Respekt, Wertschätzung und Anerkennung der Polizei sind Bestandteile der Demokratie

Tauberbischofsheim / Main-Tauber-Kreis. Zu einem Gesprächsaustausch besuchte MdL Professor Dr. Wolfgang Reinhart das Polizeirevier in Tauberbischofsheim und dessen Führungsspitze. Im Mittelpunkt standen insbesondere die personellen und materiellen Anforderungen sowie Herausforderungen, Belastungen und Wünsche der Polizei im ländlichen Raum des Main-Tauber-Kreises. „Ich schätze die Arbeit und die Einsatzbereitschaft der Polizeikräfte sehr“, bekräftigte der Landtagsvizepräsident und Wahlkreisabgeordnete gegenüber dem Polizeirevierleiter und Ersten Polizeihauptkommissar Gerald Olma sowie dem Polizeihauptkommissar und Leiter der Führungsgruppe Markus Winkler. Neben der Bildung und den Lehrkräften seien die Polizei und deren rund 24.000 Beamtete einer der größten Haushaltsposten und wesentlichen Kernaufgaben des Landes, hob Wolfgang Reinhart hervor. Einer der Hauptthemen der vergangenen Jahre war der Generationenwechsel in Verbindung mit dem demografischen Wandel der Polizeidienststelle in Tauberbischofsheim, die inklusive dem Polizeiposten im i-Park Tauberfranken in Lauda-Königshofen insgesamt über 60 Beschäftigte zählt, berichteten die beiden Revierbeamten. Hinzu kommen circa 20 Beamte der Kriminalpolizei, die zwar ebenfalls im selben Haus in Tauberbischofsheim ansässig ist, jedoch dem Polizeipräsidium Heilbronn zugerechnet werden sowie ihren Zuständigkeitsbereich im gesamten Main-Tauber-Kreis zwischen Creglingen und Freudenberg hat. „Alleine in diesem Frühjahr kommen sieben junge Kolleginnen oder Kollegen neu hierher ans Revier. In den nächsten etwa dreieinhalb Jahren gehen 19 Kollegen in Pension“, verdeutlichte Gerald Olma gegenwärtige und vorausschaubare personelle Übergangssituationen. Insofern liege im Wissens- und Erfahrungstransfer zwischen den älteren und jungen Polizeirevierkräften eine spezielle Aufgabe. „Früher haben die jüngeren viel von den erfahrenen Kollegen lernen und sich aneignen können. Durch den jetzigen staken Wechsel versuchen wir viel durch Fortbildungen intern zu vermitteln wie zum Beispiel bei Einsätzen auf der Autobahn“, ergänzte Markus Winkler. Es zeige sich, dass viele jüngere Polizeikräfte nach ihrer Ausbildung im ländlichen Raum ihren Dienst verrichten wollen. Niedrigere Immobilienpreise und Lebenshaltungskosten sowie hohe Lebensqualität besonders für Familien mit Kindern seien beispielsweise wesentliche Gründe dafür. „Auf dem Land ist im Vergleich zu den großstädtischen Ballungsräumen die Welt auch für den Polizeidienst noch relativ in Ordnung“, nannten Olma und Winkler weitere berufliche Gründe. Die Kriminalitätsrate sei bei ungefähr 1.600 bis 1.800 Straftaten per anno in den vergangenen Jahren etwa gleichgeblieben“, bilanzierten der Polizeirevierleiter und sein Stellvertreter. Während die Anzahl tödlicher Verkehrsunfälle etwas zurückgegangen sei, müsse ein deutlicher Anstieg von Fahrradunfällen verzeichnet werden. Dies habe durch die steigenden Zahlen an Radfahrern insbesondere im E-Bike-Sektor zuzüglich zumeist längeren Tourenstrecken und damit höheren Kilometerleistungen –allerdings plausibel nachvollziehbare Gründe. „Es ist sehr wichtig, dass sich die Polizei nicht aus der Fläche des ländlichen Raums zurückzieht, sondern weiterhin mit ausreichend personeller Stärke präsent ist. Dies gilt sowohl für Einsätze und Streifendienste als auch für Präventionsaufgaben und den Bereich der Ausbildung. Von daher ist es wegweisend, dass mit der Polizeihochschule Wertheim seit 2018 wieder ein Ausbildungsstandort dauerhaft in unserer Heimat angesiedelt ist, was mir ein Herzensanliegen war“, so Wolfgang Reinhart weiter.

„Die Widerstandhaltungen mancher Bürger gegenüber der Polizei und sogar auch gegenüber ehrenamtlichen Einsatzkräften von Hilfsorganisationen wie etwa Feuerwehrkräften oder Rettungssanitätern nehmen zu“, bestätigten Gerald Olma und Markus Winkler mit großem Bedauern. Vor allem deshalb werde versucht, zum Beispiel in Berufsschulen den Kontakt mit jungen Menschen im Alter von etwa 16 bis 20 Jahren herzustellen, um für mehr Verständnis und Empathie für die Arbeit der Polizei und anderen Hilfsorganisationen zu werben.

„Respekt, Wertschätzung und Anerkennung gegenüber den Polizeikräften sind Bestandteile der Demokratie und Rechtsordnung“, gab Wolfgang Reinhart zu bedenken. Abschließend versicherte der Landtagsvizepräsident und Wahlkreisabgeordnete, sich weiterhin für eine Unterstützung der Polizei durch die Landesregierung und das Land Baden-Württemberg einzusetzen.

Fotountertext: Zu einem Gesprächsaustausch besuchte MdL Professor Dr. Wolfgang Reinhart (links) das Polizeirevier in Tauberbischofsheim sowie dessen Führungsspitze mit Leiter Gerald Olma (rechts) und Stellvertreter Markus Winkler. Foto: Peter D. Wagner