Kunst & Kultur im Wildbad

ROTHENBURG OB DER TAUBER (RED). Am Ostersonntag, 31. März, erwartet die Gäste des Wildbads Rothenburg wieder ein Tag voller Musik und Kunst: Außerdem eröffnet das beliebte Sonntagscafé wieder seine Türen und ist von nun an bis Erntedank (6. Oktober) immer sonntags von 13.30 bis 17 Uhr geöffnet.

So., 31. März 2024, 15 Uhr: Trio Simon Eingang
Wir begrüßen das Würzburger Trio Simon Eingang mit Jean-Loup Eberhardt (Saxophon), Niklas Bauer (Bass) und Simon Eingang (Gitarre). Die Musiker lernten sich an der Hochschule für Musik Würzburg kennen und arbeiten seitdem in verschiedenen musikalischen Projekten zusammen. Ins Wildbad bringen Sie feurige lateinamerikanische Rhythmen mit.

Gleich im Anschluss an das Konzert findet die Vernissage der Ausstellung „inderSchwebe“ mit Werken der Münchner Künstlerin Brigitte Schwacke statt.

Trio Simon Eingang. Foto: Simon Eingang

Sonntag, 31. März 2024, 16 Uhr, Vernissage der Ausstellung „inderSchwebe“ von Brigitte Schwacke

Am Ostersonntag öffnet die neue Ausstellung „inderSchwebe“ ihre Türen. In den nächsten Monaten werden Plastiken, Zeichnungen und Fotografien der Münchner Künstlerin Brigitte Schwacke im Wildbad zu sehen sein. Lernen Sie die Künstlerin persönlich kennen und machen Sie mit ihr gemeinsam einen Gang durch die neue Ausstellung. In der Ankündigung zu „inderSchwebe“ schreibt Barbara Bauner, Kuratorin der Ausstellung“:

„Die Künstlerin Brigitte Schwacke ist eine Grenzgängerin. Sei es Plastik, Fotografie oder Zeichnung, sie bewegt sich immer in den Grenzbereichen der einzelnen Gattungen. Mit ihren Arbeiten lässt sie den Betrachtenden im Ungewissen, in der Schwebe, an den Schnittstellen dieser Ausdrucksformen. Ob Skulptur oder dreidimensionale Zeichnung, Objekt oder Installation, Raumausgrenzung oder Gestaltbildung, die Übergänge sind fließend, die Einordnung bleibt offen.

Als Zeichnerin arbeitet sie nicht mit den üblichen Materialien, wie Bleistift, Kohle oder Feder auf Papier, sondern mit legiertem Draht. So entstehen dreidimensionale Raumzeichnungen, offene Gefüge und netzwerkartige Verknüpfungen, die teilweise wie Gewebe anmuten. Sie ermöglichen Innen- und Außenansichten und sprengen gerade mit ihrer Leichtigkeit die Grenzen der klassischen Bildhauerei.

Auch ihre großformatigen Fotografien verwischen die Grenzen der Genres, denn es ist schwer zu unterscheiden, ob es sich bei den Linien und Punkten auf den Schwarzweißfotografien der Serie „Elementarteilchen“ wirklich um Fotografie, oder gar Gemälde oder Druckgrafik handelt. Die Aufnahmen von Sandsturm, Schneegestöber und Funkenflug stehen symbolhaft für Kosmos und Universum, für Transzendenz und Unendlichkeit.

Die Serie „Wahlverwandtschaften“ ist eine Sammlung von Steckbriefen der Menschen, denen sich Brigitte Schwacke verbunden fühlt. Sie hat die Lebensläufe in einen digitalen binären Code aus Nullen und Einsen übersetzt und dann mit Stempel und Tusche auf Büttenpapier niedergeschrieben. Diese nur für sie selbst entzifferbaren Zeichen werden von der Künstlerin durch die Einteilung auf dem Blatt, dem unterschiedlich starken Tuscheabdruck und der Struktur ihres Schreibens einzigartig analog gestaltet. Hieroglyphen gleich entstehen Reihungen von Portraits, die nur die Künstlerin lesen kann, eine intime, präzise Beschreibung für sie selbst, aber Geheimnis für den Betrachtenden.

Diese konzeptuelle Arbeitsweise findet sich auch in der Werkgruppe „DINA4“, mit der Idee, dass unterschiedliche Personen eine rechteckige Fläche aus feinstem Draht häkeln. Hauptgedanke der Künstlerin war dabei, einem Werk Zeit einzuschreiben, geschenkte Zeit all jener, die bereit waren ein solches Drahtgewebe zu fertigen. Das Ergebnis bei der Arbeit mit Draht ist irreversibel, Fehler schreiben sich ein und geben jedem Werkstück seinen individuellen Charakter, ein temporäres Psychogramm. Auch hier arbeitet sie an den Schnittstellen von Experiment, Wiederholung, Reflexion und Wagnis.

In der Ausstellung „inderSchwebe“ von Brigitte Schwacke im Wildbad/ Rothenburg ist es möglich, nahezu die gesamte Bandbreite ihrer Schaffenswelt zu erleben. Die sensiblen Werke sind „hineinkomponiert“

in die anspruchsvoll gestaltete Architektur des Wildbads und treten mit ihr, wie auch mit dem Betrachtenden, in einen Dialog. Gerade die Raumzeichnungen, Gebilde aus verknüpftem Draht, stellen neue Sichtachsen und Bezüge zum vorhandenen Raum her.

In ihren Werken versucht Brigitte Schwacke zu visualisieren, dass wir uns ständig verändern und mit uns die Dinge und Verhältnisse in dieser Welt. Es geht ihr um das Erkennen und Aushalten der Vergänglichkeit als einer Tatsache, die allen Dingen innewohnt. Unter diesem Aspekt entstehen fragile, zauberhafte, oft auch nur flüchtig anmutende Bilder und Plastiken, die gerade hier im Wildbad ihren ganz besonderen Raum finden.“

Eintritt zu Konzert und Vernissage frei, Dankeschön gern.
Das beliebte Sonntagscafé ist von Ostersonntag (31. März) bis Erntedank (6. Oktober) immer sonntags von 13.30 bis 17 Uhr geöffnet.

Brigitte Schwacke mit ihrer Arbeit „Wahlverwandtschaften“. Foto: Tom Fährmann

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