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Die Kreuzgangspiele bereiten sich auf die Saison vor / Vielfältige Planungen für die Reihe Kreuzgangspiele extra

Feuchtwangen (pm/ak). Die Vorbereitungen für Feuchtwangens traditionsreiches Freilichttheater laufen auf Hochtouren – zwar ist der Spielplan schon länger bekannt, da die Stücke vom vergangenen Sommer übernommen wurden, doch gibt es auch viel Neues: Alle im vergangenen Jahr gestoppten Arbeiten an Kulissen und Kostümen gehen weiter. Die Regiekonzepte werden fortgeschrieben und zum Teil auch neu gedacht, denn Theater verändert sich immerwährend, so wie die Welt und die Gesellschaft.

Am 17. Februar hat der Hauptausschuss der Stadt Feuchtwangen entschieden, dass der Zuschuss der Stadt für die Kreuzgangspiele wie in den Vorjahren auch in diesem Jahr bei 320.000 Euro liegen wird. Die Stadt hat damit einstimmig den Festspielen wieder ihre Unterstützung zugesagt. Dazu kommen weitere Förderungen durch den Freistaat Bayern, der die Kreuzgangspiele im vergangenen Jahr mit einer großzügigen zusätzlichen Zahlung unterstützt hat, sowie durch den Landkreis Ansbach und den Bezirk Mittelfranken und weitere Sponsoren. Der Vorverkauf für die Saison 2021 laufe zufriedenstellend und entwickle sich innerhalb der üblichen Varianz der Vorverkäufe der letzten Jahre, heißt es von Seiten des Theaters. Inzwischen sind insgesamt über 13.000 Karten verkauft.

Am 18. Februar berichteten Intendant Johannes Kaetzler und Feuchtwangens 1. Bürgermeister Patrick Ruh von den aktuellen Vorbereitungen für die Kreuzgangspiele 2021. Foto: Stadt Feuchtwangen / Kreuzgangspiele

Trotz derzeitiger Unsicherheit über Lockdown-Ende und Öffnungsstrategien, haben die Kreuzgangspiele den Sommer fest im Blick. Die Proben für das Kinder- und Familienstück „Das Sams – Eine Woche voller Samstage“ sollen wie geplant am 12. April beginnen. Premiere ist am 8. Mai – ein Samstag und wie immer eine so genannte „Ein-Euro-Premiere“, für die die Karten schon längst verkauft sind.

Gleichzeitig mit den Vorbereitungen für eine reguläre Spielzeit arbeiten die Kreuzgangspiele schon jetzt an Alternativen, sollte sich ein Proben- und/oder Spielbetrieb im April/Mai als unmöglich erweisen oder sollte nur eine sehr begrenzte Zuschauerzahl in den Vorstellungen zugelassen sein. Denkbar wäre so zum einen eine Verlängerung der Spielzeit mit Zusatzvorstellungen, aber auch eine Wiederaufnahme einzelner Produktionen in der Saison 2022. Wie im vergangenen Jahr auch, werden in diesem Fall rechtzeitig alle Informationen darüber bekanntgegeben, was wie und vor allem wann gespielt wird und was Karteninhaber*innen beachten müssen. Da gilt es für die Festspiele ebenso wie für das Publikum: Geduld haben, die Entwicklung im Blick behalten, flexibel bleiben. Eines ist für die Kreuzgangspiele jedoch klar: „Wir werden, so es irgend möglich ist, die geplanten Stücke „Dracula“, „Ende gut, alles gut“, „Das Sams“ sowie „Fredrick“, „Die Räuber“ und „Zersetzung auf die Bühne bringen.“

In der Reihe Kreuzgangspiele extra, die seit vielen Jahren schon die „große Sommersaison“ der Festspiele flankiert und bereichert, konnte pandemiebedingt nur wenig in der Form stattfinden, wie es ursprünglich geplant war. So musste eine Veranstaltung im Januar („Vicki Baum – Menschen im Hotel“) ersatzlos entfallen, ein Abend mit Atischeh Hannah Braun und Texten von Ringelnatz, Kästner und Tucholsky wurde schon in den April verlegt, der Theatermonolog „Die Nacht kurz vor den Wäldern“ mit Ulrich Westermann wurde schon zwei Mal verschoben und ist nun Ende März erneut angesetzt. Nach den jüngsten Beschlüssen muss auch der Abend „Glenn Gould – Der Pianist in Briefen und Musik“ am 6. März mit Thomas Hupfer verschoben werden. Aktuell stehen also nur noch die folgenden Veranstaltungen im Kalender der Reihe – allerdings ohne Gewähr:

Die Nacht kurz vor den Wäldern

Theatermonolog nach Bernard-Marie Koltès

Mit Ulrich Westermann, Regie: Alexander Ourth

Freitag, 26. März 2021, 20 Uhr, Stadthalle Kasten

Humor ist der Knopf, der verhindert, dass einem der Kragen platzt.

Ein Ringelnatz – Kästner – Tucholsky – Abend mit

Atischeh Hannah Braun, Klaus-Lothar Peters und Helmut Büchel

Freitag, 9. April 2021, 20 Uhr, Stadthalle Kasten

Derweil arbeiten wir allerdings schon an zukünftigen Projekten und Programmen, die im Sommer und dann ab Herbst zu erleben sein werden.

Ein mystisches, experimentelles und wunderbares Projekt ist dabei die theatrale Textcollage „Zersetzung nach Motiven aus dem Werk von H.P. Lovecraft“, an der Alexander Ourth und Ulrich Westermann gerade arbeiten. Erst seit wenigen Tagen liegt uns die Textfassung vor – gänzlich neu geschrieben, also eine Weltpremiere bei den Kreuzgangspielen. Premiere ist in der Nixel-Scheune am 14. Juni 2021, um 21 Uhr; weitere Vorstellungen werden am 21. Juni sowie am 13. August 2021 gespielt.

Festjahr 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

Auch an einem großen Jubiläum beteiligen sich die Festspiele: Im Jahr 2021 leben Juden nachweislich seit 1700 Jahren auf dem Gebiet des heutigen Deutschland. Aus diesem Anlass haben sich Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und wichtige Institutionen zusammengeschlossen, um dieses Ereignis zu begehen – auch die Kreuzgangspiele sind dabei. Unter dem Namen #2021JLID – Jüdisches Leben in Deutschland werden bundesweit rund tausend Veranstaltungen ausgerichtet. Darunter Konzerte, Ausstellungen, Musik, ein Podcast, Video-Projekte, Theater, Filme …

Ziel des Festjahres ist es, jüdisches Leben sichtbar und erlebbar zu machen und dem erstarkenden Antisemitismus etwas entgegenzusetzen.

Die Kreuzgangspiele entwickeln anlässlich dieses Festjahres ein eigenes Theaterstück, das am 12. November  in der Stadthalle Kasten Premiere haben soll. Die Theaterperformance mit dem Titel „Lass uns verschwinden“ ist eine Spurensuche, die in diesen schwankenden Raum, wo sich Subjektivität mit Fakten wechseln, eindringt. Anhand der Schicksale ausgewählter jüdischer Persönlichkeiten der Welt und der Stadt Feuchtwangen, wolle man gemeinsam Erinnerungen schaffen und zugleich die Fragilität des Erinnerns thematisieren. Die Regie hat Alexander Ourth übernommen. Die Proben hierfür beginnen am 11. Oktober. Damit gibt es nicht nur eine weitere Welturaufführung eines eigens für die Kreuzgangspiele entwickelten Theaterprojekts, sondern zugleich eine weitere Premiere: Zum ersten Mal startet und probt man eine Produktion außerhalb der Sommersaison.

Dieses Projekt ist eingebettet in eine ganze Reihe von Veranstaltungen anlässlich des Festjahres „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“. Geplant ist eine mehrmonatige Reihe mit einer Installation/Ausstellung im Fränkischen Museum, einem Konzertwochenende in Kooperation mit KunstKlang, einem Vortrag über den jüdischen Friedhof in Schopfloch und weiteren Projekten. Auch die enge Verbundenheit der Stadt Feuchtwangen mit der Familie Feuchtwanger, deren Wurzeln in der Stadt liegen, soll einen Teil des Projektes bestimmen, so mit einer Lesung aus den Tagebüchern Lion Feuchtwangers, der 1976 selbst ein Grußwort im Programmheft der Kreuzgangspiele verfasst hat. Für das gesamte Projekt sind Fördermittel aus dem Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat zugesagt.

Die Zeit steht also alles andere als still bei den Kreuzgangspielen – im Gegenteil, denn während man sich um die gegenwärtige Situation kümmert, wird eine unterhaltsame Sommerspielzeit vorbereitet und zugleich an einem Herbst-Winter-Programm gearbeitet. Dieses beinhaltet ebenfalls zahlreiche Veranstaltungen, in diesem Jahr anlässlich eines großen und wichtigen Jubiläums, im nächsten Frühjahr mit ehemaligen Ensemblemitgliedern, alten und neuen Gesichtern.

 

Weitere Informationen und Karten für alle Veranstaltungen gibt es auf der Internetseite www.kreuzgangspiele.de.

Das Büro und die Theaterkasse ist derzeit telefonisch unter 09852 90444 und per E-Mail an mail@kreuzgangspiele.de zu erreichen und voraussichtlich bald auch wieder persönlich am Marktplatz 2, 91555 Feuchtwangen.

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