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Oberbürgermeister Herrera Torrez im Amt vereidigt

850 Gäste in der Main-Tauber-Halle

Wertheim. Jetzt ist Wertheims neuer Oberbürgermeister auch offiziell in Amt und Würden. Markus Herrera Torrez wurde am Freitagabend im Rahmen einer öffentlichen Gemeinderatssitzung von seinem ersten ehrenamtlichen Stellvertreter, Bernd Hartmannsgruber, vereidigt und verpflichtet. Rund 850 Gäste wollten bei dem Ereignis in der Main-Tauber-Halle dabei sein. Die große Resonanz war eine organisatorische Herausforderung und sorgte schließlich dafür, dass die Amtseinsetzung erst mit Verspätung beginnen konnte. Denn bis hinaus auf die Straße reichte die Schlange derer, die Markus Herrera Torrez die Hand reichen und ihm gratulieren wollten.
Schließlich konnte es dann aber doch losgehen und zwar mit zwei Künstlerinnen aus der Familie des neuen Oberbürgermeisters. Meica Lüchow, die Schwester seiner Verlobten Aline Pawliczak, an der Harfe, und seine eigene Schwester, Maya Herrera Torrez am Klavier, eröffneten mit ihren musikalischen Beiträgen das Programm.
Einen Vergleich mit dem Frühling, in dem die Natur ihren alljährlich wiederkehrenden Neuanfang erlebt, zog Bernd Hartmannsgruber. „Auch wir in Wertheim erleben in diesen Tagen einen kommunalpolitischen Neubeginn“, sagte er. Er wünschte dem neuen OB, dass dieser „mit Kraft, Mut und Beharrlichkeit Problemsituationen meistern“ werde und dass er in der Bürgerschaft den positiven Widerhall seiner Bemühungen empfangen und genießen dürfe. Wie die meisten Redner nach ihm dachte Hartmannsgruber in diesem Moment aber auch an den erkrankten Vorgänger von Herrera Torrez, Stefan Mikulicz, dem er unter starkem Beifall Genesungswünsche zukommen ließ. Dann vereidigte er den neuen Oberbürgermeister, verpflichtete ihn mit Handschlag und hängte ihm die Amtskette um. Langanhaltender Applaus folgte.
Gute Zusammenarbeit zugesichert
„Wir als Regierungspräsidium stehen an Ihrer Seite“, sicherte Regierungspräsident Wolfgang Reimer eine gute Zusammenarbeit zu. Die lohne sich auch für die Kommune angesichts zahlreicher Förderprogramme seiner Behörde. In Anbetracht schwieriger Voraussetzungen als Flächengemeinde mit zahlreichen Teilorten sei es wichtig, dass Wertheim mit Mitteln aus dem Ausgleichsstock unterstützt werde. Der Regierungspräsident, der viele Zuhörer mit einigen grundsätzlichen philosophisch-politischen Ausführungen überraschte, beglückwünschte die Bürgerinnen und Bürger zu ihrer Wahl. Die Geschicke der Stadt lägen beim neuen OB sicher in guten Händen.
Das große Interesse an der Amtseinführung nannte Landrat Reinhard Frank „ein ganz großartiges Zeichen der Bürger für die Identifikation mit und das Engagement für ihre Stadt“. Er kündigte an, dass die Große Kreisstadt ein künftiger Investitionsschwerpunkt des Landkreises sein werde und nannte beispielhaft die Sanierung und den Ausbau des Beruflichen Schulzentrums in Bestenheid. Aber auch die Verbindungen durch das Kloster Bronnbach sprach er an.
Für den Gemeinderat gratulierte Brigitte Kohout. Sie wünschte „ein offenes Miteinander, eine gute Streitkultur getragen von einem respektvollen Umgang und den Mut und die Größe, immer wieder aufeinander zuzugehen, einander die Hand zu reichen“. Die Rednerin hieß nicht nur Markus Herrera Torrez, sondern auch seine Verlobte Aline Pawliczak willkommen. „Wertheim ist neugierig auf euch“, sagte sie.

OB Herrera Torrez: „Gegenseitig Vertrauen schenken“
Neugierig waren die Anwesenden dann auch auf die erste Rede des frisch vereidigten Oberbürgermeisters. Der zeigte sich „noch immer überwältigt und dankbar für das große Vertrauen“. Am Tag der Amtseinsetzung spüre er aber auch große Demut. Herrera Torrez konstatierte eine Aufbruchstimmung und „eine regelrechte Begeisterung für die Kommunalpolitik quer durch alle Altersschichten“. Auch er richtete Genesungswünsche an seinen Amtsvorgänger, dankte aber auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung mit Bürgermeister Wolfgang Stein und den Dezernatsleitern Helmut Wießner und Armin Dattler für die Arbeit, insbesondere in den vergangenen, nicht einfachen zwei Jahren. „Sie alle haben gemeinsam mit dem Gemeinderat die Grundlage dafür geschaffen, dass wir die vor uns liegenden Herausforderungen mit Mut und Zuversicht angehen können.“ Unter Beifall erklärte der Oberbürgermeister: „Wir wissen, wo wir hinwollen – nämlich dorthin, wo wir bereits geografisch verortet sind: nach oben!“
Herrera Torrez skizzierte einige Vorhaben der nächsten Wochen und Monate und wünschte sich, „dass wir uns hier gegenseitig Vertrauen schenken“. Menschen, die füreinander einstünden, Vereine, die ehrenamtlich etwas auf die Beine stellten, Nachbarn, die aufeinander achteten, „das ist der größte Schatz unserer großen Kreisstadt“. Er sei sich sicher, „die besten Tage unserer Stadt liegen noch vor uns“. Für seine Antrittsrede erhielt der neue Oberbürgermeister stehenden Applaus.
Ebenfalls mit viel Beifall quittierten die Gäste auch die weiteren musikalischen Beiträge, die die Amtseinführung umrahmten. So spielten die Landessieger im Wettbewerb „Jugend musiziert“, Luise und Leopold Braun einige ihrer Stücke, mit denen sie in Kürze beim Bundeswettbewerb an den Start gehen werden. Mit leisem Schmunzeln nahmen einige Zuhörer zur Kenntnis, dass die Big Band des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums unter der Leitung von Claus Lippert unter anderem die Filmmusik aus „Mission Impossible“ anstimmte. Das Bedürfnis, dem neuen Oberbürgermeister die Hand zu schütteln und die Möglichkeit, sich in das Goldene Buch einzutragen, machte jedenfalls die Absicht, die Veranstaltung nach etwa drei Stunden zu beenden, zu einer unmöglichen Mission.

 

Fotos: Beate Tomann

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