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Wie Dinkelsbühl zum internationalen Jazz-Mekka wurde …

Der Jazzkeller Dinkelsbühl feiert sein 20-jähriges Jubiläum

Als sich Marco Piludu und Alfons Fischer am 12. Januar 2001 im Schrannenkeller trafen, um vor kleinem Publikum miteinander zu musizieren, konnten sie nicht ahnen, dass sie an diesem Freitag den Grundstein für ein wirklich einmaliges Musikprojekt legten! Der Jazzkeller Dinkelsbühl war geboren! Die Spielfreude der beiden Vollblutmusiker war so ansteckend, dass das Publikum begeistert reagierte und mehr wollte! Schnell gesellten sich zu Piludu (Gitarre) und Fischer (Posaune) noch Markus Häußler (Bass) und Christopher Klemme (Drums). Auch ein Name für die Band war schnell gefunden: Passend zum Gründungsabend firmierte man fortan als Friday Night Band (FNB) und lud jeden Freitag ab 21:30 Uhr zum Jazz in den Schrannenkeller.

Jazz ohne Grenzen

Seit jenem denkwürdigen Abend vor 20 Jahren haben hunderte Bands aus dem In- und Ausland in Dinkelsbühl gastiert und den Ruf des Jazzkeller als großartige Spielstätte weit über die Grenzen der fränkischen Kleinstadt getragen. Das Besondere des Jazzkeller’ ist dabei die Tatsache, dass man „Jazz“ hier ohne jedes Dogma lebt. So werden nicht nur alle Facetten des Jazz zu Gehör gebracht – auch Blues, Weltmusik, Hipp Hopp, Soul, Funk, Latin, Schlager, Klassik und Folk finden mitten in der Altstadt ihr Publikum. Mittlerweile haben sich im Jazzkeller die renommiertesten und besten Musiker und Bands der unterschiedlichsten Genres die Klinke in die Hand gegeben: Dazu gehören u.a. Quadro-Nuevo, Monika Roscher, Ro Gebhard, Torsten de Winkel, die Band Tristan (NL) und Jan Prax „JP4“. Auch zahlreiche junge Talente und Bandprojekte der benachbarten Berufsfachschule für Musik erlebten hier ihre Bühnentaufe. Zu nennen sei hier z. B. u.a. FlinkFingro und Diskoschorle.

Mehr als nur Musik

Unter der Führung von Kjell Schröder, der den Jazzkeller seit 2010 leitet und das extrem abwechslungsreiche musikalische Programm verantwortet, hat der Musikclub nochmals an Profil gewonnen. Schröder, selbst leidenschaftlicher Schlagzeuger und Perkussionist und Mitglied der Dinkelsbühl All Stars, ist international vernetzt und hat den Mut, dem Publikum auch einmal experimentelle Sounds und Hörerlebnisse “zuzumuten“. Schröder ist es auch, der konsequent am Prinzip des Jazzkeller festhält, dass der Eintritt zu allen Konzerten frei ist! Und das soll auch in Zukunft so bleiben! Hat den Gästen der Abend gefallen, steht die „Spendengitarre“ am Ausgang bereit.

Längst hat der Jazzkeller ein treues Stammpublikum, das Woche für Woche dabei ist und gern auch eine Anreise von 50 km und mehr auf sich nimmt. Denn für viele Gäste ist der Jazzkeller mehr als nur ein Musikclub. Hier trifft man alte und neue Freunde, hat einen tollen Abend miteinander, philosophiert nach dem Konzert noch mit den Musikern. Der Jazzkeller ist Heimat und zweites Wohnzimmer.

Konzerte für 2021 sind in Planung

Musikalischer Höhepunkt jedes Jahres ist nach wie vor der Jazzkeller-Geburtstag im Januar, der jeweils mit einem rauschenden Fest und einem ausgesuchten musikalischen Gast gefeiert wird.

So sollte es eigentlich auch in diesem Januar sein, doch die aktuelle Corona-Situation macht dem Jazzkeller einen dicken Strich durch die Rechnung. Seit März 2020 konnte der Club seine Türen nicht mehr öffnen. Alle geplanten Konzerte der letzten Saison mussten ausfallen. Doch der Vorstand des Vereins Jazzforum Dinkelsbühl e.V., der Träger des Jazzkeller ist, lässt sich durch die derzeitige Stille nicht entmutigen und plant bereits die ersten Konzerte „nach Corona“. Die Stadt Dinkelsbühl hat uneingeschränkte Unterstützung zugesichert, so dass Open-Air-Events an unterschiedlichen Spielstätten in der Stadt geplant werden. Dann will man auch unbedingt den runden Jazzkeller-Geburtstag nachholen und den 12. Januar 2001 feiern, an dem zwei Musiker im Schrannenkeller zusammenkamen … freitags um 21:30 Uhr

 

Fotos: Marco Piludu

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