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„Museum kann man nicht mehr wie vor 30 Jahren machen“

Redaktionsgespräch zu aktuellen Themen rund ums Deutschordensmuseum

Bad Mergentheim. Zum Redaktionsgespräch im Oktober fanden sich mit Museumsdirektorin Maike Trentin-Meyer und Elfriede Rein, u.a. zuständig für Öffentlichkeitsarbeit beim Deutschordensmuseum, zwei Expertinnen rund um die Museumsarbeit in der BlickLokal-Geschäftsstelle in Bad Mergentheim ein. Redakteurin Christina Sack sprach mit ihnen über aktuelle und geplante Sonderausstellungen, die Heimattage, moderne Museumsarbeit sowie das Thema Integration.

Mit dem Thema „Botschaft im Bild – Bibelillustrationen aus sechs Jahrhunderten“, passt die aktuelle Sonderausstellung des Deutschordensmuseums, die noch bis Januar 2017 zu sehen ist, perfekt zum Heimattage-Thema „Glaubt&Lebt“. „Auch zum Deutschordensmuseum als geistlicher Orden passt das Thema, zudem leben wir in einer stark konfessionell geprägten Gegend“, zeigt sich Trentin-Meyer zufrieden mit dem bisherigen Zulauf. Im Januar schließt sich mit „Schöner Schein“ eine multidimensionale Schau an. Im gesamten Deutschordensmuseum werden 20 3-D Bilder verteilt, in die die Besucher „einsteigen“ und sich dann selbst fotografieren können. Von Mai bis September steht schließlich die Sonderausstellung „Fleisch. Jäger, Fischer, Fallensteller aus der Steinzeit.“ , eine Leihgabe des Neandertaler-Museums in Mettmang, auf dem Programm.

Heimattage als Appetithäppchen
Die Bilanz der Heimattage 2016 in Bad Mergentheim fällt für das Deutschordensmuseum zweischneidig aus. Auf der einen Seite habe Bad Mergentheim mehr Aufmerksamkeit erhalten, auf der anderen Seite bedeuteten die Heimattage für das Museum auch viel mehr Konkurrenz im Kulturangebot. „Wir gehen aber davon aus, dass wir im nächsten Jahr profitieren werden, dass die Heimattage ein Appetithäppchen waren und die Leute so gesehen haben, wie schön Bad Mergentheim ist und deshalb wiederkommen,“, erklärt Elfriede Rein. Überraschend fallen die Aussagen der Museumsverantwortlichen in Sachen Altersgruppendurchmischung der Besucher aus. „Wir haben alle Altersgruppen nahezu gleich im Museum vertreten, die Zahl der Senioren ist lediglich leicht erhöht. Bad Mergentheim ist Urlaubsziel, wir haben viele Tagestouristen, auch jüngeren Alters,“ begründet Trentin-Meyer die überraschenden Zahlen. Auch ist das Museum sehr aktiv im Bereich Kinder- und Jugendarbeit, zahlreiche Kooperationen mit örtlichen Schulen belegen dies. Hier profitiere das Museum sehr vom Austausch mit den Jugendlichen. „Museum kann man nicht mehr wie vor 30 Jahren machen“, stellt die Museumsdirektorin klar. „Wir überlegen aktuell mit unseren Gesellschaftern, wie wir das Haus weiterentwickeln können.“ Der Anfang, das Museum ins Heute herüberzuholen, sei bereits gemacht, z.B. durch digitale Anwendungen. Besonderer Beliebtheit erfreue sich z.B. die neu eingerichtete Verkleidungsstation, bei der sich die Besucher wie ein Deutschordensritter kleiden können.

Mit Sprache und Kultur vertraut machen
Auch beim Thema Integration bringt sich das Deutschordensmuseum ein. Zwei Kurse „Betrachten, Begreifen, Lernen“, bei denen Kinder und deren Eltern mit Sprache und hiesiger Kultur vertraut gemacht werden, haben bereits erfolgreich stattgefunden, ein dritter Kurs startet im Januar. Die Kurse wurden von Ehrenamtlichen aus dem Arbeitskreis Museumspädagogik erarbeitet und finanzieren sich über Spenden. In Zukunft ist ein monatlicher Treff für die Familien aus den ersten zwei Kursen angedacht, im Dezember werden sie zudem zum Sterne basteln ins Museum eingeladen. Beim Schlosserlebnistag am 18. Juni soll das Projekt dann präsentiert werden. Großes Ziel von Maike Trentin-Meyer und Elfriede Rein ist es, in Zukunft auch Einheimische mit in die Projekte einzubinden.

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