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Sozialverband VdK – Kreisverband Tauberbischofsheim AKTION „WEG MIT DEN BARRIEREN“ IN WERTHEIM

Sozialverband VdK – Kreisverband Tauberbischofsheim AKTION „WEG MIT DEN BARRIEREN“ IN WERTHEIM

Pressemitteilung

Barrierefreiheit ist ein Menschenrecht! Barrierefreiheit ist eine wesentliche Voraussetzung, damit alle Menschen gleichberechtigt am Leben teilhaben können. Das erklärt die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) unmissverständlich. In Deutschland stoßen Menschen mit Behinderung jedoch immer noch auf unüberwindbare Hindernisse. Bestehende rechtliche Vorgaben sind oft unzureichend oder zu unverbindlich. Das muss sich ändern!

Der Sozialverband VdK fordert deshalb: 1. Durch klare gesetzliche Regelungen müssen Wohnungen, öffentliche Gebäude, Verkehrsanlagen und –mittel sowie private Güter und Dienstleistungen für alle zugänglich werden. 2. Barrierefreiheit braucht verbindliche Fristen, Kontrollen und Sanktionen sowie eine entschiedene Förderung durch Bund, Land und Kommunen. 3. Verkehr:  a) der barrierefreie  Um –und Neubau von Bahnhöfen muss forciert werden. Dafür muss der Bund 330 Mill. € pro Jahr zusätzlich zur Verfügung stellen. b) Bahnunternehmen sind gesetzlich zu angemessenen Vorkehrungen zu verpflichten, damit Bahnreisen für alle auch außerhalb der Servicezeiten möglich sind. c) barrierefreies Kabinendesign muss bei der Anschaffung und Umrüstung von Flugzeugen zur Pflicht werden. Dafür braucht es einen Vorstoß der Bundesregierung auf europäischer Ebene. d)  alle Fluggesellschaften, die Deutschland anfliegen, sollen ab 2023 zumindest über eine vergrößerte Bordtoilette verfügen. e) die Barrierefreiheit von Taxen und Mietwagen muss im Personenbeförderungsgesetz bundesweit einheitlich geregelt werden. Für die Beförderung von Fahrgästen im Rollstuhl sitzend soll es Förderungen geben wie Anreize für die Umrüstung (öffentliche Fördermittel und Herstellerrabatte) 4. Wohnungen: Der barrierefreie und altersgerechte Wohnungsbau braucht eine entschiedene Förderung durch den Bund. Die Länder müssen zum Zweckgebundenen Einsatz der Mittel verpflichtet werden. Barrierefreiheit muss verbindliche Voraussetzung der Städtebauförderung werden. Vertreter/-innen von Menschen mit Behinderung sind rechtzeitig einzubinden.

Der Vdk-Kreisvorsitzende des VdK-Kreisverbandes Tauberbischofsheim Kurt Weiland und seine Stellvertreterin Lilo Jaksch wollten mal schauen, wie es mit der Barrierefreiheit im Main-Tauber-Kreis bestellt ist. Zunächst wurden in einer speziellen Schulung durch Frau Celig vom Landesverband alle Vorsitzenden und dessen Obmänner für Behinderte über diese bundesweite Aktion informiert. Diese Aktion wird auch offen im Internet in der Homepage „www.weg-mit-den-Barrieren.de begleitet. Dort kann jeder Bürger (also nicht nur Mitglieder) seine am Ort festgestellten Barrieren auf einer Landkarte kennzeichnen und in einer besonderen Beschreibung deklarieren. Diese Einträge werden vom Vdk-Landesverband sowie vom VdK Bund intensiv verfolgt. Der Idealfall wäre, wenn am Schluss die Erledigung dieser Barriere stehen würde. Die 21 Ortsverbände im des Kreisverbandes TBB wurden gebeten in ihren Ortschaften Rundgänge zu machen, um zu schauen, wo es evtl. Schwachstellen in Bezug auf Barrieren gibt.

Der Kreisverband TBB startete dann eine größere Aktion in Wertheim. Frau Jaksch ist nicht nur stellv. Kreisvorsitzende, sondern auch Ortsverbandsorsitzende von Wertheim-Reicholzheim  (größter OV mit knapp 750 Mitgliedern). In einem sehr netten Erstgespräch mit Herrn Bürgermeister Stein sowie mit Herrn Melzer, Referat Stadtplanung, Hochbau der Stadtverwaltung Wertheim konnten der Kreisvorsitzende K. Weiland und L.Jaksch in die Detailplanung eines Aktionstages gehen. Nun wurde auch kurzfristig am 20.7.16 ein Rundgang/Rundfahrt durch die Stadt Wertheim realisiert. Zu dieser Veranstaltung hat der VdK die politischen Vertreter vom Bund, Land und Kommune eingeladen. Herr Weiland freute sich folgende Gäste zu dieser Veranstaltung begrüßen zu dürfen: Frau Nina Warken (MdB), Frau Dr. Schlegel (MdB), Frau Knittel und Frau Kohut (SPD-Fraktion Wertheim), Herrn Christian Melzer (Baudezernat Stadt Wertheim), den neuen Behindertenbeauftragten im Landratsamt Herrn Karl Höfling, Frau Angie Färber vom Caritas Wertheim, die sich sofort bereiterklärt hat eine Rollstuhlfahrerin mitgebracht hat; Frau Passmann (Rollstuhlfahrerin), Frau Irene Ruff, Rolllatorfahrerin sowie den Obmann der Behinderten im Kreisverband Herrn Winfired Horn. Nach einer kurzen Einführung durch Herrn Christian Melzer wurde der gesamte Ablauf skizziert. Zunächst ging es durch die schöne Altstadt von Wertheim, allen voran die beiden „Mitwirkenden“ Rollstuhlfahrerin Frau Passmann und Rolllatorfahrerin Frau Ruff. Hier wurde recht schnell erkennbar mit welchen kleinen Barrieren die Betroffenen im Alltag zu kämpfen und zu bewältigen haben. Dabei stellt Herr Weiland ganz deutlich klar, dass es dem VdK nicht darum geht eine Stadtverwaltung oder Geschäftsleute an den Pranger zu stellen, sondern dass wir im Rahmen aller Möglichkeit gemeinsam darüber nachdenken, wie man vielleicht mit angemessenem Geldern solche Barrieren beseitigen kann. Gemeinsam konnten wir uns folgende Schwachstellen anschauen und darüber diskutieren, wie diese Barrieren evtl. beseitigt werden können: Hier die Eingaben an die Stadtverwaltung:

– Unterführung Bahndamm in Richtung Tauberbrücke wg. Kopfsteinpflaster schlecht befahrbar

– Einzige HNO-Arztpraxis nur über Treppe erreichbar

– Frisöre nicht ebenerdig erreichbar

– Gehweg zum Tafelladen nicht abgesenkt

– Brummgasse (nicht so steil wie die Hospitalstraße) sehr uneben (Kopfsteinpflaster)

– Geschäfte in der Altstadt sind oft nicht ebenerdig erreichbar; allerdings muss man hier bedenken, dass es in der

Altstadt öfter mal zu Problemen mit Hochwasser kommt und bei einem ebenerdigen Eingang die Schäden noch höher werden.

Alle Teilnehmer zeigten sich erfreut, denn in der Altstadt gibt es eine Apotheke, die eine Barriere (Treppen) ganz toll, unbürokratisch und preiswert gelöst hat, indem sie für die behinderten Menschen an der Hauswand eine Klingel angebracht wurde. Die Kunden klingeln dort und werden dann sogar vor dem Haus bedient! Sehr vorbildlich! Solche Lösungen gibt es auch seitens der Stadt (im Zuge einer energetischen Sanierung der Mehrzweckhalle in Sonderriet wird hier die Barrierefreiheit durch Einbau eines Treppenliftes und eines behinderten WC mit Wickeltisch hergestellt)

Als ersten Höhepunkt durfte die Gruppe die neue Feuerwehrwache in Wertheim besichtigen. Obwohl man hier eigentlich erwarten dürfte, dort werden nur bewegliche und agile Menschen am Werk sein, so wurde uns sehr eindrucksvoll dargestellt, dass die Feuerwache komplett barrierefrei gestaltet wurde. Gleichzeitig erhielt die Gruppe durch eine spezielle Führung (Herrn Melzer und Herr Schwenk, Feuerwehr Wertheim) einen interessanten Einblick in die wertvolle Arbeit der Leitstelle und der Feuerwache insgesamt bekommen.

Der eigentliche Höhepunkt war dann die Fahrt zur herrlichen Burg von Wertheim. Die meisten Gäste waren überrascht, dass selbst die Burg barrierefrei erreichbar ist. Das trifft auch für die neu gestalteten Gasträume zu. In diesen Räumlichkeiten fand dann auch das Abschlussgespräch statt. Alle Beteiligten haben sich  nochmals einen Überblick über vorhandene Barrieren geschaffen und diskutiert, wie diese evtl. beseitigt werden können. Herr Melzer war dankbar für alle Hinweise und hat die Prüfung dieser Barrieren zugesagt. Der neue Behindertenbeauftragte im Landratsamt, Herr Höfling war ebenfalls von dieser Aktion angetan und nutzte das Netzwerk, um den Kontakt zu den einzelnen Ansprechpartner zu bekommen, denn ihm liegt das Thema „Barrierefreiheit“ ebenfalls sehr am Herzen.

Sozialverband VdK – Kreisverband Tauberbischofsheim AKTION „WEG MIT DEN BARRIEREN“ IN WERTHEIM

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AKTION „WEG MIT DEN BARRIEREN“ IN WERTHEIM

Fazit: alle Beteiligten waren sich einig. Dass dies eine sehr informative Veranstaltung war und auf diesem Gespräch weiter aufgebaut werden soll. Auch die anwesenden Politiker/innen brachten zum Ausdruck, dass sie die die Aktion des Sozialverbandes VdK begrüßen und auch weiterhin gerne nach ihren Möglichkeiten unterstützen.

Zum Schluss bedankte sich der Kreisvorsitzende Weiland zunächst bei der Stadtverwaltung Wertheim, Herrn Bürgermeister Stein und Herrn Baudezernent Melzer für die Planung und Durchführung dieser Aktion. Ein weiter Dank ging an Frau Färber vom Caritas für die freundliche Unterstützung sowie an die beiden „Akteure“ im Rollstuhl Frau Passmann und Frau Ruff. Zum Schluss galt der Dank den Vertreter/innen der Politik, dem Behindertenbeauftragten im Landratsamt Herrn Höfling, dem Obmann für Behinderte im Kreisverband Herrn Horn und der stellv. Kreisvorsitzenden und Vorsitzenden des OV Wertheim-Reicholzheim Frau Lilo Jaksch.  Der KV Weiland lud gleichzeitig ein, dass diese Gesprächsrunden in dieser Form weitergeführt werden und zwar immer im Interesse der Menschen mit Behinderung.

Kurt Weiland

Vdk-Kreisvorsitzender des Kreisverbandes TBB

 

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