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Künstler für „art residency“ 2018 steht fest

Ulrike Mohr zu Gast im Wildbad. Foto: Amos Krilles

Rothenburg. Letztes Jahr wurde in der evangelischen Tagungsstätte Wildbad Rothenburg das Projekt „art residency“ ins Leben gerufen. Im Rahmen des Projektes werden Künstler oder Künstlergemeinschaften zu einem mehrmonatigen Arbeitsaufenthalt eingeladen. Ende Februar wurde nun die Künstlerin für 2018 bekanntgegeben: Ulrike Mohr aus Berlin.

Den Auftakt zum Projekt bildeten 2017 die Stipendiaten Matthias Böhler und Christian Orendt. Das Künstlerduo schuf und hinterließ dem Wildbad eine mehrteilige Skulpturengruppe, welche nun im Wildbad-Park zu sehen ist. Insgesamt ist das „art residency“ Projekt auf zehn Jahre angelegt, wobei die Künstler jedes Jahr wechseln. Eine Fachjury entscheidet jedes Jahr aufs Neue darüber, welcher Künstler eingeladen wird. Hierbei jedoch gibt es kein öffentliches Ausschreibungsverfahren, vielmehr legt man den Fokus auf Empfehlungen aus dem „erweiterten Kreis der Jury“, heißt es von Seiten der Organisatoren. So entstand auch der Kontakt zu Ulrike Mohr. Geboren wurde diese 1970 in Tuttlingen, heute lebt sie in Berlin und widmet ihr Leben der Bildenden Kunst. Sie studierte Freie Kunst und Bildhauerei an der Weißensee Kunsthochschule Berlin. Seit 2008 beschäftigt sich die Künstlerin mit dem Prozess des Köhlerns. Ihr Interesse gilt den Transformationsprozessen von Materialien, die wiederum von komplexen Forschungsergebnissen, tradiertem Wissen, aber auch von Zufällen beeinflusst werden. So findet im Falle des Köhlerns ebenfalls ein Transformationsprozess statt – durch Verbrennung wird Holz zu Kohle. Besonders fasziniert Ulrike Mohr, dass der Werksstoff Kohle „sehr zerbrechlich und gleichzeitig für die Ewigkeit haltbar ist.“ Die Teilnahme am Projekt eröffnet der Künstlerin nun die Möglichkeit, ihre Köhler-Kunst in einer größentechnisch völlig neuen Dimension zu betreiben. Bisher war das Ausmaß ihrer Kohle-Werke immer auf maximal Raumgröße beschränkt, da sich diesmal alles im freien abspielen wird, plant sie nun allerdings sogar komplette Bäume zu köhlern. Allein der Bau des entsprechenden Ofens, welcher „um den Stamm herumgebaut werden muss“, soll eine zeitaufwendige Herausforderung werden. Doch dies sei Teil des Kunstprojektes an sich, „nicht das Endprodukt ist wichtig, sondern der Herstellungs-Prozess zählt“, so Mohr.

Wie genau die Schaffensphase aussehen und ablaufen soll, ist noch unklar. Da ihre Arbeit allerdings prozessorientiert ist, wird die Künstlerin voraussichtlich phasenweise vor Ort sein. So sei anzunehmen, dass sie von Mai bis Juli jeden Monat etwa ein bis zwei Wochen im Wildbad verbringen wird. Fest steht jedoch bereits ihr erklärtes Ziel, den Ort Wildbad „einmal anders beleuchten“ und mit Bäumen arbeiten zu wollen. „Mich interessieren an dem Projekt die landschaftlichen sowie architektonischen Gegebenheiten. Ich werde das, was ich an Geschichte, Gegenwart und Zukunft der evangelischen Tagungsstätte und ihres Parks vorfinde, mit den Themen meiner künstlerischen Arbeit verbinden.“

Im Rahmen des Projektes wird es auch immer wieder die Möglichkeit geben, so wie auch im letzten Jahr, mit der Künstlerin in Kontakt zu treten, wie etwa beim Künstlerstammtisch. Gleichzeitig, soll die Öffentlichkeit auch in den Schaffensprozess miteinbezogen werden, wichtige Termine wie beispielsweise das Köhlern oder der Ofenbau werden rechtzeitig bekanntgegeben.

Weiter Informationen zur Künstlerin selbst sind unter www.ulrikemohr.de zu finden. (AK)

Performance mit drei Köhleröfen am Uferdes Möhnesees 2017. Beitrag zur Gruppenausstellung „Odysee“ des Kunstvereins Arnsberg.
Foto: Ulrike Mohr/VG BildKunst/Vlado Velko

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