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„Wir wollen anstecken!“ – 2. Nepal-Spendenlauf

Vier Generationen liefen gemeinsam für eine gute Sache. 20.000 € Spendensumme erreicht.

Buchen (PM). Ein buntes Meer aus Gebetsfahnen schmückte am vergangenen Freitag die Buchener Altstadt. Nach einem alten nepalesischen Glauben sollen die Wünsche und Gebete, die auf die bunten Fahnen geschrieben sind vom Wind in die Welt getragen werden. Dies zeigte offensichtlich Wirkung, denn bei strahlend blauem Himmel und sommerlichen Temperaturen kamen 530 Läufer, die gemeinsam die stolze Spendensumme von 20.001,80 Euro erreichten. Von 08 Uhr bis 20 Uhr konnten Läufer auf der 425m langen Strecke Runden für den guten Zweck drehen und so ihre Sponsoren zur Kasse bitten. Sponsor konnte jeder sein und so wurden sie unterstützt von Firmen, Eltern, Nachbarn oder ganz spontan von Zuschauern.
Lehrer Daniel Schäfer erklärte, dass sie natürlich jeden Euro gut gebrauchen können, die eigentliche Sensation sei jedoch, zu sehen, wie sich an diesem Tag vier Generationen gemeinsam für andere Menschen in einem der ärmsten Länder der Welt engagieren. So waren aus einer Familie die Enkel mit ihrem Kindergarten und ihrer Schule, die Mütter mit Kinderwagen und der Großvater mit Rollator mit seiner Tagespflegegruppe gelaufen. Das waren Bilder, die unter die Haut gingen. Das gemeinsame Laufen, egal wie jung oder alt, egal ob fit oder nicht und das Gefühl in einer kleinen Gruppe, die Welt ein Stückchen besser zu machen, beflügelten an diesem Tage viele. So liefen am Vormittag Schüler der ABR, der Hettinger Grundschule und der Wimpina-Grundschule und mischten sich auf der Strecke unter 51 Kinder des Kindergartens „Regenbogen“ und die Läufer der Diakonie Buchen und Wertheim, die mit Rollstuhl und sich an den Händen haltend unermüdlich Runden drehten. Später liefen noch Kinder des Kindergartens St. Rochus, Schüler der Zentralgewerbeschule und der Helene-Weber-Schule, die Initiative „Herz statt Hetze“, sowie Gruppen von verschiedenen Unternehmen, Vereinen und auch Zuschauer, die sich spontan mitreißen ließen und sich noch schnell gegenseitig sponserten.
Die Eltern, freiwillige Helfer und die Schüler der Schülerfirma sorgten sich liebevoll um die Läufer und versorgten sie mit fast 40 Wassermelonen, Bananen, Äpfeln, gespendeten Müsliriegeln und viel Wasser. Mit kühlenden Schwämmen und einem Wassernebel zur Abkühlung wurde der Hitze getrotzt. Das Rote Kreuz sicherte die medizinische Versorgung und Jonas Link und sein Team kümmerten sich ehrenamtlich um die Technik. Zeitweise waren 25 Zähler notwendig, die hochkonzentriert jede einzelne Runde der Läufer notierten.
Den Schülern der Namaste Nepal sAG ist auch wichtig, den Gedanken, dass man gemeinsam mehr erreichen kann, weiterzutragen und sie haben aus diesem Grund auch andere sozial engagierte Projekte aus der Umgebung in ihr nepalesisches Dorf auf dem Marktplatz eingeladen. So waren auch das BGB mit ihrer EineWelt AG und die Buchener Lyrikerin Xenia Hügel, die Kinder in Uganda unterstützt, mit einem Stand dabei, sowie Läufer des Help Sommermärchen Teams, das die Schüler schon seit einiger Zeit unterstützt und nun plant, gemeinsam mit den Buchener Schülern im nächsten Jahr nach Nepal zu fliegen.
Um 20 Uhr liefen die Schüler der Namaste Nepal SAG die letzte Runde des Tages mit weiteren Läufern und beendeten den Tag mit einem spektakulären Finale gemeinsam mit den über hundert Zuschauern. Die Anstrengungen des Tages und die Emotionen waren allen anzusehen und gingen in lauten Jubel über, als die LED Leinwand das Endergebnis von 20.001,80 EUR anzeigte. Die große Leistung der 532 Läufer machen die Zahlen des Tages greifbarer, denn so wurden 91.000 Höhenmeter bewältigt, über zehn Mal der Mount Everest bestiegen und 9105 Runden um die Buchener Stadtkirche gedreht, was 3869,6km, also ungefähr der halben Strecke von Buchen nach Nepal entspricht. Die Fünftklässlerin Linda Flores lief 100 Runden, der 14-jährige Frederick Donath 145. Der 10 Jährige Nico Türschel hatte sich ebenfalls fest vorgenommen für die Kinder in Nepal alles zu geben und startete schon früh morgens gemeinsam mit seinem Vater Jürgen Türschel. Um 19.30 Uhr wurden die beiden unter tosendem Applaus und Moderator Kurt Bonaszewski, der begeistert durch den spannenden Tag führte, empfangen. Nico lief 150 Runden und sein Vater 200, was gemeinsam einer Strecke von unfassbaren 148 Kilometer entspricht.
Die Geschichte hinter dem Nepal Engagement
Die Buchener Schüler engagieren sich seit 2015 gemeinsam mit der Schülerfirma des Geschwister Scholl Gymnasiums in Freiberg (Sachsen) für das Projekt in Nepal. Mittlerweile haben sie ein loses Schülernetzwerk aus 5 Schulen gebildet, die gemeinsam die Bergregion Gati in Nepal nahe der tibetischen Grenze, weitab vom Tourismus unterstützen. Gati mit seinen umliegenden Dörfern lag 4km vom Epizentrum entfernt und wurde vollständig zerstört. Einzig der Kindergarten und der Schulneubau, die bereits von den Schülern erdbebensicher finanziert wurden blieben stehen. Vor wenigen Wochen konnte nun die letzte der sieben Schulen wieder aufgebaut werden. Die Schüler sind schon gespannt, denn im Herbst fliegt wieder ein Teil von Ihnen nach Nepal, um an der Einweihung teilzunehmen, natürlich auf eigenen Kosten. „Die Bedingungen in unserem Projekt sind schon etwas ganz besonderes,“ erklären die Lehrer Benjamin Grimm und Daniel Schäfer, „denn unsere NGO (Nichtregierungsorganisation) in Nepal wurde alleine für die Schülerfirmen gegründet und wird ehrenamtlich von nepalesischen Partnern organisiert. Auch in den Dörfern selbst sind Freundschaften entstanden und jedes Problem wird gemeinsam gelöst. Diese Nähe, die letztendlich gerade auch bei unseren Besuchen in den Gastfamilien gepflegt wird ist elementar wichtig, um ein derartiges Projekt erfolgreich zu machen. Bildung ist die einzige Chance für die Menschen, die Armut zu besiegen und so geht es uns auch nicht nur um den schlichten Bau der Schulen, sondern um die langfristige nachhaltige Förderung. Dazu gehören auch gute Lehrer, die wir fortbilden. Auf dem Gehaltszettel der Buchener Schüler stehen beispielsweise drei Lehrer in Sotang, was ein schöne Vorstellung ist“. Das Konzept geht auf und so gehört die weiterführende Schule in Gati zu den besten des Landes, was auch Reinhold Messner im letzten Jahr in einem öffentlichen Statement würdigte. Auch Frau Merkel fand lobende Worte in einem zweiseitigen Brief, den sie an die Schüler schrieb.
Die Schülerfirma erreicht dies eben durch die Nepalläufe, aber auch durch ihren hochwertigen Kaffee, den sie direkt bei den Bergbauern Nepals einkaufen und selbst importieren. In Miltenberg in der Kaffeerösterei MIKA wird er von Hand geröstet und schließlich in der Schülerfirma weiterverarbeitet und vermarktet. „Unsere Schüler profitieren sehr von ihrem Engagement, denn sie lernen neben dem sozialen Aspekt auch, ein Unternehmen aus wirtschaftlicher Sicht zu führen und eignen sich vielfältige Kompetenzen an, von denen sie im späteren Berufsleben profitieren.“, so Lehrer Grimm. Die Buchener Schüler fördern in der Region Gati speziell die Grundschule im höher gelegenen Dorf Sotang. Mit dem Geld aus den beiden Nepalläufen ist der Bau der Grundschule und deren Ausstattung nun finanziert, was für die Schüler der Abt-Bessel Realschule ein großer Erfolg ist. Hannah Helter, Geschäftsführerin der Namaste Nepal SAG sagt: „Ich kann den heutigen Tag nicht in Worte fassen. Beim Finale sind viele Tränen geflossen. Wir arbeiten das ganze Jahr hart für unsere Idee und da ist es großartig, soviel Unterstützung zu bekommen. Wir wollen anstecken und wir laden herzlich andere Schulen, Vereine aber auch jeden der Lust hat ein, mitzumachen.“

Kontaktbox:
Namaste Nepal SAG, Abt-Bessel Realschule Buchen, Dr. Fritz Schmitt Ring 1, 74722 Buchen
06281-1260, Email: nepal@realschule-buchen.de, www.realschule-buchen.de
Spendenkonto: Namaste Nepal sAG – DE16 6745 00048 0004 382271 bei der Sparkasse Neckartal Odenwald

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Großer Jubel bei der Namaste Nepal sAG. Das Vorjahresergebnis wurde deutlich übertroffen.
Fotos: Namaste Nepal sAG

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Über 25 „Zähler“ dokumentierten die gelaufenen Runden für die Helden und die Sponsoren.

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Die Versorgung musste auch über den ganzen Tag „laufen“.

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Auch Teilnehmer der Johannes Diakonie waren ganz vorne mit dabei.

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Über 500 Läufer aller Altersklassen waren trotz Hitze mit auf der 400 Meter-Runde unterwegs.

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