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Breitbanderschließung im Main-Tauber-Kreis startet

Main-Tauber-Kreis. Die Breitbandversorgung im Main-Tauber-Kreis wird in den Jahren 2017 und 2018 ausgebaut. Jetzt informierte die Deutsche Telekom die Vertreter der Städte und Gemeinden bei einer Veranstaltung im Landratsamt in Tauberbischofsheim über die Umsetzungsplanung. „Die Breitbanderschließung im Main-Tauber-Kreis ist eines der wichtigsten Zukunftsprojekte“, erklärte dabei Landrat Reinhard Frank.

Die Telekommunikationsunternehmen bauen die Breitbandversorgung in Gebieten mit hoher Nachfrage eigenwirtschaftlich aus, auch in bestimmten Teilen des Main-Tauber-Kreises. „Dort setzen die Telekommunikationsunternehmen die Vorgaben der Bundesregierung, bis Ende 2018 die Mindestbreitbandversorgung zu erreichen, ohne öffentliche Unterstützung um“, erläuterte Landrat Reinhard Frank.

Siedlungsplätze mit geringerer Einwohnerdichte sind für die Unternehmen weniger attraktive Gebiete. In diesen Teilen des Landkreises kommt jetzt das Breitbandkonzept des Main-Tauber-Kreises zum Tragen.

„Hier waren Planungsgeschick und intensive Verhandlungen mit den Bieterunternehmen notwendig, um zum jetzt erreichten Ergebnis zu kommen und die Umsetzung voranzubringen“, sagte der für die Breitbanderschließung im Main-Tauber-Kreis zuständige Dezernent Jochen Müssig vom Landratsamt. In den weißen Flecken – mit einer Breitbandversorgung unter 30 Mbit/s – wird nun parallel zum eigenwirtschaftlichen Ausbau durch die Telekommunikationsunternehmen sukzessive bis Ende 2018 eine verbesserte Breitbandinfrastruktur aufgebaut. „Insgesamt kann von einem Quantensprung für die Telekommunikation im Landkreis gesprochen werden“, sah Landrat Reinhard Frank optimistisch auf die kommenden beiden Jahre.

Kürzlich hat die aus dem Ausschreibungsverfahren siegreich hervorgegangene Deutsche Telekom, vertreten durch die beauftragten Mitarbeiter Martin Stiebitz und Joachim Otto, die Städte und Gemeinden über die Vorgehensweise des Ausbaus informiert. Es ist geplant, dass die Baumaßnahmen durch zwei Bautrupps vorangebracht werden. Diese Bautrupps beginnen im südlichen und im mittleren Main-Tauber-Kreis. Die Bauvorhaben werden jeweils in nördlicher Richtung umgesetzt. Insgesamt werden 717 Kilometer Glasfaserstrecke verlegt und 309 Kabelverzweiger mit Glasfaser angebunden.

Zusätzlich werden im Fördergebiet 35 neue Kabelverzweiger errichtet. Zu den Kabelverzweigern führt die moderne Glasfasertechnologie. Von den Kabelverzweigern zu den Häusern wird noch die vorhandene Kupfertechnologie genutzt. Das Gesamtkonzept sieht allerdings ergänzend vor, dass weiterführende Schulen und Gewerbegebiete in den weißen Flecken unmittelbar mit Glasfaser angefahren werden. „Dort sind dann noch wesentlich höhere Bandbreiten, je nach Bestellung der Kunden, möglich“, erläuterte Jochen Müssig.

Die Vertreter der Telekom berichten, dass die Erschließung des Landkreises in neun Bauabschnitte gegliedert ist. Ziel ist, die gesamte Erschließung bis Ende 2018 fertigzustellen. „Dies ist eine Vorgabe der Bundesregierung und auch eine Forderung der Ausschreibung, welche wir unbedingt einhalten möchten“, sagte Martin Stiebitz von der Deutschen Telekom.

Die Städte und Gemeinden sind nun aufgerufen, in den jeweiligen Bauabschnitten eng mit der Telekom zusammenzuarbeiten. Hierzu wird es vor Beginn der jeweiligen Maßnahme in den Bauabschnitten Abstimmungen mit den jeweiligen Rathäusern geben. Dabei müssen Wegerechte und die Umsetzung von Grabarbeiten besprochen werden. Ebenso wird noch einmal kurzfristig abgestimmt, ob in Kürze kommunale Baumaßnahmen anstehen und mit einbezogen werden können.

Die Vertreter der Telekom informierten zudem darüber, dass die verlegte Infrastruktur auf der Vectoring-Technik fußt. Diese wird ab 2017 weiter aufgerüstet und als Super Vectoring nochmals für erhöhte Bandbreiten sorgen. „Hier stehen dann im Download mindestens 100 Mbit/s, näher am Hauptverzweiger bis zu 250 Mbit/s, zur Verfügung“, ergänzte Joachim Otto von der Telekom. Voraussetzung für die Nutzung der Vectoring-Technik ist die Zustimmung der Europäischen Union zu dem notwendigen Zulassungsprodukt, die bisher noch aussteht. Dieses Zulassungsprodukt, im Fachjargon VULA genannt, garantiert einen offenen Zugang (Open Access) für alle Telekommunikationsanbieter.

Im zurückliegenden Jahr hat die Landkreisverwaltung in Abstimmung mit den kreisangehörigen Städten und Gemeinden dieses so genannte Wirtschaftlichkeitslückenmodell auf den Weg gebracht. Es trägt seinen Namen, weil die öffentliche Hand diejenigen Teile des Breitbandausbaus bezuschusst, die für die Telekommunikationsanbieter unwirtschaftlich wären. Das Vorhaben wird durch den Bund, das Land Baden-Württemberg, den Landkreis und die Kommunen mit insgesamt 18,9 Millionen Euro unterstützt. Der Kreistag hat in seiner Oktober-Sitzung diesen Weg beschlossen. Vorgesehen ist, dass mehr als 99 Prozent der Anschlüsse im Main-Tauber-Kreis mit mindestens 50 Mbit/s und die im Fördergebiet (bisher „weiße Flecken“) gelegenen Anschlüsse zu 100 Prozent mit mindestens 30 Mbit/s versorgt werden.

Der Main-Tauber-Kreis von Creglingen im Süden bis Freudenberg am Main im Norden und von Grünsfeld/Wittighausen im Osten bis Boxberg/Ahorn im Westen ist insgesamt rund 1300 Quadratkilometer groß. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt 120 Kilometer. Zum Landkreis gehören 18 Städte und Gemeinden mit rund 280 Siedlungsplätzen. Hierzu gehören auch kleinere Dörfer und Weiler. Daraus ergibt sich die besondere Herausforderung des Breitbandausbaus.

Die nächsten Schritte des Projektes sind die Vertragsunterzeichnung im Januar 2017 zwischen dem Main-Tauber-Kreis, vertreten durch Landrat Reinhard Frank, sowie der Telekom. Voraussichtlich im März steht der erste Spatenstich an. Weitere Informationen zum Breitbandausbau im Main-Tauber-Kreis können unter www.main-tauber-kreis.de/breitbandausbau abgerufen werden. lra

BILD: Im Landratsamt Main-Tauber-Kreis informieren die Vertreter der Telekom über die Bau- und Erschließungsmaßnahmen zur Umsetzung des Breitbandkonzeptes: am Rednerpult Martin Stiebitz, sitzend Joachim Otto, beide Telekom, Landrat Reinhard Frank, Dezernent Jochen Müssig und Amtsleiter Rico Neubert vom Landratsamt Main-Tauber-Kreis. Foto: Landratsamt Main-Tauber-Kreis, Frank Mittnacht

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