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Kreuzgangspiele 2022: „Antigone-Projekt“: Krieg. Terror. Hoffnung.

Feuchtwangen. Der Sommer ist da und mit ihm das Sommertheater: Bis zum 14. August 2022 gibt es wieder jede Menge Theater auf den Bühnen im Kreuzgang und im Nixel-Garten. Schon insgesamt fünf Premieren wurden bei den Kreuzgangspielen gefeiert; begonnen hat die Saison in den Regina Lichtspielen mit dem Projekt „Zersetzung“, es folgten die Premieren im Kreuzgang für „Pippi Langstrumpf“, „Im weißen Rössl“ und „Kabale und Liebe“. Am 18. Juni wurde auch im Nixel-Garten an der alten Stadtmauer die Freilicht-Saison eröffnet: Die Theaterperformance „Bachmann“ war in diesem Sommer dort als erste Produktion zu sehen.
Nun folgt ein Projekt, für das die Kreuzgangspiele erneut mit der Freien Schauspielschule Hamburg kooperieren und für das Festspiel-Intendant Johannes Kaetzler die Regie übernommen hat. Als „Antigone-Projekt“ hat das Stück am 28. Juni, um 11 Uhr vor Schulklassen Premiere. Abendvorstellungen gibt es am 1., 2. Und 9. Juli, jeweils 20 Uhr.
Eines der ältesten Theaterstücke der Menschheit – „Antigone“ von Sophokles – erzählt vom Terror eines Krieges, der den Lebenden und den Toten die Würde geraubt hat. Wie finden die Menschen zurück in eine Welt, die von Mitgefühl und Rücksichtnahme geprägt ist, zurück zu einem Leben, das Zukunft verspricht? Eine Gruppe von Schauspielschülerinnen und Schauspielschülern der Freien Schauspielschule Hamburg nimmt sich dieses Stoffes an und erforscht mit Mitteln des Theaters, ob und wie die uralte Tragödie um die junge Menschenrechtskämpferin Antigone heutigen Menschen nahekommt. Diese Herangehensweise führt zu einer Aufführung, in der die Identifikation mit den gespielten Figuren vielfach gebrochen wird wie in einem Laborversuch über Mechanismen des Theaters. Alle Spielenden wechseln ständig die Rollen, um zu erfahren und damit auch zu vermitteln, wie die Kämpfe der Figuren aus längst vergangener Zeit in unsere Körper eingeschrieben werden können – und noch immer eingeschrieben sind.
Die Transformation eines Theaterstückes aus dem fünften Jahrhundert v. Chr. in ein Stück Gegenwartstheater öffnet einen emotionalen Raum, der es ermöglicht, das Leiden der Menschen an sich selbst und an anderen empathisch zu beschreiben. In dieser Empathie liegt Hoffnung und Zukunft. Foto: Alexander Ourth

Alle Termine und Karten gibt es unter www.kreuzgangspiele.de und im Kulturbüro, Marktplatz 2, 91555 Feuchtwangen sowie unter 09852 90444.