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Erinnerung an Dreißigjährigen Krieg wird wach gehalten

Flächenbrand hatte starke Auswirkungen auf die Wörnitzstadt

Dinkelsbühl (hm). In Anlehnung an den Ausbruch des Dreißigjährigen Kriegs (1618 – 1648) vor 400 Jahren ist jetzt in Dinkelsbühl ein Gedenkweg rund um die historische Altstadt eingeweiht worden. 31 Tafeln informieren auf einer Streckenlänge von rund drei Kilometern über die historischen Ereignisse, welche bis in die heutige Zeit hinein zu spüren sind.

Ehrengäste am Gedenkweg.

Die Tafel am Beginn des Gedenkweges.

Der aus Schillingsfürst stammende Johannes Munique und sein Verein „Die Getreuen des Königs Gustav Adolf 1632“ haben den Gedenkweg mit seinen 31 Stationen konzipiert und darüber hinaus einen Flyer sowie eine Broschüre zum Thema herausgebracht. Der Dreißigjährige Krieg hatte viel Leid und Schrecken über ganz Europa gebracht und auch die weitere Entwicklung der Stadt Dinkelsbühl entscheidend beeinflusst. Vor diesem Hintergrund zeigen die vier ehemaligen Reichsstädte Dinkelsbühl, Rothenburg, Nördlingen und Bad Windsheim (Bürgermeister Bernhard Kisch war jetzt vor Ort) im Gedenkjahr neben Führungen durch die historischen Altstädte über das ganze Jahr hinweg auch Sonderführungen. Im Rahmen von Festspielen und Ausstellungen soll dabei aufgezeigt werden, wie stark diese Epoche im 17. Jahrhundert die Entwicklung dieser Reichsstädte geprägt hat. Zu diesen Sonderveranstaltungen gehörte auch die jetzige Gedenkwegeinweihung an der Bleiche. Laut Helmut Blank und Johannes Munique von den „Getreuen“ mit ihren mehr als 30 Mitgliedern soll jede Jahrestafel an ein bestimmtes Großereignis oder an eine bedeutende Persönlichkeit erinnern. Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer spannte in seinem Grußwort den Bogen von der 1517 beginnenden Reformation zu dem 101 Jahre später beginnenden Flächenbrand, hatte doch der Glauben eine nicht unwichtige Rolle dabei gespielt. Nicht zuletzt wegen Differenzen zwischen den Konfessionen habe Dinkelsbühl auch nach dem Westfälischen Frieden noch stark unter den Folgen gelitten. Vielleicht habe es auch deswegen so lange gedauert, bis mit ihm erstmals ein katholischer Bürgermeister ins Rathaus eingezogen war. Sein Dank galt jetzt Johannes Munique als „geistigem Vater“ des Rundwegs sowie den „Getreuen“ für die Zurverfügungstellung der Tafeln. Landrat Dr. Jürgen Ludwig erinnerte daran, dass das Jubiläum diesen Krieg nun wieder in den Mittelpunkt rückt. Manche hätten damals „ein ganzes Leben lang in Todesangst“ zugebracht, weshalb es heute gut sei, dass die Dinkelsbühler Kinderzeche alljährlich auch etwas „Verbindendes“ habe. Gesponsert wurde die Verwirklichung des Rundwegs jetzt von der VR-Bank Feuchtwangen-Dinkelsbühl.

Vorstand Helmut Blank vor seinen „Getreuen“. Fotos: Heinz Meyer

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