Pro und Contra hinsichtlich Bahnreaktivierung

Foto: Im Personenverkehr fahren aktuell nur historische Züge durch Feuchtwangen. Foto: Heinz Meyer

Strecke von Dombühl über Feuchtwangen nach Dinkelsbühl soll wieder belebt werden

DINKELSBÜHL/FEUCHTWANGEN. Noch vor dem Halt der ersten S-Bahn im Zuge der Verlängerung von Nürnberg über Ansbach bis nach Dombühl an diesem Wochenende ist in der Diskussion um eine Reaktivierung der Bahnstrecke nach Feuchtwangen und Dinkelsbühl wieder Fahrt aufgenommen worden. Nicht alle sehen in dem Vorhaben einen Gewinn für die Region. Vor allem aus dem Rathaus in Feuchtwangen hört man sehr kritische Töne. Bürgermeister Patrick Ruh (CSU) sieht in den Planungen mehr Nach- als Vorteile für seine Kommune. Dabei spielt auch der finanzielle Aspekt eine nicht unerhebliche Rolle. In der Kreuzgangstadt müssten bei einer Realisierung zahlreiche Bahnübergänge mit einem hohen Kostenaufwand ertüchtigt werden. Hier wären jedoch Zuschüsse zu erwarten. Der Rathauschef von Dinkelsbühl, Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer, und der Landkreis Ansbach wollen deshalb der Stadt Feuchtwangen wie auch dem Markt Schopfloch finanziell unter die Arme greifen. Auch der Bürgermeister des Marktes Schopfloch, Oswald Czech, sieht in dem Vorhaben aktuell nicht unbedingt eine Verbesserung für seine Kommune. Die jetzige hervorragende Busverbindung nach Dinkelsbühl und Feuchtwangen würde bis auf wenige Fahrten reduziert werden, so seine Befürchtung. Auch sei das Thema „Zubringer“ noch nicht abschließend geklärt, so der Bürgermeister im Gespräch mit BLICKLOKAL. Es gibt aber auch Menschen und Institutionen, die vehement auf eine Bahnreaktivierung drängen. So spricht sich der Ortsverband „Die Grünen/Bündnis 90“ aus Feuchtwangen mit Nachdruck für eine Verwirklichung aus. Bei einer Realisierung würden nicht nur beide Städte, sondern das gesamte westliche Mittelfranken profitieren. Auch wurde in der Wörnitzstadt Dinkelsbühl aus der Bürgerschaft heraus eine Unterschriftenaktion angestrengt, bei der sich inzwischen mehr als 4500 Bürger befürwortend eingetragen haben. Weitere Gespräche und Informationen sollen zu einer Versachlichung der Diskussion beitragen, wie es jüngst hieß. HM

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