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Taubertäler Wandertage

“Auf den Spuren des Pfeiferhannes“

WERTHEIM. Im Rahmen der Taubertäler Wandertage führte der Fremdenverkehrsvereins Wertheim eine Wanderung auf den Spuren des Pfeiferhannes durch. Bei Kaiserwetter konnte der Vorsitzende Udo Klüpfel zahlreiche Wanderfreunde begrüßen und übergab den Wanderstab an die beiden Wanderführer Manfred Görlich und Werner Schleßmann.

Start war in Niklashausen an der Pfeiferhalle. Das Auftreten des jungen Viehhirten Hans Böhm aus Helmstadt, genannt Pfeiferhannes, löste im 15. Jahrhundert eine der größten Wallfahrten im Taubertal aus, die vom Würzburger Bischof jäh erstickt wurde. Durch das Dorf ging es den Berg hinauf zur Beghardenhöhle, wo zur Zeit des Pfeiferhannes ein Einsiedler lebte, weiter zum Sühnekreuz bis zur Luthereiche. Werner Schleßmann war bestens vorbereitet und fesselte an jeder Station die Zuhörer mit hochinteressanten Details über die jeweiligen Vorkommnisse. Als junger gläubiger Bursche hütete Hans Böhm hier in der Gegend das Vieh. Er war beliebt, denn er war sehr redegewandt und musikalisch und spielte bei festlichen Anlässen zum Tanz auf.  Als ihm eines Tages die Jungfrau Maria erschien, begann er zu predigen. In seinen Predigten sprach er dem geplagten Volk aus der Seele und die Kunde verbreitete sich in Windeseile, so dass immer mehr Pilger, sogar aus großen Entfernungen, zu Wallfahrten nach Niklashausen aufbrachen. Mehrere Zehntausend Menschen kamen, er rief sie zur Buße und prangerte auch die Ungerechtigkeit der weltlichen und geistlichen Obrigkeit gegenüber den Armen an. „Die Bischöf´ mit viel Pferd reiten, groß´ Ehr einnehmen, den Säckel füllen, gute Hühnlein essen und den Huren nachlaufen“. Der Würzburger Fürstbischof ließ ihn nachts von Reitern festnehmen und setzte ihn auf der Burg fest. In derselben Nacht machten sich 16000 Wallfahrer mit Dreschflegeln, Mistgabeln, einfachen Waffen und 400 Kerzen über Höhefeld und Neubrunn nach Würzburg auf, um den Pfeiferhans zu befreien. Doch sie wurden von den Soldaten zurückgeschlagen und mußten fliehen, wobei etliche ums Leben kamen. Dem Pfeiferhannes wurde mit falschen Zeugen schnell der Prozess gemacht und wenige Tage später auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Bei herrlichem Wetter erreichten die Wanderer den Neuberg, wo eine Rast eingelegt wurde. Der Ehrenvorsitzende Kurt Schuon hatte zur Freude aller eine „Tankstelle“ aufgebaut, wo die Wandergruppe bei einem Glas Wein den herrlichen Panoramablick ins liebliche Taubertal und etwas später in den Spessart und die Wertheimer Höhe genießen konnte. Mit vielen Eindrücken wurde die nächste Etappe den Götzberg hinunter nach Höhefeld zurückgelegt und zur Einkehr das Gasthaus „Zum Goldenen Adler“ angesteuert.

Vor der Beghardenhöhle in Niklashausen mit Blick in das liebliche Taubertal. Foto: Veranstalter

 

 

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