Aktuelle Stellenanzeigen:

Küche und Kochen im Wandel der Zeit

Bad Windsheim (pm/ak). Was stand auf dem Speiseplan und wie sahen Küchen früher aus? Wer sich einen Überblick Kochen und Kochtechniken vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert verschaffen möchte, ist am Sonntag, den 3. November von 11 bis 16 Uhr im Fränkischen Freilandmuseum in Bad Windsheim genau richtig.

„Baunzer“ – fränkische Schupfnudeln werden gerollt. Foto: Ute Rauschenbach

Fünf Küchentüren aus verschiedenen Jahrhunderten stehen offen. Die Herde sind geschürt und historische Zubereitungstechniken werden vorgeführt. Während heute zu Zeiten hoher Energiepreise möglichst kurz und stromsparend gekocht wird, war der Ofen in den fränkischen Wohnstallhäusern oft die einzige Wärmequelle. Er diente zum Heizen und auch Kochen. Auch die Wäsche trocknete rund um den Ofen, die Küken standen darunter und die Säuglinge und Alten durften sich in seiner schützenden Wärme aufhalten. Beim traditionellen Ofen stand der Suppentopf oft schon morgens auf dem Herd und köchelte den ganzen Tag. Die ganz frühen Herde waren einfache gemauerte Blöcke, auf denen das Feuer offen loderte. Töpfe wurden direkt an der Flamme erwärmt und standen auf einem eisernen Dreifuß. Je nach Bedarf wurden sie näher an die Flamme oder weiter weg geschoben. So ist es im Bauernhaus aus Höfstetten in der Baugruppe Mittelalter zu sehen. Der Rauch in der Rauchkuchl zog über den offenen Dachstuhl durch die Ritzen im Dach hinaus und sorgte gleichzeitig auch für ein ungezieferfreies Haus.

Sparherd auf Vormarsch

Seit dem 19. Jahrhundert setzte sich der sogenannte „Sparherd“ durch. Sein Kennzeichen war die eiserne Platte mit herausnehmbaren Ringplatten. Die Töpfe standen direkt über dem Feuer und man verbrauchte weniger Holz. Ein solcher Herd ist im Bauerhaus aus Herrnberchtheim in der Baugruppe Mainfranken-Frankenhöhe in Funktion zu sehen. Solche Herde wurden mancherorts noch bis weit in die 1960er Jahre hinein benutzt. In der Mühle aus Unterschlauersbach steht ein Herd in „Mischform“, auf dem sowohl mit offenem Feuer und mittels Herdplatte gekocht werden konnte. Und im Jagdschlösschen aus Eyerlohe ist ein Herd mit offenem Feuer im Souterrain des Hauses von 1778 zu erleben. Die moderne Einbauküche aus dem Stahlhaus aus Nerreth zeigt schließlich den Zustand der 1960er Jahre. Die Wirtschaftswunderzeit der 1950er Jahre weckte die Reiselust der Deutschen und in der Folge veränderten sich die Rezepte.

Eine offene Sonntagsführung „Von der Küche im Rauchhaus zur Einbauküche“ beginnt um 11 Uhr an der Museumkasse. Kinder sind zum offenen Mitmachangebot „Von der Kuh zum Butterbrot“ in die Stube des Hofes Oberzettlitz von 13 bis 16 Uhr eingeladen.

Related Posts

„Nur ein belebtes Denkmal kann auch überleben“
Neue Auszubildende beginnen
Frankenziegen – Ziegenbart im Trend