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Sonderausstellung „Fleisch! Jäger, Fischer, Fallensteller in der Steinzeit“

Vom 19. Mai bis 17. September 2017 im Deutschordensmuseum

Bad Mergentheim. Der Genuss von Fleisch hat heute nicht mehr überall das beste Image, aber Fleisch gilt als unverzichtbarer Motor unserer Evolution. Unseren Vorfahren war es wichtiger Energielieferant für ein größer werdendes Gehirn. So waren die Jagd, der Fischfang und das Fallenstellen über Jahrhunderttausende unverzichtbarer Bestandteil menschlichen Lebens. Die ansprechend zeitgemäß gestaltete Ausstellung „Fleisch! Jäger, Fischer, Fallensteller in der Steinzeit“ gibt einen Überblick über die dabei eingesetzten Techniken und die Entwicklung der verwendeten Waffen und Geräte. Ausgesuchte Beispiele verdeutlichen, wie der steinzeitliche Mensch mit kreativem Erfindungsgeist zum erfolgreichen Jäger und Fischer wurde. Die ausgestellten Waffen und Geräte sind funktionsfähige und originalgetreue Nachbildungen europäischer Funde. Moderne didaktische Medien, digitale Medien, Filme verdeutlichen die Entwicklung von ausgefeilten Techniken.

Seit 2015 gibt es im Deutschordensmuseum die neue Abteilung „Jungsteinzeit im Taubertal“ mit dem berühmten Hockergrab von Althausen. Das Taubertal weist die höchste Funddichte aus der Zeit der Schnurkeramik im gesamten süddeutschen Raum auf. Die Sonderausstellung ergänzt dieses Thema und stellt einen wesentlichen Aspekt des damaligen Lebens – die Jagd – heraus.

In der gemeinsam mit den bekannten Experimentalarchäologen Harm Paulsen und Ulrich Stodiek konzipierten Ausstellung verdeutlichen Rekonstruktionen und Modelle den technischen Erfindungsreichtum der steinzeitlichen Jäger, Fischer und Fallensteller. Alle ausgestellten Waffen und Geräte sind Nachbildungen europäischer Funde.

Unsere frühesten Vorfahren in den afrikanischen Savannen ernährten sich von Blättern und Früchten. Dies änderte sich vor etwa 2,3 Millionen Jahren entscheidend: unsere Vorfahren begannen, ihren Speiseplan um Fleisch zu bereichern. Fleisch und Fisch sind mit ihrem hohen Anteil an Nährstoffen optimale Energielieferanten – Treibstoff für das Gehirn. Mit dem größeren Gehirn wurden wir schlauer und begannen, effektive Waffen und ausgefeilte Jagdtechniken zu erfinden. Werden jedoch heute meist nur die „besten Teile“ eines oft in Massenhaltung gezogenen Schlachttieres verwertet, haben die steinzeitlichen Menschen alle Teile des in freier Wildbahn erlegten Beutetiers verwendet. Und sie erfanden das Feuer.

Höhepunkt der Ausstellung sind authentische Nachbildungen von archäologischen Sensationsfunden wie die ältesten Jagdwaffen, die Schöninger Speere oder die Lehringer Lanze.

Anpassungsfähigkeit an verschiedenste Nahrungsquellen ist das Erfolgsrezept der Menschen. Und so ersannen bereits die Neanderthaler Möglichkeiten, die fischreichen Flüsse, Seen und Meeresküsten zu nutzen. Die ältesten bekannten Harpunen und Querangeln stammen vom Ende der letzten Eiszeit und sind etwa 15.000 Jahre alt.

Dauerausstellung „Jungsteinzeit im Taubertal“:
Althäuser Hockergrab, Foto: Holger Schmitt

 

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