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Als U21-Trainer des 1. FC Nürnberg und Mitglied beim NLZ- Leitungsteam beantwortet der Fußballprofi unsere Fragen

Dinkelsbühl/Feuchtwangen/Rothenburg. Viele junge Nachwuchsfußballer aus der Region wollen irgendwann ihren Traum verwirklichen und Profifußballer werden. Viele haben sich deshalb den Nachwuchsleistungszentren (NLZ) der SpVgg Greuther Fürth oder des 1. FC Nürnberg angeschlossen. BLICKLOKAL sprach jetzt mit dem U21-Trainer des Clubs, Reiner Geyer, der auch zum Dreigestirn des NLZ-Leitungs-Teams beim 1. FC Nürnberg gehört.

Seit Ende Mai 2017 ist der frühere Clubspieler Reiner Geyer Trainer der U21 beim 1. FC Nürnberg. Auch gehört er dem NLZ-Leitungs-Team an. Foto: 1. FC Nürnberg

BLICKLOKAL: Herr Geyer, wie ist es, nach einer 29-jährigen Odyssee durch Deutschlands Fußball-Stadien wieder beim Club gelandet zu sein?
Geyer: Es war eine lange Zeit dazwischen, mit vielen Höhen, aber auch Tiefen, wie das im Fußballerleben eben so ist. Aber insgesamt war es eine wunderschöne Zeit.
BLICKLOKAL: Wie sehen Sie im Rückblick auf Ihre Zeit als aktiver Spieler beim Club (1978 – 1988) zurück?
Geyer: Die Saison 1984/85 war natürlich das Highlight. Nach der Spielerrevolte sind wir mit einer blutjungen Mannschaft, vorwiegend aus dem eigenen Nachwuchsbereich, sensationell in die Bundesliga aufgestiegen.
BLICKLOKAL: 1983 absolvierten Sie angeblich ein Probetraining beim HSV; entschieden sich aber für den Club?
Geyer: Das stimmt wirklich. Ich habe gerade eine Ausbildung zum Bürokaufmann gemacht, als ich zum dreitägigen Probetraining unter dem Trainer Ernst Happel eingeladen wurde. Weil mir aber zeitgleich auch ein Angebot vom Club unterbreitet wurde, blieb ich als bodenständiger Franke beim 1. FC Nürnberg. Der HSV wollte mich aber auch verpflichten.
BLICKLOKAL: Bereits im Alter von 27 Jahren beendeten Sie Ihre Profi-Karriere. Wie kam es dazu?
Geyer: In meinem ersten Pflichtspiel bei Schweinfurt 05 erlitt ich nach einer Viertelstunde einen Kreuzbandriss. Das war das Ende meiner aktiven Karriere.
BLICKLOKAL: Nur ein Jahr später stiegen Sie in Vestenbergsgreuth ins Trainergeschäft ein. Wo erlebten Sie ihre schönste Trainerstation?
Geyer: Diese Frage ist ganz schwer zu beantworten. Es waren zwei Aufstiege in die 2. Bundesliga und ein Aufstieg in die erste Liga dabei, auch zwei Halbfinalteilnahmen um die Deutsche Meisterschaft und sehr viele Spieler wurden Profis.
BLICKLOKAL: Am 25. Mai 2017 wurden Sie als neuer U21-Trainer und Mitglied im NLZ-Leitungs-Team beim Club vorgestellt. Wie kam der Kontakt zustande?
Geyer: Der Kontakt war über Michael Köllner entstanden; beim zweiten Gespräch war auch FCN-Sportvorstand Andreas Bornemann dabei. Für mich war die Rückkehr insofern etwas Besonderes, weil ich beim Club meine schönste Zeit als Spieler erlebt hatte.
BLICKLOKAL: Wo sehen Sie Stärken und Schwächen des NLZ beim 1. FC Nürnberg? In welchem Bereich gilt es, sich noch zu verbessern?
Geyer: Verbessern kann man sich stets. Als ich hierher kam, stieß ich aber in vielen Bereichen schon auf ein hohes Level. Die Voraussetzungen beim Club sind sehr gut und jeder Spieler findet hier beste Voraussetzungen vor.
BLICKLOKAL: Wie schätzen Sie den aktuellen Kader der U21 ein? Wer könnte als nächstes den Sprung zu den Profis schaffen?
Geyer: Wir haben im U-Bereich viele talentierte Spieler, die sich täglich verbessern wollen und die den Sprung irgendwann schaffen können. Einzelne zu nennen, verbietet sich eigentlich, weil dazu auch Glück und der zeitlich richtige Moment gehören.
BLICKLOKAL: Wie will der Club einen erneuten Abstieg der U19, wie vor einigen Jahren geschehen, vermeiden? Aktuell nimmt man einen Abstiegsplatz ein.
Geyer: Ich habe nahezu alle Spiele der U19 verfolgt. Es waren fast durchgehend sehr enge Spiele. Deshalb bin ich davon überzeugt, dass wir am Ende die Bundesliga halten werden.
BLICKLOKAL: Warum würden Sie jungen Talenten aus der Region raten, anstatt zur SpVgg Greuther Fürth dann doch lieber zum Club zu wechseln?

Geyer:Weil diese beim 1. FC Nürnberg die besten Möglichkeiten und Voraussetzungen haben, sich in allen notwendigen Bereichen so zu entwickeln, wie es notwendig ist, um sich den Traum vom Profifußball zu verwirklichen.

BLICKLOKAL: In welcher Funktion ist es schöner beim Club: Früher als Spieler oder heute als Trainer?
Geyer: Die Zeit als Spieler war natürlich genial. Als Trainer macht es aber genauso Spaß, zu sehen, wie sich die einzelnen Spieler individuell und die Mannschaft insgesamt in vielen Bereichen weiter entwickeln.

Interview: Heinz Meyer

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