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Famulatur an den Neckar-Odenwald-Kliniken – Angehende Ärzte schnuppern Klinikluft

Neckar-Odenwald-Kreis. Auch Medizinstudierende müssen neben dem theoretischen Unterricht viel Praktisches lernen. Das beginnt mit einem dreimonatigen Pflegepraktikum zu Beginn des Studiums und geht nach der ersten ärztlichen Prüfung weiter mit sogenannten Famulaturen. Diese sind für ein erfolgreiches Studium vorgeschrieben, damit die angehenden Ärzte mit Patienten in Kontakt kommen und Einblicke in verschiedene Fachbereiche erhalten. Jeder Medizinstudent muss im klinischen Teil des Studiums insgesamt vier Famulaturen von jeweils 30 Tagen Dauer ableisten. Helena Palzer, Fabio Kugel und Thomas Rösch absolvierten diesen praktischen Teil an den Neckar-Odenwald-Kliniken in der Anästhesie und in der Notfallambulanz.

Helena Palzer ist in Buchen aufgewachsen und hatte an den Neckar-Odenwald-Kliniken bereits ihr dreimonatiges Pflegepraktikum absolviert. Daher war für sie klar, dass sie dort auch eine Famulatur machen möchte. „In einem kleineren Haus kann man teilweise mehr lernen als in einem großen, da sich die Ärzte mehr Zeit nehmen können“, begründet sie die Entscheidung. Die 22-jährige interessierte sich vor allem für die Anästhesie. „Ich habe gehört, dass man in der Anästhesie-Famulatur besonders gut viele Basis-Fähigkeiten lernen kann – zum Beispiel das Legen von Venenverweilkanülen. Außerdem bekommt man einen Eindruck vom Notfallmanagement.“

Fabio Kugel hat ebenfalls in der Anästhesie famuliert. Er ist in den Neckar-Odenwald-Kliniken geboren worden und machte dort ebenfalls das Pflegepraktikum. Den 23-jährigen reizte die Vielfalt sowohl im OP, auf der Intensivstation, in der Schmerztherapie oder auch im Notarzteinsatz hospitieren zu können. „Viele der praktischen universitären Angebote sind durch die Corona-Pandemie im letzten Jahr leider ausgefallen, so konnte ich auf einmal aus vielen Bereichen die Praxis etwas nachholen.“ Dabei war die Arbeit direkt am Patienten für alle eine eindrucksvolle Erfahrung. „Das Spannendste war sicherlich das Intubieren. Man führt einen Beatmungsschlauch in die Luftröhre des bereits bewusstlosen Patienten ein. Dabei muss vieles gleichzeitig beachtet werden, das macht es etwas schwierig. Auch wenn ich diese Fähigkeit des Intubierens sicherlich noch nicht gänzlich beherrsche, konnte ich viel praktische Erfahrung sammeln, die mir später helfen wird“, ist sich Fabio Kugel sicher.

Thomas Rösch wollte wissen, wie es ist in der Notfallambulanz zu arbeiten. „Ich fand die Akutversorgung spannend. Hier muss ich schnell entscheiden und einordnen können, wie dringlich der Notfall ist und dementsprechend eine adäquate Therapie einleiten.“ Kein Wunder, dass auch der erste Notarzteinsatz den 23-jährigen nachhaltig beeindruckte. „Ich war ganz schön aufgeregt, da ich nicht wusste, was mich am Einsatzort erwartet. Dort angekommen war es notwendig, in kürzester Zeit die wichtigsten Informationen herauszufiltern. Es war für mich eine großartige Erfahrung während meiner Famulatur auch im Notarztwagen mitzufahren!“

Gunnar Pfingsten, Oberarzt der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und
Wirbelsäulenchirurgie der Neckar-Odenwald-Kliniken am Standort Mosbach und
Thomas Rösch

Beide Fachbereiche begeisterten die angehenden Ärzte, und sie fühlten sich sehr gut aufgehoben. „Die Pfleger und Ärzte waren alle sehr freundlich und bereit, mir vieles zu zeigen. Außerdem wurde ich wirklich mit einbezogen und stand nicht nur an der Seite. Zum Beispiel habe ich die Narkoseeinleitung mit dem verantwortlichen Arzt zusammen gemacht und auch zu den OP-Abläufen viel erklärt bekommen. Ein Höhepunkt war auf jeden Fall, dass ich an meinem letzten Tag selbstständig eine Intubation durchführen konnte. Außerdem waren die Kaiserschnitte, bei denen ich dabei sein konnte, sehr schöne Momente“, sagt Helena Palzer rückblickend.

Das kann Thomas Rösch bestätigen: „Die Betreuung ist super. Angefangen vom ersten Kontakt über den Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Priv.-Doz. Dr. med. Harald Genzwürker, den leitenden Ärzten in der Unfallchirurgie bis hin zu den sehr engagierten Ärztinnen und Ärzten in der Notfallambulanz. Überrascht war ich wie unkompliziert die Bewerbung verlief und dass ich einen persönlichen Ansprechpartner an die Hand bekommen habe. Auch konnte ich, im Vergleich zu vorangegangenen Famulaturen, sehr viel eigenständig machen. Jeder hat sich Zeit genommen, mir alles genau zu erklären und ich wurde zu interessanten Fällen mitgenommen.“

Negative Reaktionen, da die drei nur „Famulanten“ waren, gab es dabei nie. „Ich hatte durchweg positive Erfahrungen mit den Patienten. Wichtig ist immer, dass man sich mit Name und Funktion vorstellt, damit es nicht zu Missverständnissen kommt“, berichtet Helena Palzer. Auch Thomas Rösch hatte den Eindruck, dass die Patienten froh waren einen Ansprechpartner zu haben und keine Unterschiede zwischen Pfleger, Praktikant oder Arzt machten. Fabio Kugel nutzte dabei seinen Heimvorteil: „Vor einer Operation sind die meisten mehr oder weniger aufgeregt. Da war es wichtig, dass in so einem Moment die Vorbereitung für die Operation ruhig und strukturiert abläuft. Auf die Tatsache, dass ich ebenfalls aus der Umgebung stamme, reagierten viele der Patienten im Vorbereitungsraum meist sehr erfreut. So kam ich des Öfteren in ein kurzes Gespräch und konnte so einigen vielleicht ein wenig Nervosität nehmen“, berichtet er.

Die Famulatur fanden alle drei wichtig: „Man kann noch so viel vorher darüber lesen – irgendwie springt man bei jeder Famulatur wieder ins kalte Wasser. Und in der Praxis lernt man am Besten“, sagt Helena Palzer. „In meinem Studium hatte ich schon die Module Notfallmedizin und Unfallchirurgie theoretisch behandelt. Es macht jedoch einen großen Unterschied, ob ich das Wissen auch praktisch anwenden kann. Das geht nur durch das Lernen an den Patienten unter Anleitung“, stimmt Thomas Rösch zu.

Hintergrund: Vernetzung ist wichtig

Ihre Plätze erhielten die drei Famulanten über die Plattform „Medizin(er)-Netzwerk“ des Neckar-Odenwald-Kreises. Das Beratungsangebot fördert mit Stammtischen, Landarzt-Stipendien, einer Stellenbörse und der Niederlassungsberatung den Medizinernachwuchs im Odenwald. „Auch, wenn ich selbst nicht im Förderprogramm bin, habe ich mich in den Verteiler eingetragen. So erhalte ich E-Mails mit Infos und Angeboten, die für mich und den Neckar-Odenwald-Kreis relevant sein könnten“, so Fabio Kugel.

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