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Große Vorfreude auf die Wiedereröffnung des Irma-Volkert-Hauses

Lauda-Königshofen. Die Lebenshilfe im Main-Tauber-Kreis erschließt behinderten Kindern und Erwachsenen die Vielfalt des Lebens. Eine zentrale Rolle spielt dabei das Irma-Volkert-Haus in idyllischer Lage am Ortsrand von Heckfeld. Im Gespräch mit Bürgermeister Dr. Lukas Braun gaben Jörg Hasenbusch, Vorsitzender der Lebenshilfe, und sein Vorstandskollege Peter Kernwein einen Überblick über die Einrichtung und erläuterten aktuelle Schwerpunkte des Vereins in Zeiten der Krise.
Fröhliche Menschen zusammenzubringen und ihnen mit Gruppenaktivitäten, Fortbildungskursen und gemeinsamen Erlebnissen ein gutes Stück Lebensqualität zu bieten – das ist Jörg Hasenbusch, dem Ersten Vorsitzenden der Lebenshilfe Main-Tauber e.V. ein Herzensanliegen. Die ungezwungene Freude beim Umgang mit Menschen mit Behinderung hat ihn einst dazu veranlasst, sein Wirken voll und ganz in den Dienst am Nächsten zu stellen. Diesen Elan spürt man.
Den ab 2006 in mehreren Etappen erfolgten Ausbau des Irma-Volkert-Hauses zu einem international geschätzten Treffpunkt bewertet Hasenbusch als einen bedeutsamen Meilenstein der letzten Jahre, ebenso den 50. Geburtstag der Lebenshilfe. Der bedingungslose Einsatz für behinderte Menschen und ihre Familien seit fünf Jahrzehnten wurde 2014 mit zahlreichen Jubiläumsveranstaltungen gebührend gefeiert. Seitdem werden die familienentlastenden Dienste beständig erweitert. „Wir sind dankbar über die gelungene Generalsanierung des Hauses und freuen uns, dass Inklusion hier vor Ort in Heckfeld nicht nur gepredigt, sondern authentisch gelebt wird“, so der Vorsitzende. „Die Niedrigschwelligkeit und die Vielfalt der Angebote – Elternstammtisch, Frühstück, Freizeiten, Workshops und vieles mehr – kommen bestens an“, betonte auch Vorstandskollege Peter Kernwein. Sogar aus Nachbarstaaten wie Holland reisten viele Stammgäste mittlerweile an. Sie hätten das Irma-Volkert-Haus bei einer Freizeit kennengelernt und seien seitdem mit der Einrichtung und seinen Bewohnern herzlich verbunden.
„Die Beratung gewinnt zunehmend an Bedeutung, insbesondere da das Bundesteilhabegesetz eine gravierende Veränderung herbeigeführt hat. Der Fokus hat sich von der reinen Fürsorge hin zur personenzentrierten Teilhabe verschoben. Bei alledem steht der Mensch in seiner Entwicklung im Vordergrund“, erläuterte Kernwein, der ebenso wie Jörg Hasenbusch stolz ist auf das 450 Mitglieder umfassende Team an ehrenamtlichen Helfern. Auf politischer Ebene sei zudem vieles auf den Weg gebracht worden, um den Verein vielen Unterstützern näherzubringen.

„Das Irma-Volkert-Haus ist zu einer festen Anlaufstelle für behinderte und nichtbehinderte Menschen geworden“, brachte Tobias Sauer zum Ausdruck. Der Heckfelder Ortsvorsteher erinnert sich gerne an Straßenfeste, bei denen die Gäste des Selbstversorgerhauses ganz selbstverständlich mitfeierten und sich in die Gemeinschaft einbrachten. Diese konkret erfahrbare Teilhabe schätze er ganz besonders.
Selbstversorgerhaus mit vielen Facetten
Das Irma-Volkert-Haus mit knapp 300 Quadratmetern Wohnfläche bietet derzeit 18 Betten, davon 3 Pflegebeten. Mit viel Eigenengagement wurde das Haus umgebaut, renoviert und neu möbliert, um es den Bedürfnissen behinderter Menschen anzupassen. Das weitläufige Grundstück mit seiner Dachterrasse und dem Garten mit neu angelegtem Barfußpfad bietet beste Voraussetzungen für Gruppenaktivitäten im Innen- und Außenbereich. Im Spätsommer kann man wie selbstverständlich Obst von den Streuobstbäumen pflücken, daraus Kuchen backen oder eigene Marmeladen kochen – „für viele Gäste ein einmaliges Erlebnis“, erläuterte Jörg Hasenbusch, denn vielen Besuchern sei das Landleben in all seinen Facetten nur wenig vertraut.
Dass das Haus aufgrund der aktuellen Situation ein gutes Jahr nahezu leerstand, hätten die Ehrenamtlichen genutzt, um viele Räume zu renovieren und die Einrichtung auf Vordermann zu bringen. Stolz sind Hasenbusch und Kernwein auch auf die Behindertensporthalle und das angeschlossene Kommunikations- und Begegnungszentrum. Auch wenn derzeit keine Vorträge stattfänden, werde die ehemalige Scheune hoffentlich bald wieder für Tischtennisduelle oder zum Sport genutzt, erläutert Jörg Hasenbusch.
„Seit mehr als 15 Jahren ist die Lebenshilfe fest in Heckfeld verwurzelt. So lange schon befindet sich inmitten der Natur ein modernes Freizeithaus für alle Generationen. Unsere Gesellschaft braucht solche Begegnungsräume. Und sie braucht engagierte Menschen, die mit ganzem Herzen Verantwortung übernehmen“, lobt Bürgermeister Dr. Lukas Braun. „Für diesen vorbildlichen Einsatz, der Familien entlastet und besonderen Menschen eine unvergessliche Urlaubs- und Freizeitgestaltung ermöglicht, wünsche ich weiterhin alles erdenklich Gute.“
Dass die Einrichtung auch dauerhaft eine Zukunft hat, davon waren am Ende des Rundgangs alle Beteiligten überzeugt. Und es ist kaum anzunehmen, dass sich Jörg Hasenbusch eine Verschnaufpause gönnt. Er freut sich darüber, dass das Selbstversorgerhaus endlich wieder öffnen darf, um den Gästen Glücksmomente zu bescheren, die für kein Geld der Welt aufzuwiegen sind.