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Quelle im Schussbach

BAD WINDSHEIM. Das frühere Wassergewinnungsgebiet Altselingbach liegt ca. 15 km östlich von Bad Windsheim in den Gemeindegebieten Markt Erlbach und Trautskirchen. Mit Beschluss des ehemaligen Königlichen Bezirksamtes Neustadt a. d. Aisch vom 8. Januar 1910 wurde der Stadtgemeinde Windsheim die unbefristete Erlaubnis erteilt, zum Zwecke der Wasserversorgung 6 l/s Grund- und Quellwasser zutagezufördern und abzuleiten. In den Jahren 1909 bis 1912 wurden daraufhin auf Beschluss des Magistrats der Stadt Windsheim dort  8 Quellen erschlossen, sowie das Wasserhaus als Pumpstation zur Versorgung von Windsheim errichtet. 1977 wurde zur Steigerung der Fördermengen ein zusätzlicher Tiefbrunnen gebohrt. Das im Gewinnungsgebiet Altselingsbach gewonnene Wasser wurde in einen Saugbehälter (351 m ü. NN) geleitet und von dort mittels Kreiselpumpen über eine rund 8,3 km lange Druckleitung zum Hochbehälter Mailheimer Steige (435 m ü. NN) gefördert. Von dort floss es im freien Gefälle über eine ca. 10,9 km lange Druckleitung dem Hochbehälter Weinturm (366 m ü. NN) zu. Der jährliche Wasserbedarf der Stadt Bad Windsheim (Hauptort) betrug im Jahr 1999 rund 1,1 Mio. m 3 Trinkwasser und konnte nur zu rund 1/3 durch die städtische Wassergewinnungsanlage Altselingsbach gedeckt werden. Zur Abdeckung der durch die Eigenanlage nicht verfügbaren Wassermen-ge wurde zusätzlich Fernwasser vom Zweckverband Fernwasserversorgung Franken (FWF) bezogen. Bereits vor dem Jahr 1998 traten wiederholt Probleme mit mikrobiolo-gischen Verunreinigungen und der zeitweise erhöhten Trübung des gewonnenen Wassers auf. Regenfälle führten des Öfteren zu unzulässig starken Trübungen und Verkeimungen, sodass die Wassergewinnung trotz vorhandener permanenter Desinfektion mittels Chlorgas zum Teil bei Starkniederschlägen vorübergehend komplett eingestellt werden musste. Folgerichtig wurde Anfang 2000 durch die Stadtwerke die Aufgabe der Eigenwassergewinnung Altselingsbach beschlossen und im März 2001 die Eigenwassergewinnung schließlich eingestellt. Weitere 15 Jahre fristeten die Wassergewinnungsanlagen ihr Dasein „im Ruhestand“, ehe schließlich letztes Jahr bis auf einen alle Quellschächte sowie der Tiefbrunnen fachmännisch zurück gebaut wurden. Aus der letzten verbliebenen Schussbachquelle ist nun ein attraktiver Rastplatz für Wanderer geworden, welcher am 22. Mai im Beisein von Bürgermeister Bernhard Kisch und seiner Kollegin Dr. Birgit Kreß aus Markt Erlbach eingeweiht wurde. Der Quellauslauf mit einer Schüttung von rund 1 Liter pro Sekunde und erfrischendem 9 Grad kalten Wasser wurde so gestaltet, dass ihn Wanderer für ihre müden Beine als „Kneipp-Becken“ nutzen können. Auch wenn das Quellwasser nicht mehr den offiziellen Segen als Trinkwasser hat, ist es als Durstlöscher ebenfalls bestens zu gebrauchen, wie sich die anwesenden Ehrengäste überzeugen konnten. Die Gestaltung der Quelle war eine gemeinsame Aktion der Bad Windsheimer Stadtbetriebe und der Stadtwerke Bad Windsheim. Abgerundet wird der neue Rastplatz durch eine ansprechende Sitzgarnitur, welche durch die Bad Windsheimer Stadtförsterei gezimmert und aufgestellt wurde. Wer die neu gestalteten Quelle gerne aufsuchen möchte, erwandert diese am besten vom Waldhaus im Schussbachwald aus über den ausgeschilderten ca. 8 km langen Rundwanderweg BW 5.

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