InterFrankens Wasserstoff-Initiative wird konkret

Freistaat priorisiert Bau eines Elektrolyseurs in Feuchtwangen durch Stadtwerke und Projektpartner

FEUCHTWANGEN (RED). Der Freistaat Bayern sieht großes Potenzial in den zukunftsfähigen Planungen zum Ausbau der örtlichen Wasserstoff-Produktion der Stadt Feuchtwangen und ihrer Stadtwerke. Im Rahmen des Bayerischen Förderprogramms zum Aufbau einer Elektrolyse-Infrastruktur (BayFELI) reichte die nahKRAFT GmbH & Co. KG, Toch-tergesellschaft der Stadtwerke Feuchtwangen, im vergangenen Jahr eine Projekt-skizze eines für die Stadt Feuchtwangen entwickelten Elektrolyseur-Konzeptes ein und erhielt als eines von nur wenigen Unternehmen eine positive Rückmeldung.

Wie Feuchtwangens erster Bürgermeister Patrick Ruh, Vorsitzender des Zweck-verbandes Industrie-/Gewerbepark InterFranken informierte, bewertete der vom Bayerischen Wirtschaftsministerium beauftragte Projektträger das Feuchtwanger Elektrolyseur-Konzept erfolgreich und priorisierte dieses für eine Förderung im BayFELI. Damit sind die Aussichten auf eine Förderung sehr groß. Im Auftrag der Stadt Feuchtwangen reichte die nahKRAFT GmbH nun den entsprechenden Förderantrag für den Elektrolyseur offiziell ein.

Die geplante Elektrolyse-Anlage soll eine Kapazität von fünf Megawatt haben und voraussichtlich etwa 600.000 Kilogramm Wasserstoff pro Jahr produzieren. „Für diesen Prozess ist zusätzlich zum Wasser auch ein gewisser Verbrauch an grünem Strom notwendig, den wir jedoch vollständig über unseren noch geplanten sowie bereits laufenden Zubau von Photovoltaik- und Windenergieanlagen decken können“, erläuterte Patrick Ruh. Die Investitionen für den Elektrolyseur belaufen sich laut Stadtwerkeleiter Lothar Beckler auf rund 14 Millionen Euro. Über das BayFELI habe die nahKRAFT GmbH, deren Geschäftsführer Beckler ist, eine Zuwendung von fünf Millionen Euro beantragt.
„Die Produktion von grünem Wasserstoff wird uns neue Perspektiven der nach-haltigen Energieerzeugung eröffnen und gleichzeitig einen erheblichen Einfluss auf die Wirtschaftsentwicklung der gesamten Region haben“, unterstreicht Bürgermeister Patrick Ruh die Bedeutung dieser Investition. „Der Elektrolyseur ist eine echte Chance für Feuchtwangen, um unseren zielgerichteten, äußerst erfolgreichen Ausbau erneuerbarer Energien maßgeblich fortzuführen. Mit der eigenständigen und nachhaltigen Wasserstoffgewinnung bieten sich uns weitreichende ökologische sowie wirtschaftliche Potenziale, die es jetzt zu nutzen gilt.“

Das Projekt gilt als erster konkreter Meilenstein der Wasserstoff-Initiative des Zweckverbandes InterFranken. Bei diesem vom Bund geförderten HyStarter-Programm nehmen die Stadtwerke Feuchtwangen eine maßgebliche Rolle ein. Gut ein Jahr lang wurde gemeinsam mit weiteren Institutionen, Organisationen und Unternehmen aktiv an neuen Ideen und innovativen Konzepten zur Herstellung und Nutzung von grünem Wasserstoff in der Region gearbeitet. „Daraus konnten wir zahlreiche Kontakte an Wasserstoff interessierter Kooperationspartner und potenzieller Abnehmer des in Feuchtwangen produzierten grünen Wasserstoffes gewinnen“, schilderte der Feuchtwanger Stadtwerkeleiter. Bürgermeister Ruh bezeichnete Feuchtwangens Einsatz und die fortschrittlichen Planungen in Sachen Wasserstoff zusammen mit dem Zweckverband InterFranken erneut als beispielhaft und visionär für den gesamten Landkreis und westlichen Bezirk. „Die positive Beurteilung und Priorisierung im Zuge des BayFELI zeigt, dass unsere Planungen selbst im bayernweiten Wettbewerb mit ähnlichen Elektrolyseur-Projekten anderer Unternehmen auch den Freistaat überzeugt und folglich entsprechend hoch bewertet werden kann“, betonte Feuchtwangens Bürgermeister.

Über das Feuchtwanger Elektrolyseur-Konzept, den ersten konkreten Meilenstein der Wasserstoff-Initiative des Zweckverbandes InterFranken, freuen sich (von rechts): Feuchtwangens erster Bürgermeister und Vorsitzender des Zweckverbandes InterFranken, Patrick Ruh, InterFranken-Geschäftsführerin Hedwig Schlund, Schillingsfürsts Bürgermeister Michael Trzybinski, Stadtwerke-Mitarbeiter Alexander Strauß und Schopflochs Bürgermeister Oswald Czech. Foto: Rebecca Weber (Stadt Feuchtwangen)

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