Frauen für Führungsaufgaben qualifizieren

Erzbistum fördert weibliche Nachwuchskräfte: Sonja Haberkorn ist mit dabei

Freiburg / Tauberbischofsheim / Heidelberg (RED). In der Erzdiözese Freiburg starten am Montag (30.09.) vier Frauen aus dem Erzbistum in das Programm „Kirche im Mentoring – Frauen steigen auf“. Eine von ihnen ist Sonja Haberkorn aus Tauberbischofsheim. Derzeit arbeitet sie als Geschäftsführerin von Kindertageseinrichtungen in der Verrechnungsstelle für katholische Kirchengemeinden in Tauberbischofsheim. Begleitet wird Sonja Haberkorn von ihrer Mentorin Dr. Susanna Re aus Heidelberg, die bereits eine Führungsposition innehat und ihr mit Rat und Tat zur Seite steht.
Das bundesweite Programm der Deutschen Bischofskonferenz will Frauen für Leitungsaufgaben qualifizieren. Bereits zum vierten Mal bietet das Erzbistum damit Frauen die Möglichkeit, sich für Führungsaufgaben zu qualifizieren. „Die Deutsche Bischofskonferenz hat es sich zum Ziel gesetzt, den Frauenanteil in den Leitungspositionen innerhalb der katholischen Kirche zu steigern. Als Arbeitgeber will das Erzbistum Freiburg mit Programmen wie beispielsweise dem Mentoring Frauen darin bestärken, Verantwortung als Führungskräfte in unserer Kirche zu übernehmen. Frauen für eine Führungsposition zu gewinnen ist ein Ziel der Bistumsleitung, auch mit Blick auf die Kirchenentwicklung 2030“, sagt Michaela Lampert, Gleichstellungsbeauftragte der Erzdiözese Freiburg. Im Rahmen des Zukunftsprozesses wurden auf Pfarreiebene neue Leitungsstellen geschaffen, die Frauen vielfältige Perspekti-ven für Leitungsfunktionen bieten.

Buntes Netzwerk aufbauen und den eigenen Horizont erweitern
„Ich war schon seit längerem auf der Suche nach einer geeigneten Fortbildung im Bereich Führung. Als ich die ersten Infos über das Mentoring-Programm las, war ich sofort begeistert. Auch dass das Konzept speziell für Frauen zugeschnitten ist und nur Frauen teilnehmen, hat mich angesprochen und überzeugt“, sagt Sonja Haberkorn. Gespannt auf das erste Treffen fährt sie zur Auftaktveranstaltung des bundesweiten Programms nach Bergisch-Gladbach. Die Geschäftsführerin aus Tauberbischofsheim stellt fest: „Hier treffen sich Mitarbeiterinnen der katholischen Kirche aus den unterschiedlichsten Tätigkeitsfeldern. Durch diese Vielfältigkeit der Teilnehmerinnen erhoffe ich mir ein buntes Netzwerk aufzubauen und generell den eigenen Horizont erweitern zu können.“ Ihre Mentorin Susanna Re hat Sonja Haberkorn bereits im Vorfeld zur Auftaktveranstaltung kennen gelernt. „Wir waren uns sofort sympathisch und haben beschlossen, dass wir das Abenteuer miteinander wagen und das Programm ,Kirche im Mentoring‘ zusammen als Tandem starten“, berichtet sie.
Susanna Re, Geschäftsführerin beim Caritasverband Heidelberg e.V., ist es wichtig, eine Frau, die Lust auf eine Führungsposition hat, zu begleiten, denn auch sie hat in der Vergangenheit Unterstützung von Frauen erfahren: „In meinem beruflichen Werdegang habe ich immer nach Frauen in ähnlichen Lebens- und Arbeitssituationen Ausschau gehalten. Ich konnte meinen beruflichen Weg in Verbindung mit meinem Leben als Mutter dreier Kinder verfolgen, weil es Menschen gab und gibt, die mich an entscheidender Stelle unterstützt und ihr Vertrauen in mich gesetzt haben. Die mir Wege eröffnet und Freiräume gegeben haben, so dass ich meinen verantwortungsvollen Beruf mit Familie vereinbaren konnte und noch immer kann. Dafür bin ich sehr dankbar. Und deshalb freue ich mich, wenn es mir jetzt möglich ist, auch etwas von meiner Erfahrung und meinen Unterstützungsmöglichkeiten an Kolleginnen weiterzugeben.“

Einen geschärften Blick für strukturelle Ungleichheiten entwickeln
Das Mentoring-Programm in Kooperation mit dem Hildegardis-Verein e.V. (Bonn) beinhaltet eine berufliche, aber auch persönliche Beziehung zwischen zwei Menschen. Eine erfahrene und kompetente Person in einer höheren Leitungsposition gibt ihre Erfahrungen an eine Person weiter, die eine (höhere) Leitungsposition anstrebt, und hilft ihr, das eigene Potenzial zu entwickeln.
Die Erzdiözese Freiburg finanziert insgesamt vier Plätze im Programm des Hildegardis-Vereins, um Frauen auf kirchliche Leitungsaufgaben vorzubereiten und den Anteil an qualifizierten und motivierten Bewerberinnen für Leitungsaufgaben in der Kirche zu erhöhen. Die Teilnehmerinnen bekommen Einblicke in das Feld der Leitungsverantwortung und Feedback zum eigenen Verhalten und Auftreten. Kollegiale Beratung im Mentee-Netzwerk und Erlangung von Schlüsselqualifikationen durch die Teilnahme an zentralen Seminar-Veranstaltungen ergänzen das Programm.

Fotos: Porträt Sonja Haberkorn (rechtas)  und Porträt Dr. Susanne (links)