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Batterieantrieb wird drei Monate im Linienbetrieb getestet

Main-Tauber-Kreis. Im Rahmen der Jubiläumsveranstaltung 25 Jahre Verkehrsgesellschaft Main-Tauber-Kreis (VGMT) ist ein Linienbus des Modells Solaris Urbino 12 electric symbolisch an Landrat Christoph Schauder übergeben worden. Der Linienbus der Südwestdeutsche Landesverkehrs-GmbH (SWEG) kommt die nächsten drei Monate überwiegend auf der Linie 945 zwischen Lauda und Bad Mergentheim zum Einsatz und ist während dieser Zeit auf dem SWEG-Betriebshof in Lauda stationiert. „Die Landkreisverwaltung und die VGMT befassen sich intensiv mit der Umsetzung der Vorgaben hinsichtlich des Ausbaus der Elektromobilität. Eine erste Machbarkeitsstudie wurde bereits im vergangenen Jahr vorgenommen. Wir wollen bei der Antriebswende mit gutem Beispiel vorangehen. Daher freuen wir uns sehr, dass wir nun gemeinsam mit der SWEG ein E-Bus-Testprojekt umsetzen können“, sagt Landrat Christoph Schauder. „Die SWEG freut sich, als starker Partner erstmals im Main-Tauber-Kreis einen Elektrobus einzusetzen und damit die Bemühungen des Kreises zur Elektrifizierung des ÖPNV mit einem Praxistest zu unterstützen“, erklärt Mischa Sydow, Regionalleiter Bus Nord der SWEG. Ursula Mühleck, Dezernentin für Kreisentwicklung, Kultur und Bildung im Landratsamt und Geschäftsführerin der VGMT, ergänzt, dass eine der größten Herausforderungen darin bestehe, die kleinen und mittelständischen Unternehmen bei dem bevorstehenden Technologiewandel zu begleiten. Die Vorgaben der Clean Vehicle Directive und des Saubere-Fahrzeug-Beschaffungs-Gesetzes geben für zukünftige Verkehrsvergaben zu erfüllende Mindestquoten vor. In Baden-Württemberg wird hierzu derzeit ein Landesmobilitätsgesetz ausgearbeitet. Der Solaris Urbino 12 electric fährt geräuschlos und besonders umweltfreundlich, da er im Fahrbetrieb keine Emissionen ausstößt. Die Batterien des Busses mit einer Kapazität von jeweils 40 Kilowattstunden verteilen sich auf fünf Pakete im Heck des Busses und vorne auf dem Dach. Der Ladevorgang dauert ungefähr vier bis fünf Stunden bei einer Ladeleistung von 80 Kilowatt. Die Reichweite des Busses beträgt maximal 150 Kilometer. Insgesamt bietet das Fahrzeug Platz für 81 Passagiere mit 34 Sitzplätzen. Der Bus ist ein behindertengerechtes Niederflurfahrzeug und verfügt über Neigetechnik, Rollstuhlrampe, Klimaanlage, eine Sondernutzungsfläche und einen TFT-Flachbildschirm zum Anzeigen des Fahrtverlaufs. Die Fahrgäste können außerdem dank WLAN kostenlos im Internet surfen und sechs USB-Steckdosen nutzen. Das Fahrzeug verfügt über alle Komfort- und Sicherheitssysteme, die auch in einem Dieselbus verbaut sind. Der Elektrobus kam erstmalig während der Landesgartenschau 2018 in Lahr zum Einsatz. Spätere Einsatzgebiete waren die Stadtverkehre in Rastatt, Ettlingen, Weil am Rhein und Lörrach. Die SWEG hat bereits vier Jahre Erfahrung beim Betrieb, der Unterhaltung sowie der Instandhaltung des Fahrzeuges. lra

 

Weitere Informationen:

  • Es handelt sich um ein Fahrzeug der ersten Generation, die serienreif auf dem Markt verfügbar war.
  • Die Technik des Busses ist verlässlich und hat bislang keine größeren Probleme bereitet.
  • Das Fahr- und Werkstattpersonal der SWEG wurde im Umgang mit dem Fahrzeug geschult.

 

Bilduntertext Titel: Symbolische Übergabe des E-Busses an Landrat Christoph Schauder: Mischa Sydow (Regionalleiter Bus Nord der SWEG), Thorsten Haas (Geschäftsführer VGMT), Bürgermeister Dr. Lukas Braun (Lauda-Königshofen), Landrat Christoph Schauder und Dezernentin Ursula Mühleck (von links). Foto: Landratsamt Main-Tauber-Kreis, Aylin Wahl