Weiterhin großes Interesse am Vertragsnaturschutzprogramm

NEUSTADT AN DER AISCH/BAD WINDSHEIM (RED). Auch dieses Jahr nehmen viele Landwirtinnen und Landwirte des Landkreises freiwillig an Fördermaßnahmen des „Bayerischen Vertragsnaturschutzprogramms“ (VNP) teil. Damit tragen sie durch eine naturschonende Bewirtschaftung von Äckern, Wiesen, Weiden und Teichen zum Erhalt ökologisch wertvoller Lebensräume bei. Der entstehende Mehraufwand und die Ernteeinbußen werden durch ein angemessenes Entgelt honoriert.

Auch in der diesjährigen Antragsphase, welche von Januar bis Februar lief, klingelten die Telefone in der Unteren Naturschutzbehörde unermüdlich. Bei den Beratungen konnten Vereinbarungen mit mehr als 130 Landwirtinnen und Landwirten abgeschlossen und, wie in den vergangenen Jahren, erneut ein Zuwachs an Flächen im Vertragsnaturschutzprogramm erzielt werden.

So sind Vereinbarungen auf 226 Hektar ausgelaufen, wohingegen dieses Jahr Neuvereinbarungen auf 515 Hektar abgeschlossen wurden. Aufgrund der Laufzeit dieser Vereinbarungen über fünf Jahre ergibt sich zusammen mit den Abschlüssen aus den Vorjahren ein aktuelles Netz aus geförderten Flächen im Landkreis, welches sich auf insgesamt 3.836 Hektar erstreckt und mit circa 2,14 Millionen Euro jährlich gefördert wird.

Die Eignung der Flächen für das Programm wird durch eine bestimmte Kulisse definiert. Hierzu zählen beispielsweise landwirtschaftliche Flächen, die sich direkt an Gewässern oder in Schutzgebieten befinden. Ebenso wird zum Beispiel Grünland, welches im Wiesenbrütergebiet liegt, mit einem späteren Schnittzeitpunkt ab dem 15. Juni und einer Bewirtschaftungsruhe im Frühling gefördert. Damit soll es geschützten Vogelarten wie dem Kiebitz ermöglicht werden, ihre Brut erfolgreich aufzuziehen.

Auch etwa 730 Hektar Schafhutungsflächen werden im Landkreis aktuell über das Vertragsnaturschutzprogramm gefördert. Durch die Pflege mit Schafen oder anderen Weidentieren entstehen ökologisch wertvolle, halboffene und magere Landschaften mit einer großen Bedeutung für die Biodiversität. „Das Bewahren dieser kulturhistorischen Bewirtschaftungsform ist nicht nur im Sinne des Naturschutzes, sondern trägt auch positiv zum Erhalt eines schönen Landschaftsbildes bei“, ergänzt Stefan Scheuerpflug, Fachkraft der Unteren Naturschutzbehörde.

Die Förderung von Weide, Wiese und Acker ist zudem mit Streuobstbäumen auf den Flächen erweiterbar. Erfüllen diese eine Mindesthöhe von 1,60 Meter bis zum ersten Ast, können sie mit einem Fördersatz von 12 Euro pro Baum mit ins Programm aufgenommen werden. Allein in diesem Jahr sind weitere 1.234 Streuobstbäume im Landkreis im Vertragsnaturschutzprogramm erfasst worden.

Interessierte Landwirtinnen und Landwirte können sich das ganze Jahr über bei der unteren Naturschutzbehörde, Tel. 09161 924116 oder per E-Mail unter vnp@kreis-nea.de, melden, um sich über Fördermöglichkeiten für die kommende Förderperiode Anfang 2025 beraten zu lassen.

Foto: Landratsamt / Florian Kleinschroth

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