gefahren. Seine Sammellust für Bahn-Briefmarken sei übrigens kein Einzelfall: „Es gibt sogar eigene Ausstellungen für Eisenbahn-Philatelisten“, erzählt er.

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