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Umweltschützer untersuchen auf dem Marktplatz Brunnenwasser aus heimischen Gärten am 6. August

Bad Windsheim (pm/ak). Bei sommerlichen Temperaturen steigt der Wasserbedarf im Garten wieder an. Kinder wollen planschen und das selbst angebaute Gemüse sowie die Blumen müssen täglich bewässert werden. „Leitungswasser ist kostbar – es ist sinnvoll sparsam damit umzugehen. Im Garten sollte man Wasser aus einem eigenen Brunnen verwenden.“ so Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende im VSR- Gewässerschutz. Nitrate und Pestizide verschmutzen zunehmen das Grundwasser unserer landwirtschaftlich intensiv genutzten Region. Durch verschiedene Einflüsse steigt auch das Risiko, dass Krankheitserreger ins Wasser geraten.

 

Harald Gülzow bei der Arbeit im Labormobil vom VSR-Gewässerschutz. Bilder: VSR-Gewässerschutz

Ob das eigene Brunnenwasser für das Befüllen des Planschbeckens, zum Gießen, als Tränkwasser für Tiere oder sogar zum Trinken geeignet ist, kann man nun am Labormobil der Gewässerschutzorganisation erfahren. Es hält am Montag, den 06. August, auf dem Marktplatz in Bad Windsheim. Wasserproben nehmen die Umweltschützer von 15 bis 17 Uhr am Labormobil entgegen. Eine Grunduntersuchung auf den Nitrat-, Säure- und Salzgehalt wird gegen eine geringe Kostenbeteiligung von zwölf Euro durchgeführt. Die Untersuchung findet vor Ort statt, so dass die Bürger ihre Ergebnisse schon gegen Ende der Aktion abholen können. Gegen weitere Kostenbeteiligungen werden außerdem umfangreichere Untersuchungen auf Parameter wie Eisen, Phosphat oder Bakterien angeboten. Das Ergebnis dieser Analysen inklusive einer Bewertung wird per Post zugesandt.

Die Brunnenbesitzer werden mit ihren Messwerten nicht allein gelassen. Das Team vom VSR-Gewässerschutz berät anhand der Messergebnisse, ob das Wasser zum Gießen, zum Befüllen des Planschbeckens, zum Waschen oder sogar zum Trinken geeignet ist. Außerdem beantwortet Dipl.-Phys. Harald Gülzow, Experte zum Thema Brunnenwasserqualität, immer Freitags zwischen 9 und 12 Uhr Fragen unter der Rufnummer 02831 9763342. Damit die Ergebnisse auch aussagefähig sind, sollen zur Probenahme und Transport Mineralwasserflaschen genutzt werden. Besonders geeignet sind dabei bis zum Rand gefüllte 0,5 Liter Flaschen aus Kunststoff.

Gemeinsames Ziel

Das Team vom VSR-Gewässerschutz bietet am Mobil neben den allgemeinen Informationen zu Belastungen und deren Ursachen auch eine individuelle Beratung für den jeweiligen Brunnenbesitzer an, um eine Belastung und deren Ursache zu besprechen.

Die Umweltschützer möchten beim Thema Wasserqualität besonders die breite Öffentlichkeit einbeziehen. „Brunnennutzer haben das gleiche Ziel wie wir: Unbelastetes Grundwasser!“ so Susanne Bareiß-Gülzow. Die Brunnenbesitzer und der Verein tragen gemeinsam dazu bei, dass die Wasserqualität des Grundwassers verbessert wird – auch außerhalb von Wasserschutzgebieten. Dem VSR-Gewässerschutz ist es wichtig, dass die Menschen über Belastungen des Grundwassers informiert sind. Messergebnisse werden deshalb regelmäßig in Karten zusammengefasst, um Belastungsschwerpunkte deutlich erkennbar zu machen. So wurde auch eine Nitratkarte-Franken 2013-2017 erstellt, die auf der Homepage der Gewässerschützer eingesehen werden kann.

Der VSR-Gewässerschutz e.V. besteht seit 1981. Der damalige „Verein zum Schutze des Rheins und seiner Nebenflüsse“ entstand aus verschiedenen Bürgerinitiativen. Seit seiner Gründung engagiert er sich für den Schutz des Grund- und Oberflächenwassers vor Verunreinigungen. Der Verein analysiert nicht nur, sondern bewertet, klärt auf, benennt die Ursache und stellt Forderungen, um die Belastungen zu reduzieren.

Lina Remme und Harald Guelzow im Labormobil.

Nitrate im Grundwasser

Nitrat ist ein Bestandteil von Dünger. Bringen Landwirte und Gartenbaubetriebe Gülle, Gärreste und Mineraldünger auf, besteht immer die Gefahr, dass Nitrat ins Grundwasser gelangt. Dadurch kommt es häufig zur Nitratbelastung von Brunnenwasser. Wasser mit höheren Nitratkonzentrationen ist aus gesundheitlichen Gründen nicht zum Trinken geeignet. Auch die Verwendung zum Befüllen eines Planschbeckens oder Teichs wird durch hohe Nitratbelastung eingeschränkt. Auch beim Gießen ist es wichtig, die Nitratkonzentration zu kennen. Eine Nitratanreicherung im Gemüse kann man verhindern, indem Nährstoffe aus dem Gießwasser bei der Düngung angerechnet werden.

Nitrat und hohe Eisenkonzentration

Höhere Eisenkonzentrationen stören bei der Nutzung des Brunnenwassers. Häufig kommen sie zusammen mit geringen Nitratkonzentrationen vor. Das weist auf guten Nitratabbau im Grundwasser hin. In vielen Gegenden kommt im Untergrund Pyrit, eine Eisen-Schwefel-Verbindung, vor. Bakterien können Pyrit mit Hilfe von Nitrat abbauen. Es entsteht Stickstoff, Eisen und Sulfat. Somit führt ein starker Nitrateintrag in diesen Gebieten zu hohen Eisenkonzentrationen.

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