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Karriere in der Heimat – Schule, Ausbildung und wie geht es weiter?

Lion Knapp ist 19 Jahre jung. Er kommt aus Mudau und ist im 3. Lehrjahr für den Ausbildungsberuf des Technischen Produkt-Designers bei der Firma Aurora. Wir haben ihn auf der Lehrstellenbörse in Hardheim kennengelernt und er hat uns zusammen mit seinem Ausbilder Ralf Kern eingeladen, ihn am Arbeitsplatz zu besuchen. Schon auf der Suche nach dem Eingang der Firma Aurora wird klar, der Arbeitgeber stellt wirklich etwas dar. Im Eingang finden wir gleich eine hypermoderne Nutzfahrzeugs-Steuerungskapsel, die auf einer Fachmesse einen Innovationspreis bekommen hat. Aurora, ein mittelständisches Unternehmen, das komplette Heiz- und Klimasysteme für Nutzfahrzeuge entwickelt und produziert, beschäftigt am Standort Mudau etwa 240 Mitarbeiter. Derzeit werden 14 junge Menschen in acht verschiedenen Berufen ausgebildet, neu hinzugekommen ist der Studiengang „Maschinenbau“ an der Dualen Hochschule.

Nach einer hoch-interessanten Unternehmensvorstellung im modernen Tagungsraum zeigt Lion Knapp uns sein Unternehmen hautnah. Sein eigenes Berufsfeld wurde früher mit dem Begriff „Technischer Zeichner“ beschrieben. Heute ist sein Aufgabenfeld die Konstruktion und Entwicklung am PC. In CAD-Programmen verarbeitet er die vielschichtigen Daten-Vorgaben von Nutzfahrzeug-Herstellern. Wenn er seine Konstruktion, die Anordnung der Funktionselemente und alle theoretischen Voraussetzungen erfüllt hat, dann geht es für ihn zu den Kollegen in die Musterabteilung. Das was später hundert- oder tausendfach aus Kunststoff hergestellt werden soll, wird zunächst im Gehäusebereich aus Metall handwerklich hergestellt. Erst wenn es erprobt wurde und der Kunde es abgesegnet hat, geht es raus in die Produktion.

Lion Knapp zeigt uns begeistert an seinem Rechner, sein Projekt für einen Bushersteller. Er dreht und wendet die technischen Ansichten. Es ist eine Freude sein Engagement zu sehen. Auf die Frage, wie er zu Aurora gekommen sei, antwortet er: „Meine Mutter arbeitet bei Aurora und außerdem habe ich hier mein Berufs-Orientierungs-Praktikum gemacht. Ich habe die Realschule in Buchen besucht und diese mit der Mittleren Reife abgeschlossen. Im Praktikum habe ich schon gespürt, dass ich mich bei Aurora wohlfühlen könnte. Und das hat sich auch bestätigt. Ich kann hier lachen, auch wenn es mal nicht so läuft. Gerade die Menschlichkeit und die Chance auch aus Fehlern zu lernen, machen mir Freude, denn ich kann es riskieren, etwas falsch zu machen. Die Kollegen sind wie eine große Familie für mich. Hier hilft man sich und findet Halt.“ Im Laufe der anschließenden Werksführung spricht Lion Knapp über seine weiteren Pläne. In Kürze wird er die Ausbildung erfolgreich beenden. Danach habe er sich schon entschieden, will er wieder die Schulbank drücken. Ein Jahr in Buchen auf dem Technischen Gymnasium und dann habe er seine Fachhochschulreife in der Tasche. Sein großes Ziel sei es „Produktentwicklung“ zu studieren und dann vielleicht wieder heim nach Mudau und zu Aurora zu kommen.

 

Während der Werksbesichtigung durchschritten wir zwei von BlickLokal (Ludmila Schneider / Beate Tomann) viele Produktionsbereiche, von Logistik bis Kunststoff-Produktion, von Stanzhalle bis Schweißbereich, von Hochregal-Teile-Lager bis Konfektionierungs-Inseln. Überall begegneten uns freundliche und ruhige Menschen. Mitten drin schaute der „Chef“ Alexander Dolipski über die Schulter der Mitarbeiter. Ein Problem? Das offensichtlich hierarchieübergreifend gelöst werden kann. Und immer wieder erklärt uns Lion Knapp was genau produziert und welcher Arbeitsschritt wo gemacht wird. Ralf Kern, Ausbilder für Technische Produktdesigner, unterstrich wie wichtig es ihm sei, dass junge Menschen durch das Ausprobieren in sich herausfinden, was für eine Ausbildung passen könnte. Dazu biete Aurora immer wieder Praktika an – auch zu schulfreien Zeiten. Der Renner sei das hauseigenen „Orientierungspraktikum“: zwei Tage Produktdesign, und je ein Tag Konstruktions-Mechaniker/Maschinen-Anlagenführer/Logistik. Ausbildung als Grundlage auch für die Weiterentwicklung in Richtung Studium sei eine tolle Vorbereitung für einen guten Lebensweg. „Für uns ist neben einer qualitativ sehr guten Ausbildung wichtig, dass sich unsere Nachwuchskräfte wohlfühlen. Wir können Perspektiven bieten, die nicht unbedingt das Studium benötigt. Unser Ziel ist es immer die Auszubildenden nach ihrem Abschluss auch übernehmen zu können“, so Ralf Kern. Lion Knapp lacht dazu verschmitzt. Er hat Lust weiter zu machen und dann wieder zu kommen. Karriere in der Heimat – ist machbar! (Text/Foto Beate Tomann)

 

Der Auszubildende Lion Knapp (3. Lehrjahr) aus Mudau strahlt an seinem Arbeitsplatz bei Aurora. Firma und Berufsrichtung passen für ihn.

Der Auszubildende Lion Knapp (3. Lehrjahr) aus Mudau strahlt an seinem Arbeitsplatz bei Aurora. Firma und Berufsrichtung passen für ihn.

 

Lion Knapp erklärt Ludmila Schneider die Funktion des Werkstückes ganz genau.

Lion Knapp erklärt Ludmila Schneider die Funktion des Werkstückes ganz genau.

 

„Bei Aurora da läuft was“. Kunststoff-Extrusion für mehr Fertigungstiefe und Flexibilität. Lion Knapp ist schon ein paar Schritte voraus.

„Bei Aurora da läuft was“. Kunststoff-Extrusion für mehr Fertigungstiefe und Flexibilität. Lion Knapp ist schon ein paar Schritte voraus.

 

In einer Konfektionier-Station werden Lüfter und Gehäuse zusammengeführt. Lion Knapp zeigte wie vielfältig die Arbeit bei Aurora sein kann.

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Herausforderungen gemeinsam lösen. Querdenken über alle Hierarchien hinweg. Geschäftsführer Alexander Dolipski mitten in der Produktion.

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