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Unfallvermeidungstechnologien erlebbar machen

Mit dem Programm „Vision Zero“ langfristig die Zahl der Toten, Verletzten und Unfälle drastisch minimieren

REGION FRANKEN (tom). Es klingt ein wenig utopisch, ist auf jeden Fall aber ein sehr ambitioniertes Vorhaben: Mit dem Programm „Vision Zero“ setzt sich Continental dafür ein, die Verkehrssicherheit auf den Straßen der Welt derart zu erhöhen, um schrittweise die Ziele keine Verkehrstoten, keine Verletzten und schließlich keine Unfälle mehr zu erreichen. Dafür engagiert sich das Unternehmen aus Hannover exklusiv als einziger Reifenhersteller in der weltweiten Kampagne „Stop the Crash“.

Allein durch die Einführung von Assistenzsystemen wie Sicherheitsgurt, Anti-Blockier-System, Spurhalter oder elektronisches Stabilitätsprogramm hat sich trotz deutlicher Zunahme der Verkehrsdichte die Zahl der tödlichen Unfälle weltweit drastisch reduziert. Mussten 1974 noch 20 Millionen Menschen im Straßenverkehr ihr Leben lassen, sank die Zahl der Getöteten 40 Jahre später auf 1,2 Millionen.

Allerdings entspricht selbst diese Zahl immer noch der Größenordnung einer Stadt wie Dallas. Dazu kommt, dass in einigen Regionen der Welt wie Südostasien oder in Gebieten von Amerika sogar Anstiege zu verzeichnen sind. Das betrifft auch Europa, wo beispielsweise das Baltikum nicht zum rückläufigen Trend beigetragen hat. Selbst in Deutschland sind wirklich deutliche Rückgänge nicht sichtbar. Das liegt unter anderem daran, dass hierzulande immer noch zehn Prozent der Autos kein Anti-Blockier-System haben, sogar 40 Prozent keinen Schleuderverhinderer. „Die deutsche Flotte ist im Schnitt 9,2 Jahre alt“, erläuterte Continental-Sprecher Klaus Engelhart vor Verkehrsjournalisten in München die Hintergründe.

Deshalb soll „Vision Zero“ die „Unfallvermeidungstechnologien für den Endverbraucher sichtbar machen“, so Engelhart. Dazu gehört es auch, das Bewusstsein beispielsweise für den Reifenluftdruck oder die Profiltiefe zu schärfen. Zwischen 20 und 30 Prozent der Wagenlenker in Deutschland sind mit einem falschen Luftdruck in den Pneus unterwegs. So wird häufig auf eine veränderte Beladung ebenso wenig reagiert wie beim Einsatz eines Anhängers. Bei der Restprofiltiefe richten sich immer noch viele Autofahrer nach den in der Praxis völlig unzureichenden und damit sehr gefährlichen Grenzwerten des deutschen Gesetzgebers. Reifenfachleute empfehlen, statt bei den erlaubten 1,6 Millimetern abgefahrene Sommerreifen bereits bei drei Millimetern Restprofil auszutauschen, Winterräder sogar schon bei vier Millimetern.

Klaus Engelhart ist Realist genug, um zu erkennen, dass „eine Welt, in der es keine Unfälle mehr gibt, eine große Zukunftsvision“ darstellt. Mit „Vision Zero“ will der Reifenhersteller aber dazu beitragen die Zahlen „zumindest herunterzukriegen“.

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