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„Westmittelfranken in der Champions-League“

IHK feiert 175-jähriges Jubiläum – Wirtschaft in Eigenverantwortung

Ansbach(luh). 145.000 Mitgliedsbetriebe zählen zur IHK Nürnberg für Mittelfranken. Alleine aus ihrer alleinigen Größe lässt sich die Bedeutung für die Wirtschaft und dadurch automatisch für das  Leben wie wir es in Bayern kennen und gewohnt sind ablesen. Neun IHK’s gibt es im Freistaat, sechs davon feiern dieses Jahr ihr Bestehen, darunter auch die mittelfränkische. Dieser stehen auch die fünf westmittelfränkischen Gremien unter, die nun den Geburtstag in der Orangerie in Ansbach zelebrierten.

1842 erließ König Ludwig I. eine Verordnung, die den Aufbau von Handelskammern ermöglichte. Laut der Vizepräsidentin der IHK Nürnberg für Mittelfranken, Erika Gruber, seien bis dahin und auch danach viele Auseinandersetzungen nötig bis sich die Wirtschaft von der Politik emanzipierte. Die Wirtschaftsvertreter waren im damaligen System abhängig vom Wohlwollen der Obrigkeit. Das ist aber längst Geschichte. Heute haben die Kammern hoheitliche Privilegien erhalten, um verbindliche Regeln in Wirtschaftsbelangen zu treffen. „Wir nutzen diese  Privilegien um die wirtschaftliche Infrastruktur zu stärken. Wir übernehmen mit ihnen Verantwortung“, so Gruber. Die IHK stehe dabei für freies, selbstbestimmtes Handeln immer gespickt mit den Werten Fairness, Verlässlichkeit und Ehrlichkeit, getreu den Grundsätzen des ehrbaren Kaufmanns. An die geladenen Gäste appellierte sie: „Lassen sie uns daran arbeiten die heimische Wirtschaft für den globalen Welthandel fit zu machen.“ Dazu müsse man in erster Linie damit beginnen bürokratische Hemmschuhe abzubauen. Im Anschluss referierte der Historiker Dr. Hans-Diether Dörfler.

BU: Die fünf Gremiumspräsidenten der Region im Dialog mit Klaus Seeger. Foto: Luca Herrmann

Dieser wurde vom Moderator der Veranstaltung, Klaus Seeger, mit einer interessanten Anekdote vorgestellt. So war Dörflers Urgroßvater Gärtner im Hofgarten und sein Großvater wurde gar in einer Gartenlaube im Ansbacher Prachtgarten geboren. In seinem Vortrag über die Geschichte der Kammern in Bayern stellte Dr. Dörfler zunächst klar, dass die Kammern offiziell zwar im Namen des Königs gegründet wurden. In der Realität musste aber der eigentliche Vorantreiber der IHK’s, der damalige bayerische Innenminister Karl von Abel, einiges an Überzeugungskraft leisten. Der König vermutete in den Kammern, nicht ganz unbegründet, wenn man ins Preußen der damaligen Zeit blickte, so etwas wie Parallelparlamente. So hatten die Kammern zu Beginn dann auch eine sehr eingeschränkte Befugnis, ihnen war einzig eine Begutachtungs- und Berichtspflicht auferlegt. Erst nach dem bayrisch-preußischen Krieg änderte sich die Wirtschaftsordnung in Bayern und somit auch die Bedeutung der Kammern. In Westmittelfranken waren aber selbst zu dieser Zeit die Kammern wenig prägnant, erst im Laufe der Zeit etablierten sich dann auch in unserer Region zuerst vornehmlich landwirtschaftlich geprägte Kammern. Damals wie heute fokussierte man sich auf zukunftsgerichtete Themen und scheute sich auch nie unpopuläre Meinungen zu vertreten und stellte sich der folgenden Kritik. Als Beispiel nannte Dr. Dörfler hier den Einsatz für die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt nach dem 2. Weltkrieg. Im Anschluss an diesen Vortrag stellten sich die Vorsitzenden der IHK-Gremien aus der Region in eine Diskussionsrunde den Fragen Klaus Seegers. Themen waren unter anderem ihr persönliches Ehrenamt bei der IHK, deren Einfluss und alles rund um das Thema Ausbildung. Die fünf Präsidenten zeigten sich dabei einig in ihren Forderungen. „Klare Voraussetzungen für die Integration in den Arbeitsmarkt“, seien unerlässlich. Gleichzeitig kann man aber „über die Politik nicht alles was die Wirtschaft betreffe regulieren.“ Dennoch schauen alle fünf positiv in die Zukunft. „Wir haben vor der Zukunft keine Furcht.“ Dr. Gerhard Walther meinte, in den nächsten 20 Jahren sieht er Westmittelfranken wirtschaftlich in der Champions-League. Laut Dr. Norbert Teltschik sei man dort aufgrund der vielen „hidden Champions“ längst angekommen.

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