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Heftiger Protest gegen Eingriff in ein bestehendes Wohngebiet

Dinkelsbühl. Ein geplantes kirchliches Gebäude mit 24 Wohnungen des öffentlich geförderten Wohnungsbaus am Samuel-von-Brukenthal-Platz stellt für viele Anwohner einen großen Eingriff in ein bisher schönes und gewachsenes Wohnumfeld dar. Ein Flachdachbau (größer als zwölf der angrenzenden Reihenhäuser) soll auf einer Wiese der katholischen Kirche verwirklicht werden. Für die Anwohner ist dieses Großvorhaben (ca. 40 x 25 Meter) inakzeptabel. Eine Bürgerbewegung wurde gegründet, der Petitionsausschuss eingeschaltet und ein Bürgerbegehren in die Wege geleitet. Innerhalb von nur drei Wochen wurden über 1100 Stimmen gesammelt, mehr als die dafür notwendige Anzahl. Das Begehren wurde von der Stadt Dinkelsbühl in der Formulierung für nicht zulässig erklärt. Die Bürgerbewegung hält die Formulierung nach wie vor für rechtsgültig und hat deshalb Klage eingereicht. Warum hat Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer Angst vor einer Abstimmung durch die Bürger, fragen sich die Betroffenen. Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum  ist in Dinkelsbühl sicher auch dadurch entstanden, dass in den letzten Jahren reihenweise Gebäude des sozialen Wohnungsbaus verkauft worden waren, aber nicht durch gleichwertig nutzbare und bezahlbare Wohnungen ersetzt wurden, so die Initiative. Der Bau von „Luxuswohnimmobilien“ an attraktiven  Standorten hatte eindeutig Vorrang, so der Vorwurf. Jetzt suche die Stadt verzweifelt Grundstücke. Nachverdichtung um jeden Preis soll die Lösung sein. Dadurch werde aber auch sehr viel zerstört, meinen die Gegner. Die Menschen in den Städten würden zubetoniert, Freiräume und  Natur für Mensch und Tierwelt würden verschwinden. Im Neubaugebiet (Gaisfeld 3) bleibe eine über 3200 Quadratmeter große Wiese mit guter Straßenanbindung als grüne Lunge bestehen. Natürlich gönne man dies den dortigen Anwohnern, aber Stadt und Kirche sollten auch auf die Anwohner am Brukenthal-Platz Rücksicht nehmen und ihnen Gleiches zugestehen, so der Vorwurf. Unsachliche Kritik gegen die Anwohnerbewegung

vergifte das Stadtklima. Kein Verantwortlicher nehme die Bayerische Bauordnung wirklich ernst, so die weitere Kritik. Die Abstandsflächenverordnung lasse die Nachbarn in Rufweite an die eigenen Häuser heranrücken, das Gebiet werde durch eine unpassende Bebauung verunziert, alte Baupläne würden im vereinfachten Verfahren schnell geändert und ein autofreier Platz mit Autoverkehr belastet, so die Gegner. Natur- und Anwohnerinteressen würden hintan gestellt. Bei einem Informationsabend unlängst im kleinen Schrannensaal in Dinkelsbühl wurden geschönte Computeranimationen gezeigt, die nichts mit den Gegebenheiten vor Ort zu tun haben, meinen die Anwohner, die sich durch dieses Verhalten verschaukelt und nicht ernst genommen fühlen. Unter www.geknipfdkb.de hat die Bürgerbewegung eine Internetseite eingerichtet, auf der man sich umfassend informieren kann. Händeringend sucht man in der Bürgerbewegung nach Unterstützung.

Die Bilder zeigen den Samuel-von-Brukenthal-Platz und das für den Neubau vorgesehene Grundstück. Fotos: Heinz Meyer

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