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Neu restaurierte Ölberggruppe wertet jetzt den Alten Friedhof auf

Lauda-Königshofen. Eine wahre Odyssee haben die Figuren der Laudaer Ölberggruppe hinter sich. Einst auf dem Vorplatz der Pfarrkirche St. Jakobus der Ältere beheimatet, wurden die Statuen innerhalb eines Jahrhunderts gleich dreimal umgesiedelt. Nun werten sie das Erscheinungsbild des Friedhofs in der Stadtmitte auf. Für den Umzug haben sich die Stadt Lauda-Königshofen und der Heimat- und Kulturverein Lauda stark gemacht.
Ölberggruppen haben in der christlichen Kunst eine lange Tradition. Sie vergegenwärtigen dem Betrachter die biblische Szene, wie Jesus zusammen mit seinen Jüngern Petrus, Johannes und Jakobus in der Nacht vor der Kreuzigung im Garten Gethsemane betet. Über den Fortgang der Szene berichtet das Lukasevangelium: „Nach dem Gebet stand er auf, ging zu den Jüngern zurück und fand sie schlafend; denn sie waren vor Kummer erschöpft. Da sagte er zu ihnen: ‚Wie könnt ihr schlafen? Steht auf und betet, damit ihr nicht in Versuchung geratet‘.“
Noch im Jahre 1908, so belegt es ein Foto aus dem Archiv von Günter Besserer, hat die Ölberggruppe aus der Nazarener-Zeit als Gesamtkomposition auf dem Kirchplatz gestanden. Vermutlich im Zuge einer Sanierung des Kiliansbrunnens wurde die Gruppe zunächst an den Bergfriedhof (Ecke Eichwaldstraße/Julius-Echter-Straße) verlegt, bevor sie dort erneut abgebaut wurde. Zur Lagerung untergebracht war sie seitdem beim Pfarrhaus am Kugelgraben. Zwischenzeitlich galt das Denkmal sogar als verschollen. Die hochwertige Steinmetzarbeit hat jetzt nach erfolgreicher Renovation auf dem alten Friedhof seinen vorläufig endgültigen Standort gefunden.
Mit großer Sorgfalt wurden die Figuren durch die ehrenamtlichen Vereinsmitglieder gereinigt und stimmig angeordnet, um die Besucher des Friedhofs zur Betrachtung einzuladen. Bürgermeister Thomas Maertens begutachtete kürzlich gemeinsam mit Stadtbaumeister Tobias Blessing das Arrangement und sprach seine außerordentliche Wertschätzung für die Arbeit des Heimat- und Kulturvereins Lauda aus. „Es ist gelungen, ein Kleinod christlicher Handwerkskunst zu bewahren und in ein stimmiges Erscheinungsbild einzugliedern. Dafür spreche ich im Namen der Stadt Lauda-Königshofen meinen allergrößten Dank aus“, so das Stadtoberhaupt. Stadtbaumeister Tobias Blessing sicherte dem Vorsitzenden Werner Hellinger zu, weitere Projekte zur Erhaltung kultureller Kleindenkmäler prüfen lassen zu wollen und nach besten Kräften zu unterstützen. stv

Bildunterschrift:
Bürgermeister Thomas Maertens mit Stadtbaumeister Tobias Blessing sowie Werner Hellinger und Karl von Baumbach vom Heimat- und Kulturverein Lauda (v. r.) bei der Besichtigung der frisch renovierten Ölberggruppe auf dem Alten Laudaer Friedhof

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