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Schlachthof-Skandal in Tauberbischofsheim

Tauberbischofsheim. Kreisrat Rainer Moritz von den Grünen hatte Landrat Reinhard Frank einige Fragen zum Schlachthof-Skandal in Tauberbischofsheim gestellt. Die Antworten aus dem Landratsamt kamen prompt und förderten Erschreckendes zu Tage.

Ein Audit des Regierungspräsidiums führte offenbar bereits 2015 zu Beanstandungen gegen den Schlachthofbetreiber. Das Veterinäramt zeigte sich danach überraschend nachsichtig und setzte darauf, dass er die Mängel freiwillig abstellt. Schwer verständlich ist den Grünen, dass es 10 Monate dauerte, bis das Veterinäramt eine amtliche Verfügung erließ, um den Betreiber dazu zu zwingen, die Mängel abzustellen.

Doch statt nun endlich tätig zu werden und für einen ordnungsgemäßen Schlachthofbetrieb zu sorgen, legte die Hynek GmbH Widerspruch gegen die Verfügung ein. Damit zeigt diese Firma, dass sie offenbar nicht gewillt ist, ihrer Verantwortung für das Tierwohl gerecht zu werden. Profit ist ihr wichtiger als ein ordnungsgemäßer Betrieb.

Zwar hat das Veterinäramt nach Feststellung weiterer Mängel Zwangsgelder gegen den Betreiber verhängt beziehungsweise angedroht, der Betrieb wurde aber nicht eingestellt und ging in der beanstandeten Form unvermindert weiter. Dafür haben die Grünen kein Verständnis. Die Einstellung erfolgte erst, nachdem die Soko Tierschutz Aufnahmen mit versteckter Kamera verbreitete und damit für öffentliche Empörung sorgte.

Rainer Moritz, Vorsitzender der grünen Kreistagsfraktion, begrüßt, dass Landrat Frank nun arbeits- und disziplinarrechtliche Konsequenzen aus dem Kontrollversagen des Veterinäramts angekündigt hat. Offen bleibe aber, wie diese Konsequenzen aussehen sollen und wer davon betroffen sein wird. „Sie dürfen in jedem Fall nicht nur die im Schlachthof anwesenden untergeordneten Tierärzte umfassen nach dem Motto, die Kleinen hängt man, die Großen lässt man laufen“, so Moritz, „sondern auch die Amtsleitung, die ihrer Leitungsverantwortung nicht gerecht geworden ist.“

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