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Reisetipp: Die etwas andere Insel in der Ostsee bietet Natur und Beschaulichkeit

Softeis im Sonnenparadies

FEHMARN. (tom) Die nette Vermieterin der Wohnung im Nordwesten von Fehmarn hatte eindringlich davor gewarnt, sich große Hoffnungen zu machen, während der Ferien per Internet oder E-Mail mit der Außenwelt in Verbindung treten zu wollen. Und tatsächlich: Die kleine Insel in der Ostsee entpuppt sich in der Realität diesbezüglich als eine Enklave. Riesige Windräder sind bedeutend häufiger anzutreffen als öffentliches W-Lan, für welches das etwas abseits und ziemlich versteckt gelegene Tourismusbüro eine eigene, wenn auch unvollständige Liste mit teilweise auch noch kostenpflichtigen Hotspots den Netzwerkern zur Verfügung stellt.

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Fast schon ein wenig dänisch: Straßenzug in Burg, dem Hauptort der Insel Fehmarn. Foto: Leo Kneißl

Auch wenn er auf den Adressen von Schleswig-Holsteins einziger Ostseeinsel stets vermerkt ist: Einen Ort namens Fehmarn gibt es überhaupt nicht. Es ist dies so etwas wie ein Sammelbegriff für die 43 Gemeinden des drittgrößten deutschen Eilandes, die vor 13 Jahren als Stadt Fehmarn mit dem Hauptort Burg fusionierten.
Bereits 53 Jahre lang ist Fehmarn über eine Brücke mit dem Festland verbunden. Wer diese überquert hat, fühlt sich fast schon wie in einer anderen Welt. Rund um die Insel mit seinen fast 80 Kilometern Strand verteilen sich an der Ostsee mehr als ein Dutzend Campingplätze. Bei der Fahrt durch die Orte entsteht der Eindruck, dass beinahe jeder der zahlreichen Bauernhöfe mit den meist sehr eindrucksvollen Backsteinbauen auch Ferienwohnungen anbietet.
Natur und Ursprünglichkeit erleben auf der von rekordverdächtigen rund 2200 Sonnenstunden verwöhnten Insel eine ganz neue Bedeutung. Etwa 300 Kilometer ausgeschilderte Radwege führen häufig direkt entlang der Küste, wo schon mal ein Reh durch eine Wohnstraße im winzigen Flecken Marienleuchte spaziert. Auf dem Deich ist der Kontakt zu den weidenden Schafen fast schon inbegriffen. Eine Route führt auch an einem Gedenkstein aus rotem Granit vorbei, der an den letzten Auftritt von Jimi Hendrix 1970 erinnert, der dort zwölf Tage vor seinem Tod beim chaotischen „Love and Peace-Festival“ spielte. Für die geruhsameren Charaktere finden sich rund um die Insel ideale Angelreviere für Aal, Dorsch, Plattfisch, Meerforelle oder Hornhecht.
Eine Besonderheit auf der Insel sind die diversen Hofcafés. Hier werden in gemütlicher und fast schon heimeliger Atmosphäre selbstgebackene Kuchen und leckere Kaffeespezialitäten offeriert. Ansonsten bieten sich zahlreiche Restaurants und Lokale an, in denen Fisch in allerlei Variationen natürlich ganz oben auf der Speisekarte steht.
Beschaulicher und eine Nummer kleiner als anderswo fallen auch die Sehenswürdigkeiten aus. Ein Muss ist das Wasservogelreservat Wallnau mit seinen Teichen und Schilfgürteln, wo die Besucher Säbelschnäblern oder Sandregenpfeifern ins Wohnzimmer schauen können und sich auch schon mal eine Seeschwalbe ohne Scheu mit in den bunkerartigen Beobachtungsunterstand setzt. Kein Wunder, gilt das Naturschutzgebiet im Westen von Fehmarn als bedeutendstes Luft-Drehkreuz Deutschlands für Zugvögel, sozusagen das „Frankfurt Rhein-Main der gefiederten Freunde“. Einen Abstecher verdient hat auch das sehr liebevoll in einer Mühle von 1787 eingerichtete Museum in Lemkenhafen, das Einblicke in die Kulturgeschichte Fehmarns ermöglicht. Einen prächtigen Rundblick bietet der Leuchtturm von Flügge im Südwesten der Insel. Er ist mit 37 Metern das höchste von fünf Leuchtfeuern auf dem Eiland und als einziger für die Öffentlichkeit über 162 Stufen zugänglich. Sogar Trauungen werden in luftiger Höhe vorgenommen.

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Fast schon ein wenig schwindlig: Treppenhaus des höchsten Leuchtturms in Flügge mit seinen 162 Stufen. Foto: Leo Kneißl

Was neben der Internet-Diaspora bleibt, ist das auf der Insel offenbar unkonventionelle Agieren. So mutet es schon etwas seltsam an, wenn Gäste, die um 21.02 Uhr ein durchaus der gehobeneren Gastronomie zuzuordnendes Restaurant betreten, gesagt bekommen, die Küche habe seit zwei Minuten geschlossen. Und wenn die mit bunten Flyern beworbene Minigolf-Anlage in einer argen Hinterhof-„Romantik“ gelegenen Bootshalle am Hafen von Burgstaaken einfach trotz vermeintlicher Betriebszeit geschlossen hat, fühlt sich der Besucher denn doch etwas veräppelt.
Zum Glück bietet Fehmarn genügend Trost für derartige Unzulänglichkeiten. Geradezu eine Sünde ist es, den winzigen Laden in Burg zu ignorieren, wo Reinhard Barnasch und Sohn Kim bereits in vierter Generation Softeis herstellen, das nach skandinavischem Vorbild ungeheuer milchig und cremig schmeckt. Und zum Abschluss des Tages lohnt ein Abstecher zum Strand von Westermarkelsdorf, wo die Sonne in karibischen Rottönen langsam in der Ostsee verschwindet.

 

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