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Ein Interview über das Älter werden, den Wandel der Zeit, Smartphones und das Reisen

Oberbalbach/Bad Kissingen. Sie sind seit 60 Jahren Nachbarinnen und seit 10 Jahren enge Freundinnen: Dora Hönig (84) und Ida Heidinger (86). Ein Auszubildender bei Pulsis Media, unserer Werbeagentur in Bad Kissingen bilden die Jugend ab. BlickLokal sprach mit den beiden Altersgruppen über das Alter, den Wandel der Zeit, Smartphones und das Reisen.

 

Was ist besser: alt oder jung sein?

Dora Hönig: Beides ist nicht leicht. Wenn man jung ist, trägt man viel Verantwortung, im Alter muss man mit Krankheiten fertig werden. Trotzdem geht es uns heute gut, unsere Eltern hatten z.B. noch keine Rente.

 

Wären Sie gerne noch einmal jung?

Ida Heidinger: Nein, weil heute eine ganz andere Zeit ist als früher. Es hat sich sehr viel verändert, früher gab es z.B. sehr viel mehr Landwirtschaft hier im Ort.

Dora Hönig: Nein, das mittlere Alter war am Schönsten, als die Kinder noch zuhause waren.

 

Was sind die Vorteile des Alters?

Dora Hönig: Am allerbesten sind die Enkel.

Ida Heidinger: Dass wir beiden immer zusammensitzen können. Wir finden immer etwas, worüber wir reden können, haben uns immer etwas zu erzählen.

 

Was sind die Nachteile?

Dora Hönig: Krankheiten und dass man nicht mehr so beweglich ist. Außerdem fehlt mir das Autofahren.

Ida Heidinger: Ich kann nicht mehr gut laufen, außerdem höre ich schlecht.

 

Ihr Rezept für ein langes Leben?

Dora Hönig: Gesund leben, aber es mit den Arztbesuchen nicht übertreiben. Irgendeine Krankheit wird im Alter nämlich immer gefunden.

 

Wie hat man als Sie jung waren miteinander kommuniziert? Wie tauschte man sich mit weit entfernt wohnenden Verwandten aus?

Dora Hönig: Wir sind spazieren gegangen, Telefon haben wir erst 1975 bekommen. Freundinnen waren am Wichtigsten. Lebte jemand weit weg, hat man sich Briefe geschrieben. Mein Vater hatte vier Brüder in den USA, das dauerte dann Wochen.

 

Haben Sie ein Handy?

Dora Hönig: Ja, aber nur zum Telefonieren, wenn ich auswärts bin.

Ida Heidinger: Nein, ich habe keines.

 

Haben Sie Internet?

Beide schütteln verneinend den Kopf.

 

Schauen Sie Fernsehen?

Ida Heidinger: Ja, aber nicht viel, ein paar Kochsendungen oder Theaterstadl. Es kommt ja nichts Gescheites.

Dora Hönig: Ja, ich schaue Diskussionen, den Gottesdienst, und den Jauch.

 

Was halten Sie davon, dass viele junge Leute ständig auf ihr Smartphone schauen?

Dora Hönig: Ich halte da nicht viel davon. In manchen Bereichen sind sie schon gut, aber früher hat man mehr miteinander geredet.

Ida Heidinger: Wenn die Kinder von der Schule heimlaufen, schauen sie immer nur auf ihr Handy.

 

Was halten sie von den jungen Leuten im Allgemeinen?

Dora Hönig: Sie sind nicht schlechter als zu meiner Zeit, nur anders.

 

Machen sich junge Leute zu viel Stress?

Dora Hönig: Ja. Selbst wenn sie in Urlaub fahren, kommen sie gestresst heim.

 

Junge Menschen in Deutschland steht heutzutage oftmals eine Vielzahl von Möglichkeiten offen – ob beruflich, in der Liebe oder bei der Frage, wo und wie man wohnt. Wir war das bei Ihnen? Hätten Sie auch gerne diese Möglichkeiten gehabt?

Dora Hönig: Wir haben früher gar nicht so weit gedacht. Einen Freund vor der Hochzeit mit nach Hause zu bringen, wäre unmöglich gewesen. Beruflich hätte ich gerne mehr Möglichkeiten gehabt, nach dem Krieg war das aber unmöglich.

 

Was sagen Sie zur aktuellen Weltlage? Sind die Zeiten unruhiger als früher?

Dora Hönig: Ja schon. Früher war zwar auch Krieg, aber heute ist überall Krieg, sogar in der Familie. Es ist heutzutage sehr schwer, eine Familie zusammenzuhalten.

 

Wann haben Sie das letzte Mal eine Reise gemacht?

Ida Heidinger: Im vergangenen Jahr war ich auf dem 50. Geburtstag meines Sohnes in Hannover. 2013 war ich zudem mit Tochter und Enkeltochter für drei Tage im Allgäu.

Dora Hönig: Letztes Jahr habe ich meinen Sohn in München besucht. 1997 war ich zu einem Familientreffen in den USA. Auch Kroatien habe ich schon besucht.

 

Zum Abschluss: Auf was freuen Sie sich in den nächsten Monaten besonders?

Dora Hönig: Ich freue mich immer auf die Sonntage, da bin ich mit meinen Kindern zusammen. Meine große Tochter kommt und wir unternehmen etwas.

Ida Heidinger: Und ich freue mich immer auf die Dienstage. Dann bin ich bei meiner ältesten Tochter und sehe meinen Urenkel.

 

Was ist besser: jung oder alt sein?

Christopher Schulmeister: Da ich selbst erst ein junger Erwachsener bin, kann ich mich schwer in die Gedanken einer alten Person versetzen. Aber im Moment bringt das Jung sein die meisten Vorteile mit sich.

 

Was sind die Vorteile der Jugend?

Christopher Schulmeister: Unabhängig zu sein.

 

Was sind die Nachteile?

Christopher Schulmeister: Durch den Medienwandel bekommen viele Kinder schon sehr früh ein Smartphone von Ihren Eltern geschenkt, was dazu führt, dass diese Kinder auch durch das Internet leicht beeinflusst werden.

 

Wie stellst du dir dein Leben in 10 Jahren vor?

Christopher Schulmeister: Schwierig, es kann alles Mögliche passieren. Jedoch ist mir im Moment meine berufliche Laufbahn wichtig.

 

Wie kommuniziert Ihr heute?

Christopher Schulmeister: Meistens über das Handy. Applikationen wie WhatsApp sind für fast jeden Jugendlichen eine Selbstverständlichkeit.

 

Seit wann haben Sie ein Handy?

Christopher Schulmeister: Mit 11 Jahren habe ich mein erstes Handy bekommen.

 

Welche Medien nutzen Sie heute?

Christopher Schulmeister: Mittlerweile bin ich durch mein Handy / PC überall verknüpft. Sei es Facebook, Whatsapp, Twitter, etc.

 

Was halten Sie davon, dass sich alte Leute nicht auf die neuen Medien einlassen?

Christopher Schulmeister: Alte Leute sind nicht mit den neuen Medien aufgewachsen, so wie wir.

 

Was halten Sie von den alten Leuten im Allgemeinen?

Christopher Schulmeister: Man sollte sich alles zu Herzen nehmen, was diese Leute einem erzählen. Von Ihnen lernt man noch viele Weisheiten, die man fast immer in der Zukunft gebrauchen kann.

 

 

Was meinen Sie, wie sieht die Welt 2050 aus?

Christopher Schulmeister: Die Medien entwickeln sich von Tag zu Tag immer weiter. Ich glaube, dass es in 30 Jahren schon wieder alles ganz anders aussieht. So wird es zum Beispiel Zeitungen noch kaum, bzw. gar nicht mehr in Papierform geben. Ich kenne kaum eine Person die noch wöchentlich einen Blick in eine Zeitung wirft.

 

Was waren Ihre letzten drei Urlaubsziele?

Christopher Schulmeister: Ich bin vor einem Jahr in der Türkei gewesen, dieses Jahr war ich bis jetzt nur in Deutschland unterwegs und habe mir die Großstädte angesehen.

 

Zum Abschluss: Auf was freuen Sie sich in den nächsten Monaten besonders?

Christopher Schulmeister: Auf den weiteren Wandel von Medien, Elektronik und der Mobilität.

 

 

 

Bildunterschriften:

 

Foto Dora Hönig: Dora Hönig ist 84 Jahre alt, lebt in Oberbalbach und hat vier Kinder und sechs Enkel.

Foto Ida Heidinger: Ida Heidinger ist 86 Jahre alt, lebt in Oberbalbach, hat vier Kinder, sieben Enkel und zwei Urenkel.

Christopher Schulmeister, 19 Jahre alt aus Bad Kissingen im Interview

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