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Öffentlicher Gesundheitsdienst (ÖGD): Land stockt Personal weiter auf

 
Tauberbischofsheim / Main-Tauber-Kreis. Das Land Baden-Württemberg hat in den Gesundheitsämtern und weiteren Bereichen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) im Zuge der Corona-Pandemie bisher 264 Stellen neu geschaffen, von denen bereits 251 Stellen besetzt sind. Nach Mitteilung des Landesministeriums für Soziales, Gesundheit und Integration seien damit die Vorgaben für die erste Tranche des Bund-Länder-Paktes „übererfüllt“ worden, nachdem ursprünglich rund 200 Stellen vorgesehen waren. „Die Coronapandemie hat uns gezeigt, wie wichtig ein leistungsfähiger Öffentlicher Gesundheitsdienst für die Krisenbewältigung ist“, hebt Landtagsvizepräsident Professor Dr. Wolfgang Reinhart explizit hervor. Deshalb seien für dieses Jahr insgesamt 467 neue Stellen in den Gesundheitsämtern der Landkreise und den Städten sowie in Regierungspräsidien und im Ministerium einschließlich Landesgesundheitsamt geplant. „Zu den bisherigen Schutz- und Überwachungsaufgaben des ÖGD sind viele steuernde, partizipative und gesundheitsfördernde sowie multiprofessionelle Tätigkeiten hinzugekommen. Vor allem hat der ÖGD nicht zuletzt mit der Pandemiebekämpfung enorme Herausforderungen zu bestehen. Dafür braucht es eine angemessene Personalausstattung“, ließ das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg im November 2021 in einem Schreiben an die Landrätinnen und Landräte verlautbaren. Wegen der Corona-Pandemie hatten Bund und Länder 2020 den Pakt für den ÖGD beschlossen, wonach der Bund den Ländern zur Schaffung und Besetzung von insgesamt 5.000 Stellen deutschlandweit bis 2026 Finanzmittel in Höhe von 3,1 Milliarden Euro zur Verfügung stellt. Ziel ist es, das Personal vor allem in den rund 400 Gesundheitsämtern in Deutschland – davon 38 in den Stadt- und Landkreisen Baden-Württembergs – aufzustocken. „Seit Beginn der Pandemie stehen diese wegen der Kontaktnachverfolgung, Ermittlung von Infektionszahlen und Überwachung von Schutzvorgaben unter einer erheblichen Dauerbelastung“, erklärt Wolfgang Reinhart. Zudem sehe der Pakt eine Modernisierung und bessere Vernetzung der Verwaltung vor. Baden-Württemberg hatte in der ersten Tranche bis Ende 2021 205 Stellen zu schaffen und zu besetzen. Davon entfallen nach Angaben des hiesigen Landratsamtes auf den Main-Tauber-Kreis 1,5 Stellen im höheren Dienst, 1,0 Stellen im gehobenen Dienst und 1,0 Stellen im mittleren Dienst. Im Rahmen der zweiten Tranche des Paktes hat Baden-Württemberg insgesamt 467 Stellen auf allen Ebenen des ÖGD zu erbringen; davon entfallen knapp 414,5 Stellen (90 Prozent) auf die Gesundheitsämter. „Ausschreibungs- und Besetzungsverfahren für diese Stellen laufen“, teilte das Gesundheitsministerium hierzu mit. Die Aufteilung werde unter anderem auf Basis der Einwohnerzahlen bemessen.
Auf den Main-Tauber-Kreis sollen nach Angaben der Pressestelle des Landratsamtes voraussichtlich 6,25 Stellen entfallen, davon drei auf den höheren, 1,25 auf den gehobenen Dienst und zwei Stellen auf den mittleren Dienst. Das Sozialministerium habe in den nächsten Wochen Planungsgespräche mit den Gesundheitsämtern zur Besetzung der Neustellen der zweiten Tranche avisiert. Ein Termin für das Gespräch mit dem Main-Tauber-Kreis sei nach Auskunft von Pressesprecher Markus Moll bislang allerdings noch nicht festgelegt.
„Unabhängig von den geplanten Stellenmehrungen ist festzustellen, dass sich die Stellenbesetzung von vakanten Stellen im ÖGD, also auch im Gesundheitsamt Main-Tauber-Kreis, vor allem im Bereich der Ärzte, als sehr schwierig erweist“, so Moll weiter. Die Besetzung der voraussichtlich zugehenden 6,25 Stellen, insbesondere der 3,0 Stellen im ärztlichen Bereich, dürfte deshalb entsprechend schwerfallen, zumal der Fachkräftemangel bei Ärzten auch die niedergelassenen Praxen sowie den Klinikbereich betreffe und zum anderen das Aufgabenfeld des ÖGD aus vielerlei Gründen noch nicht attraktiv genug erscheine. Mit dem Pakt für den ÖGD wolle man dies ebenfalls Schritt für Schritt verändern, indem mehr Stellen für Leitungskräfte und attraktive Entwicklungsmöglichkeiten geschaffen werden sollen.
Ergänzend weisen sowohl Wolfgang Reinhart als auch das Landratsamt darauf hin, dass der Kreistag bereits im Jahr 2020 sechs zusätzliche kommunale Stellen im mittleren und gehobenen Dienst für das Gesundheitsamt beschlossen habe, die in der Folge auch besetzt worden seien und seither das Team des Gesundheitsamtes verstärken. „Damit ist der Landkreis auf eigene Kosten in Vorleistung gegangen und hat die insgesamt 5,25 zusätzlichen Stellen im mittleren und gehobenen Dienst aus beiden Tranchen bereits geschaffen, sie werden künftig aus Landesmitteln finanziert. Bei den zusätzlichen 0,75 Stellen bleibt es bei der Finanzierung auf Kreiskosten“, betont Reinhart.
 
Bilduntertext:
Auch im Gesundheitsamt des Main-Tauber-Kreises ist eine Neuschaffung von Stellen vorgesehen.
Foto: Büro Reinhart / Tanja Frühauf