Gemeinderat bekräftigt Position zum Krankenhaus: Einstimmiger Beschluss für weiteren Verhandlungskurs

WERTHEIM (RED). Der Gemeinderat der Stadt Wertheim hat seine Position zur Zukunft der Rotkreuzklinik in einem einstimmigen Beschluss bekräftigt. Der Beschluss ist Ergebnis der nichtöffentlichen Beratungen in der Sitzung am Montag, an der zeitweise Gesundheitsminister Manfred Lucha teilgenommen hatte. Der Gemeinderat erklärt nochmals die Bereitschaft zur Rekommunalisierung der Klinik, weil dieser Weg gegenwärtig der einzige sei, um den Krankenhausstandort Wertheim zu erhalten. Und er benennt den Beitrag, den weitere Akteure wie Landkreis und Schwesternschaft zwingend leisten müssen.

„Der Erhalt des Krankenhausstandorts Wertheim kann nur ein einer gemeinsamen Kraftanstrengung von Main-Tauber-Kreis und Stadt Wertheim gelingen“, heißt es in dem Beschluss des Gemeinderats. Die grundsätzliche Bereitschaft zur Unterstützung auf freiwilliger Basis hatte Landrat Schauder bereits erklärt. Dem folgte nun, laut einer Pressemitteilung der Landkreisverwaltung, eine Grundsatzentscheidung des Kreistags am Mittwoch in nichtöffentlicher Sitzung. Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez äußerte sich dazu „dankbar, dass der Kreistag mit diesem Beschluss die Grundlagen für konkrete Verhandlungen geschaffen hat. Die Gespräche über die genaue Ausgestaltung der Unterstützung durch den Landkreis werden wir zeitnah aufnehmen.“

Nach den Vorstellungen der Stadt Wertheim – sie sind ebenfalls Bestandteil des Gemeinderatsbeschlusses – sollen sich Stadt und Landkreis das Defizit des Krankenhausbetriebs in einer Relation von 60 (Stadt) zu 40 (Kreis) teilen. Der Wert eventueller logistischer Unterstützungen und Leistungen der Gesundheitsholding Tauberfranken (GHTF) im Sekundär- und Tertiärbereich soll dem Defizitanteil des Landkreises angerechnet werden. Die Finanzplanung für die Rekommunalisierung der Rotkreuzklinik soll in vertraulichen Gesprächen offengelegt werden.

In seiner Beschlussfassung zeigt der Wertheimer Gemeinderat auch eine Zukunftsperspektive für das langfristige Bestehen aller drei Krankenhausstandorte (Bad Mergentheim, Tauberbischofsheim, Wertheim) im Sinne aller Bürgerinnen und Bürger auf: Perspektivisch sollten alle Krankenhäuser zu einem gemeinsamen Klinikverbund vereint werden, um so die Stärken der einzelnen Häuser zusammenzuführen.

Ebenfalls in Beschlussform gefasst hat der Gemeinderat die Position gegenüber der Schwesternschaft als bisheriger Eigentümerin. Die Stadt sei zwingend darauf angewiesen, dass die Schwesternschaft in Folge ihrer Verantwortung für das Krankenhaus und der vertraglichen Vereinbarungen temporär einen Defizitausgleich zum Betrieb des Krankenhauses unter kommunaler Trägerschaft leistet. Zudem müsse die Schwesternschaft Sicherheiten für die Ansprüche aus der Zusatzversorgung (ZVK) der Krankenhausbeschäftigten leisten.

Der letzte Punkt des umfassenden Gemeinderatsbeschlusses ist an die Krankenhausbeschäftigten adressiert. Ohne den notwendigen Personalstamm könne der Betrieb des Krankenhauses auch bei Übergang in städtische Trägerschaft nicht aufrechterhalten werden. „Deshalb bittet die Stadt Wertheim die Beschäftigten der Rotkreuzklinik, weiterhin ihrem Krankenhaus die Treue zu halten.“

    Related Posts

    Wertheim tritt wieder beim „Stadtradeln“ in die Pedale Aktion verbindet Bewegung, Klimaschutz und Teamgeist
    Therapiehund Loop ist eine große Bereicherung: Seit einem Jahr im Kinderhaus Reinhardshof im Einsatz
    Ideen und Anregungen für Freizeitplätze: Jugendbeteiligung im Stadtteil Wartberg