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Symbolische Schlüsselübergabe im Feuchtwanger Kino

Feuchtwangen. Die Sanierung der ehemaligen Regina-Lichtspiele inmitten der Feuchtwanger Altstadt ist abgeschlossen. Im kleinen feierlichen Rahmen mit fast allen Stadtratsmitgliedern sowie einigen Vertretern des Vereins KulturKino Feuchtwangen hat Bürgermeister Patrick Ruh nun symbolisch den Schlüssel für das „neue Feuchtwanger Kino“ an den Vorstand des Kinovereins Hans Heinrich Unger übergeben. „Das sanierte Lichtspielhaus sieht jetzt wieder wie neu aus“, äußerte Bürgermeister Ruh und sprach dem wiederbelebten Feuchtwanger Kino einem wichtigen Impuls zur Belebung der Innenstadt zu. Der Feuchtwanger Rathauschef dankte dem zuständigen Ingenieurbüro sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des städtischen Bauamtes, die dieses Projekt parallel zu den städtischen Großbaumaßnahmen am Laufen gehalten haben. Dazu honorierte Ruh das Engagement des Kinovereins, die Regina-Lichtspiele als Mieter fortzuführen. Über den künftigen Betrieb informierte Hans Heinrich Unger. Demnach plane der Verein am 21. Januar 2022 die offizielle Eröffnung. Man habe derzeit einen großen Topf mit Vorschlägen, was hier im Kino möglich sei, so Unger. Daraus wolle der Verein vieles ausprobieren, wobei selbstverständlich auch manches nicht funktionieren werde. Letztendlich wolle der Kinoverein seinem Vorstand zufolge für ganz Feuchtwangen ein schönes, interessantes und vielschichtiges Kulturangebot schaffen.
Mit der Komplettsanierung des Bestandgebäudes aus den 1920er Jahren sowie des Nebengebäudes sei nun eine zeitgemäße Nutzung möglich, erklärte Planer Jürgen Häberlein und gab einen groben Überblick über die Maßnahme. Neben einem neuen Dach mussten unter anderem alle Tragwerk- und Deckenkonstruktionen
ertüchtigt werden. Fast alle Wand- und Deckenbeläge wurden laut Häberlein erneuert, zudem wurde ein zweiter Rettungsweg aus dem Obergeschoss über eine außenliegende Treppenkonstruktion geschaffen. Zum eigentlichen Kinosaal musste im Zuge der Sanierung das Nebengebäude integriert werden. Im Erdgeschoss wurde der Anbau als Foyer mit kleinem Gastrobereich mit knapp 30 Plätzen ausgebaut. Im Obergeschoss sind Toiletten, eine Künstlergarderobe sowie Technik- und Lagerräume untergebracht. Besonders hervorzuheben ist die historische Gewölbekonstruktion im Foyer, die mit einem Betonkorsett erhalten und bogenförmig, ähnlich dem Kreuzgang, gestaltet wurde. Trotz der Kompletterneuerung sei es allen Beteiligten stets das wichtigste Ziel gewesen, die Identität und den ursprünglichen Charakter der Regina-Lichtspiele zu bewahren. Mit der bewährten Raumgestaltung des Kinosaals, dem alten Bodenbelag und Decken im Eingangsbereich oder auch dem einstigen Vorführraum sind mehrere Erinnerungen mit Wiedererkennungswert erhalten geblieben.
Kino, Kultur und Bildung – ein Konzept aus drei Säulen
Wie Wolfgang Grebenhof vom KulturKino-Verein abschließend ergänzte, wäre ein ausschließlicher Kinobetrieb nicht möglich gewesen, da diese Zielgruppe allein zu klein sei. Stattdessen sei ein Konzept basierend auf drei Säulen – Kino, Kultur und Bildung – geplant. Der Kinobetrieb ist zum Start an vier Tagen pro Woche und circa 150 Vorstellungen im Jahr vorgesehen und solle von den Mitgliedern des Kinovereins ehrenamtlich gestemmt werden. Zusätzlich soll im neuen Feuchtwanger Lichtspielhaus auch ein kulturelles Bühnenprogramm, koordiniert vom Kulturbüro, präsentiert werden. Darüber hinaus sind vielfältige Nutzungsmöglichkeiten im Bereich Bildung wie beispielsweise von Vereinen oder Schulen denkbar.
Foto: Rebecca Weber