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Biotopverbund: Jetzt starten die Gelände-Begehungen

Stadt bezieht Naturschutz und Landwirtschaft mit ein

Bad Mergentheim. Seit Herbst 2021 führt die Stadt Bad Mergentheim eine so genannte „Biotopverbundplanung“ durch. Nach Grundlagenarbeit und Behörden-Abstimmungen beginnen jetzt die Gelände-Begehungen. Ein Biotopverbund ist das Netzwerk der Natur, das die Lebensräume von Tieren und Pflanzen miteinander verbindet, so dass diese wandern und sich genetisch austauschen können. Die Vernetzungen zwischen den Lebensgemeinschaften und funktionsfähige ökologische Wechselbeziehungen sind die Basis für biologische Vielfalt. Das Land Baden-Württemberg will bis zum Jahr 2030 mindestens 15 Prozent Offenland der Landesfläche als funktionale Biotopverbundfläche entwickeln. „Es geht neben der Sicherung, Aufwertung und Vergrößerung der Biotop-Kernflächen auch darum, die Verbundachsen zwischen diesen Flächen zu stärken oder ganz neu zu schaffen“, erläutert Landschaftsplanerin Eva Müller vom Stadtbauamt. Das soll dem Rückgang der Artenvielfalt entgegenwirken. Seit Herbst sind die Grundlagen dazu ermittelt worden, außerdem haben sich in der vergangenen Woche das beauftragte Planungsbüro, die Stadt, das Landratsamt sowie das Regierungspräsidium über das weitere Vorgehen abgestimmt. Bad Mergentheim weist eine sehr vielfältige Landschaft auf: Fließ- und Stillgewässer inklusive Feuchtwiesen; Hänge mit trockenen Magerrasen,  Steinriegeln und Hecken; Trockenmauern, Streuobstbereiche, artenreiche Mähwiesen sowie auch intensiv genutzte landwirtschaftliche Flächen gehören dazu. In den nächsten vier bis sechs Wochen werden nun Geländebegehungen mit Biologinnen und Biologen stattfinden. Sie werden den Zustand der Kernbiotope sowie mögliche Verbindungsräume untersuchen. Außerdem ist vorgesehen, im Zuge der Begehungen naturschutzfachlich wertgebende Pflanzenarten sowie Tierarten (so genannte „Zielarten“) zu erheben. Dazu erhofft sich die Stadt wichtige Hinweise auch von Ehrenamtlichen aus Naturschutzgruppen oder von Vertreterinnen und Vertretern der heimischen Landwirtschaft, die direkt kontaktiert und zur Teilnahme eingeladen werden. „Wir möchten diesen Personenkreis einbeziehen, da die dort vorhandenen Orts- und Artenkenntnisse für unsere Planungen unverzichtbar sind“, sagt Eva Müller.

BILDUNTERZEILE „Biotopverbund_1“: Biotopfläche bei Althausen: Hier wird bereits einmal jährlich eine mehrjährige Blühmischung ausgesät für den Insekten- und Niederwildschutz – und die Feldlerche kommt hier vor.  (Bild: Stadt Bad Mergentheim)