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Hardheim, Buchen, Höpfingen, BlickLokal

Gute Nachrichten aus der Region: Erster BlickLokal Thementreff – Heimat – Jugend – Perspektiven

Von Beate Tomann

  • Austausch zum Thema Region, Lebensqualität, Zukunftsvisionen, Projekte und Erfolge
  • Regionale Entwicklung aus Sicht der Bürgermeister von Hardheim, Buchen und Höpfingen

Hardheim, Buchen, Höpfingen, BlickLokal

Rege Diskussion darüber wie wichtig und zukunftsfähig sind: Die Heimat. Der Heimatverein. Das Dazugehören. Adalbert Hauck, Bürgermeister von Höpfingen, Volker Rohm, Bürgermeister von Hardheim, BlickLokal-Redakteurin Beate Tomann, Roland Burger, Bürgermeister von Buchen und BlickLokal-Verlagsleiter Markus Echternach.

Regionale Entwicklung aus Sicht der Bürgermeister von Hardheim, Buchen und Höpfingen
Gute Nachrichten aus der Region, das ist das Thema der neuen Serie, die mit dem Bürgermeister-Treffen Anfang Februar gestartet wurde. Mit dabei waren Herr Roland Burger, Adalbert Hauck und Volker Rohm. Was unterscheidet die Lebensqualität unserer Region von Großstadt-Lebensformen? Klare Ansage aus drei Richtungen: Hier wird aufeinander geachtet. Halt findet man in Vereinen und ehrenamtlichem Engagement. Das Leben ist bezahlbar. Natürlich braucht es öffentliche Verkehrsmittel als Anbindung, um langfristig die Attraktivität zu halten. Die S-Bahn ist ein Gewinn. Die Verknüpfung zur Westfrankenbahn muss aber noch besser werden. Auch Sprinterlösungen, die Berufstätige schneller in die Großstädte bringen, stehen auf der Wunschliste. Durch eine bessere Verkehrsverknüpfung von Zentren und Ländlichem Raum wird das Leben auf dem Land attraktiver. Hier sehen alle Bürgermeister, dass der Ausbau des Nahverkehrs eine Zukunftsaufgabe ist. Das gilt auch für die flächendeckende Anbindung an schnelle Breitband-Internet-Verfügbarkeiten. Ende 2017 soll der ganze Landkreis am schnellen Netz angeschlossen sein und damit sind wir der erste Landkreis in Baden Württemberg, der das bieten kann. Dafür werden  rund 400 Kilometer Glasfaserkabel und bis zu rund 430 neue und hochmoderne Verteilerkästen in den Straßen der einzelnen Kommunen neu verlegt, um die Lücken bis Ende des Jahres zu schließen. Auch das Schulangebot steht im zentralen Fokus für die Entwicklung hier auf dem Land. Buchen ist hier mit 16 Schulen und 70 Ärzten gut unterwegs. Hardheim bietet zentrale Versorgung durch ein Krankenhaus. Besonders die berufsbildenden Schulen sind eine Schlüssel für die regionalen Lehrstellenangebote, denn wenn die Schüler erst nach Stuttgart oder Mannheim müssen, um den Unterricht zu erhalten, dann wird es hier für die ausbildenden Handwerker und mittelständigen Betriebe schwieriger, die Facharbeitskräfte der Zukunft zu finden. Dem Trend den gymnasialen Schulweg zu wählen steht das durch die Schulpolitik des Landes verstärkte Sterben der Hauptschulen gegenüber. Ein fataler Trend für die Bürgermeister. Die Baulandschule Hettingen kämpft trotz idealer Bedingungen für besondere Kinder dieses Jahr, um den Bestand. Die Klasse 5 braucht die Anmeldung von mindestens 16 Schülern, damit hier nicht auch noch eine Hauptschule nach Hainstadt, Höpfingen und Mudau schließen muss. Natürlich gibt es Knackpunkte, die die Bürgermeister kritisch wahrnehmen. So sterben, wie überall in Deutschland, auch hier in der Region mehr Menschen, als geboren werden. Das hat auch Konsequenzen für die Vereinsvielfalt und das Ehrenamt….

Gemeinsame Nenner:
Das Leben auf dem Land ist attraktiv. Die Werte der Freundschaft, des Vereinslebens und des zur Heimat gehören werden wieder größer geschrieben. Hier hat jeder die Chance sich durchs durch aktives Einbringen zu verwurzeln und zur örtlichen Gemeinschaft dazu zu gehören. Am Leichtesten geht es mit Hund oder Kinderwagen. Oder ein Engagement im Interessen, die in der Gemeinschaft. Vereine gibt es genügend und da wir ja eine Delle im Wachstum der Gesellschaft haben, wird jeder gern dazu genommen. Besonders stark sind hier Musik und aktuell Faschenacht zu nennen. Alle drei Bürgermeister bestätigten den Trend zur Region, dass Nahrung aus der Region oft mehr geschätzt werden, wie irgendwelche Bio-Siegel. Alles das sind Signale die dazu führen, dass der Begriff Heimat wieder Aufwind bekommt. Die Kaufkraft unserer Kommunen ist größer als erwartet, denn ist die Großstadt nahe, fließt viel Geld nach außen. Die Statistik der IHK hat bessere Werte für Buchen ermittelt als zum Beispiel für Heidelberg und Weinheim. Die Zukunft dieses ländlichen Raums liegt vor allem aber auch in der Verfügbarkeit von Arbeitsplätzen Vorort und der schnellen Anbindung an die Verkehrsnetze der Großstädte Heilbronn, Stuttgart, Heidelberg/Mannheim, Würzburg, Aschaffenburg/Frankfurt. Hier braucht im Ländlichen Raum insbesondere ein leistungsfähiges Straßennetz. Der Neckar-Odenwald-Kreis schafft im aktuellen Focus-Ranking unter mehr als 400 Kreisen bundesweit im Bereich „Sicherheit und Lebensqualität“ in die bundesweite Top 100 Platzierung. Und auch bei „Produktivität und Standortkosten“ muss man sich der eher wirtschafts- und steuerschwache Kreis mit Rang 164 nicht verstecken. Bei den Haushalten mit Kind(ern) ist unser Kreis mit 43 % mit an der Spitze der Landesliga. Die Stadtkreise (Heidelberg 24 %) sind die »Schlusslichter«. Die regionale Verbundenheit der Jugend der Region ist – ein Gegensatz zu den neuen Bundesländern – hoch, weil sie sich hier ihre Zukunft wünscht. Nach einer Untersuchung der Hochschule Heilbronn ist diese Einschätzung aus einer 2012 durchgeführten Umfrage abzuleiten. Ein Indiz dafür sei der Wunsch, insbesondere junger Menschen (78 % der Befragten im Alter von 16-30 Jahre) das BCH-Kennzeichen wieder zu bekommen.

 

Zum Abschluss der Expertenrunde brachte jeder Bürgermeister noch ein paar Herzthemen und Ausblicke auf 2017 mit:

Volker Rohm, Bürgermeister von Hardheim
(Dez. 2015: 6936 Einwohner in Hardheim, Schweinberg, Bretzingen, Erfeld, Gerichtstetten, Rüdental, Dornberg, Rütschdorf, Vollmersdorf)
Vermutlich kommt wieder eine Garnison nach Hardheim. Pfarrer Markus Keller wird Gemeindepfarrer von Hardheim (Fest 5.3.2017). Während dem Josefsmarkt (18.-20.3. wird es eine Karikatur-Ausstellung des Museumsvereins geben. Der Mühlenradweg wird eingeweiht (5.5/7.5.). Die Katholische Frauengemeinschaft feiert 100 Jahre. Das Hardheimer sommerfest (23.-25.6.) und das Jubiläum des Schützenvereins Dornberg (60 Jahre – 30.6.) stehen an.  Bretzingen zieht mit seinem Bockbierfest und dem Jubläum des Fußballvereins (50 Jahr) wieder viele Menschen an.

Adalbert Hauck, Bürgermeister von Höpfingen
(ca. 3.000 Einwohner in Höpfingen, Waldstetten und Weiler Schlempertshof)
Der Erhalt des Familienbades mit Kleinkinderbecken und Sauna ist ein attraktives Angebot an Familien, das weiter im Plan bleibt. Höpfingen hat im Augenblick nun eine fröhliche Faschnachts-Saison vor sich, die von den Höpfinger Schnapsbrennern ins Land getragen wird. Aber auch die anderen vielfältigen Vereinsaktivitäten, wie Kultur,- Sport- und Festveranstaltungen bereichern das gemeindliche Leben. Höpfingen hat neben dem dichten Wanderwegenetz, dem Flugplatzwanderweg auch ein sehenswertes Orchideen-Vorkommen im Naturschutzgebiet im Ortsteil Waldstetten.

Roland Burger, Bürgermeister von Buchen
(ca. 17.968 Einwohner in Buchen, Bödigheim, Eberstadt, Einbach, Götzingen, Hainstadt, Hettigenbeuern, Hettingen, Hollerbach, Oberneudorf, Rinscheim, Stürzenhardt, Unterneudorf, Waldhausen)
Auch von Buchen gibt es gute Nachrichten: Die Entwicklung des Mehrgenerationen-Treffs und die hohe Akzeptanz der alla Hopp!-Anlage zeigen, dass die Bevölkerung aktiv und engagiert ist. Nach der Anerkennung als Fair-Trade Stadt hat Ende 2016 auch das Burghardt Gymnasium das Siegel erhalten. 2017 werden die Weichen für eine umfangreiche die bauliche Erweiterung des Gymnasiums und die Schulentwicklung der Karl-Trunzer –Schule gestellt. Die Integration der Flüchtlinge ist eine große Herausforderung, die wir durch eine Integrationsbeauftrage und begleitende Sozialarbeit aktiv angehen. Der Ausbau des Glasfasernetzes, und die Pflastersanierung der Fußgängerzone führen 2017 zu umfangreichen Tiefbaumaßnahmen. Im Hasenwald in Hettingen schreitet die Erneuerung des Tierparks Hasenwald als attraktive Naherholungsfläche für Familien voran. Die weitere Renaturierung der Morre verbindet eine attraktive Gestaltung von öffentlichen Freiflächen mit Hochwasserschutz und einer ökologischen Gewässerentwicklung. Die Hornbach-Gruppe wird 2017 in einen neuen Baumarkt eröffnen. Das bunte Leben unserer Stadt dokumentiert sich im Veranstaltungskalender www.buchen.de/aktuelles/veranstaltungskalender.

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