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Schüler der Comenius-Realschule und der Hauptschule Urphar-Lindelbach folgen gebannt den Ausführungen des „Ex-Knackis“ und „Bibelrauchers“ Wilhelm Buntz.

Schüler erleben „Ex-Knacki“

Kurz bevor die Corona-Krise keine größeren Zusammenkünfte mehr zuließ, kam eine Veranstaltung an der Comenius-Realschule (CRW) auf Initiative einer Schülerin zustande. Nele Tschöp aus einer 10. Klasse zeigte ihrem Religionslehrer ein handsigniertes Buch mit dem Titel „Der Bibelraucher“, geschrieben von Wilhelm Buntz, der sich im Untertitel selbst als „Ex-Knacki“ bezeichnet. Nele kannte den Autor von einer früheren Veranstaltung und beide kamen in der Aula der CRW gleich wieder ins Gespräch. So wie in dem Buch stellte der Autor auch vor den Schülern sein Leben vor, das von Geburt an schwer belastet war. Er sei von Anfang an von seinen Eltern verstoßen worden und habe irgendwann beschlossen, nichts mehr fühlen zu wollen. Nur so hätte er sich vor weiteren seelischen Verletzungen schützen können. Als Mensch ohne Gefühle habe er aber schließlich schwere Straftaten begangen.

Im Gefängnis habe er dann eine Bibel erhalten und deren Seiten sieben Jahre lang zwar gelesen, aber dann doch nur als Papier zum Zigarettendrehen benutzt. Authentisch und vollkommen offen zeigte „der Bibelraucher“ auf, wie unendlich tief er in seinem Leben gefallen war und es doch keine noch so düstere Lebenslage gibt, aus der heraus nicht die Wende zu einem guten Leben möglich ist. Bei ihm habe diese Veränderung das Neue Testament bewirkt, besonders die Lektüre der Bergpredigt, die ihm gesagt habe, dass er „Salz der Erde“ und nicht „bitteres Gift“ sei. Und im 1. Johannesbrief habe ihn in Kapitel 9 die Rede von der Vergebung beeindruckt. Er selbst habe seine Veränderung zum Guten erst gar nicht bemerkt, aber seine Zellennachbarn im Gefängnis, die diese Veränderung allerdings als Krankheit diagnostiziert hätten. Die Schüler waren sehr beeindruckt, besonders von der Offenheit, mit der „der Bibelraucher“ über sein Leben sprach sowie von der als überaus angenehm empfundenen Art seiner Darbietung.

Auf die Frage von Konrektor Dieter Fauth, wie die Schule ihren Schülern aus unteren sozialen Milieus besser helfen könne, meinte Buntz, wichtiger als Wissen zu vermitteln sei Zuwendung. Dabei sei der Schüler als Einzelner ernst zu nehmen, der nicht hinter der Schülergruppe verschwinden dürfe.

 

Foto: Dieter Fauth

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