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Forschungsgebäude am neuen Campus Feuchtwangen wird bezogen

Feuchtwangen. Auf Einladung des CSU-Bezirksrates Herbert Lindörfer besuchten jetzt der Wirtschaftsreferent der Stadt Nürnberg, Dr. Michael Fraas, sowie der CSU-Fraktionsvorsitzende der Stadtratsfraktion Nürnberg, Marcus König, den neuen Campus Feuchtwangen, der am 15. März – pünktlich zum Beginn des Sommersemesters 2018 – mit den ersten Studenten seinen Betrieb aufnehmen wird.

In das neue Forschungsgebäude ziehen Mitte März die ersten Studenten ein

Neben der Besichtigung des neuen Hochschulgebäudes standen jetzt auch die Chancen und Möglichkeiten einer noch engeren Vernetzung im Mittelpunkt der Zusammenkunft. An der Außenstelle Feuchtwangen der Hochschule Ansbach soll der Teilstudiengang „Nachhaltige Gebäudetechnik“ des Bachelor-Studiengangs „Angewandte Ingenieurwissenschaften“ angeboten werden.

Feuchtwangens Bürgermeister Patrick Ruh erinnerte an erste Überlegungen hinsichtlich einer Zusammenarbeit mit der Ansbacher Hochschule „vor acht Jahren“. 2015 habe die Stadt Feuchtwangen dann tatsächlich den Zuschlag als künftiger Hochschulstandort bekommen. Jetzt und auch in der Zukunft sei es wichtig, „die Metropolregion gemeinsam voranzubringen“, so Herbert Lindörfer, de

Technische Einweisung

r mit der jetzigen Veranstaltung die Entwicklung des Standorts Feuchtwangen noch einmal nachzeichnen wollte. Ganz Westmittelfranken profitiere von dieser Ausrichtung.

Das Zusammenwirken der Hochschulen müsse noch mehr verstärkt werden, so Dr. Michael Fraas, der auch Geschäftsführer des Forums Wirtschaft und Infrastruktur in der Metropolregion Nürnberg ist. Daher gelte es, Partnerschaften zu pflegen und Synergieeffekte zu nutzen, um den „Hochschulstandort Metropolregion“ insgesamt zu stärken. Deshalb soll eine noch bessere Vernetzung angestrebt werden.

Mit Stadtbaumeister Moritz Reinhold (rechts) im Technikraum

Nach Fraas Dafürhalten brauche man sich vor anderen Ballungsräumen nicht zu verstecken. Inzwischen verfüge man selbst über eine „einzigartige Hochschullandschaft“. In die gleiche Kerbe hieb Marcus König, der die Metropolregion „in einem Europa von morgen gemeinschaftlich voranbringen“ will. Der ländliche Raum müsse auf diesem Weg mitgenommen werden, dann könne man von- und miteinander profitieren, wie es hieß.

Professor Dr. Mathias Moog von der Hochschule Ansbach blieb es im Anschluss vorbehalten, die neue Errungenschaft unter dem Titel „Forschung und Lehre am Campus Feuchtwangen“ näher zu beleuchten und detailliert vorzustellen. So verfüge der neue Campus nach Fertigstellung über eine Lehrsaalhalle sowie ein Forschungsgebäude. Für eventuelle Erweiterungen hätte man noch freie Flächen zur Verfügung. Auch personell sei eine weitere Expandierung geplant, obwohl der Markt derzeit nahezu leergefegt sei, so Moog.

Der Umzug in die neuen Räumlichkeiten gehe bereits jetzt vonstatten, damit Mitte März die Lehrtätigkeit aufgenommen werden kann. Bereits 2015 sei der Bachelor-Studiengang für „Nachhaltige Gebäudetechnik“ zunächst an der Hochschule Ansbach begonnen worden. Durch eine enge Verzahnung mit dem Standort in Ansbach will man in der Kreuzgangstadt „forschungsorientiertes Lehren“ generieren und dabei mehrere Arbeitsbereiche in einem  Studien- und Technologiezentrum vorhalten.

Im Vordergrund stehe dabei eine enge Verzahnung und Anbindung an den Haupt-Campus in der Rezatstadt. Gleichzeitig wolle man eng mit der Stadt Feuchtwangen, der dort ansässigen Bayerischen Bauakademie, der Technischen Universität München, den Hochschulen in Nürnberg, Triesdorf, München und an anderen Standorten, mit Wirtschafts- und Lehrbüros sowie der Bayerischen Ingenieurkammer Bau kooperieren.

Innenraum des neuen Forschungsgebäudes

Auf dem neuen Campus im Norden der Kreuzgangstadt gleich hinter dem Gelände der Bayerischen Bauakademie sollen ganzheitlich denkende Ingenieure zur Entwicklung zukunftsfähiger Gebäudekonzepte mit vielseitigen Kenntnissen in den Bereichen Gebäudetechnik, Bauphysik, Prozess- und Verfahrensrecht sowie Nachhaltigkeit und Werkstoffwesen ausgebildet werden.

Beim Pressegespräch

In wenigen Wochen ist es so weit, dann werden die ersten Studierenden regelmäßig zwischen Ansbach und Feuchtwangen pendeln, um in ein Studium einzusteigen, welches sich in der Regel über sieben Semester erstreckt, so Prof. Dr. Mathias Moog. Dort will man in eine Forschung für einen nachhaltigen Ressourceneinsatz in Gebäuden einsteigen und Kriterien für Rückbau, Trennung und Verwertung weiterentwickeln.

Im Mittelpunkt stünden dabei eine Analyse und Prognose des Energiebedarfs sowie die Entwicklung ganzheitlich optimierter, nachhaltiger und übertragbarer Energiekonzepte. In das erste Gebäude, das jetzt bezogen wird, wurden rund drei Millionen Euro gesteckt. Für einen zweiten Bau hofft die Stadt Feuchtwangen noch auf finanzielle Unterstützung aus München. Auch das zweite Gebäude wird mit rund drei Millionen Euro veranschlagt. Für die notwendige Infrastruktur vor Ort sorgt die Stadt Feuchtwangen, so der Rathauschef.

Für eine Erweiterung des Campus stünde noch eine viermal so große Fläche zur Verfügung, wie es hieß. Von den Gegebenheiten vor Ort konnte man sich im Rahmen einer Baustellenbesichtigung mit dem Feuchtwanger Stadtbaumeister Moritz Reinhold überzeugen.

Dieser führte die Teilnehmer in die multifunktionale Halle mit Büro sowie Auswerte-, Seminar- und Technikräumen. In den Räumlichkeiten finden sich auch Labore.

Treffen in der Bauakademie

Mit der neuen Technologie eines so genannten Eisspeichers, mit dessen Hilfe einem Wasserreservoir Wärme entzogen wird, wurde ein „Flüssigenergiegebäude“ realisiert, bei dem man auf viel Umweltenergie setzt. So befindet sich auf dem Dach eine leistungsstarke Photovoltaikanlage. Das neue Gebäude befindet sich an einer Straße, die sich bezeichnenderweise „An der Hochschule“ nennt.

Alle Beteiligten brachten jetzt ihre Hoffnung zum Ausdruck, dass das zweite noch fehlende Gebäude zeitnah verwirklicht werden kann. Deshalb gelte es, so Bezirksrat Herbert Lindörfer in seinem Schlusswort, „als Metropolregion Nürnberg ein deutliches Signal für eine weitere Unterstützung nach München“ zu senden. Laut Marcus König müsse angestrebt werden, die vorhandenen Chancen zu nutzen. Dr. Michael Fraas sieht diese Möglichkeit gegeben, „wenn man mit einer Stimme gegenüber der Staatsregierung“ auftritt.

 

Text und Fotos: Heinz Meyer

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