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Interessante Farbenspiele am Himmel

FEUCHTWANGEN (hm) – Ähnlich abwechslungsreich wie im laufenden Jahr zeigte sich die Witterung auch vor 50 Jahren. Nur geschah das damals in „Vor-Klimawandel-Zeiten“ auf deutlich kühlerem Niveau: Steuert man aktuell auf eine Jahresmitteltemperatur von mehr als neun Grad zu, so lag diese im Jahr 1967 nur bei 7,8 Grad. Unser Blick geht heute zurück in das Wettergeschehen, wie es sich vor einem halben Jahrhundert zugetragen hat.

Der Januar war damals überwiegend winterlich, denn schon am 3. des Monats bildete sich eine Schneelage aus, die bis zum Monatsende anhielt. Am 12. Januar wurde mit 40 Zentimetern die maximale Schneehöhe gemessen; verbunden mit starken Schneeverwehungen. Schon früh zeigte sich, dass man vor einem sehr windigen und sturmreichen Jahr stehen würde. Dabei blies der Wind häufig aus nordwest- und südwestlichen Richtungen.

Die Witterung sorgt immer wieder für interessante Farbenspiele am Himmel; dies dürfte auch im Jahr 1967 nicht anders gewesen sein.                                          

Foto: Meyer

Während ein milder Februar durch eine stürmische zweite Monatshälfte auffiel, brachte ein kalter April am 6. des Monats bei zehn Zentimeter Schnee einen Rückfall in den Winter. Der letzte Schnee fiel am 25. April; tags davor waren erneut fünf Zentimeter gemessen worden. Weil es lange ungemütlich kühl war, konnte erst am 9. Mai erstmals die 20-Grad-Schwelle bei der Temperatur überschritten werden.

Vor allem die erste Junihälfte zeigte sich extrem kalt, so dass noch am 13. Juni eine Bodentemperatur von minus 1,8 Grad gemessen wurde; so spät im Jahr war es seitdem nie wieder so kalt. Andererseits dauerte es nur bis zum 6. August, bis schon der erste Bodenfrost des kommenden Winterhalbjahres abzulesen war; auch hier wurde seitdem nie wieder so früh der erste Frost notiert.

Zwischen diesen Extremen lag ein sehr sommerlicher Juli, der nicht nur trocken und sehr sonnig war, sondern auch 17 warme Sommertage mit mehr als 25 Grad im Gepäck hatte. Das Jahr endete nach einem milden Oktober mit einem kalten Dezember, der sich darüber hinaus überaus stürmisch präsentierte. Schon am 7. des Monats zog der Winter ins Land und hielt sich bis kurz vor Weihnachten. Ebenso wie der Januar hatte der Christmonat zwölf Eistage mit Dauerfrost beschert.

Über 20 Tage hinweg hatte sich eine Schneelage gehalten; die ersten Schneeflocken waren bereits am 27. November niedergegangen. Über das ganze Jahr hinweg zählte man 91 warme Tage über 20 Grad (fünf Tage mehr als üblich), 33 Sommertage über 25 Grad (plus zwei), sieben Tropentage über 30 Grad (plus drei) sowie 28 Eistage mit Dauerfrost (minus neun). Dazu gesellten sich nur drei laue Sommernächte (minus vier).

Zum Vergleich: Weniger als 33 Sommertage waren zuletzt 1996 protokolliert worden; damals waren es nur 28 Tage. An diesen Zahlen sind die Folgen des Klimawandels deutlich auszumachen. Mit einem Maximum von 30,6 Grad war es im Juli am heißesten; die kältesten Tage waren der 9. und 10. Januar mit Höchstwerten von minus 10,4 Grad und Tiefstwerten bis minus 24,8 Grad; über dem Boden sogar bis minus 26,6 Grad.

Nie wieder seit einem halten Jahrhundert lag die durchschnittliche Minimumtemperatur über dem Erdboden unterhalb des Gefrierpunktes (1967: minus 0,1 Grad). Bis heute bedeuten auch die damals registrierten 169 Tage mit Bodenfrost einen unerreichten Rekord; normal zählt man 133 solche Tage. Auch lag die maximale Erdbodentemperatur im Sommer nur bei plus 12,2 Grad, was einen Tiefstwert seit Messbeginn im Jahre 1948 darstellt.

Bei 705 Liter Niederschlag war das Jahr 1967 um 96 Liter oder zwölf Prozent zu trocken. Die 174 Niederschlagstage (plus sechs) teilten sich in 141 Tage mit Regen, 12 Tage mit Schneeregen und 21 Schneetagen auf. Die maximale Niederschlagsmenge an einem Tag lag bei 36,1 Liter. Insgesamt zählte man 66 Tage mit einer Schneelage (minus 15); davon an 35 Tagen eine geschlossene Schneedecke.

Das Jahr 1967 war für damalige Verhältnisse eher schneearm; die jährliche Neuschneemenge lag bei 101 Zentimetern. Infolgedessen lag an 35 Tagen mindestens ein Zentimeter Schnee; davon an 17 Tagen mehr als zehn Zentimeter. Einen recht hohen Wert stellen dagegen die 30 gezählten Gewittertage dar. Zu Hochwassersituationen war es im gesamten Jahr nur vereinzelt gekommen.

Das Jahr, in dem die so genannten „Flower-Power-Ära“ begann, war von einem Plus an Sonnenschein geprägt. 168 Stunden oder zehn Prozent schien das Fixgestirn länger als gewohnt. 80 Tagen ohne einen Sonnenstrahl standen damals 65 heitere Tage (16 mehr als üblich) gegenüber. Negativ ins Gewicht fielen dagegen 35 Tage mit Windstärke sechs und drei Tage mit Windstärke acht.

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