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Kampf gegen die Varroa-Milbe soll das Überleben der wichtigen Insekten sichern

Leukershausen(hm). Der breiten Öffentlichkeit zugänglich war jetzt eine nicht alltägliche Veranstaltung im Kreßberger Ortsteil Leukershausen. Eine von Imkern in Baden-Württemberg gegründete Projektgruppe nahm jetzt in den Räumlichkeiten des Crailsheimer Imkervereins eine aufwändige Besamung von Bienenköniginnen vor. Ein Ziel des Vorhabens ist es, Bienenvölker zu züchten, die der todbringenden Varroa-Milbe widerstehen und ohne eine entsprechende Behandlung überleben können.

Dalibor Titera bei der Besamung einer Königin unter dem Mikroskop. Matthias Arndt (links) und Gerhard Kottek schauen ihm dabei über die Schulter.

 

Neu im Angebot sind Fruchtgummibärchen auf biologischer Basis.

Wie Matthias Arndt, Zuchtkoordinator des Zuchtverbandes Buckfast-Süd, erklärte, suche man im Rahmen eines Screenings nach Bienenvölkern mit weniger dieser Milben. Mit großer Sorgfalt wurde deshalb unter dem Mikroskop von dem aus Tschechien angereisten Experten Dalibor Titera die künstliche Besamung von rund 150 Bienenköniginnen vorgenommen. Bei der natürlichen Mehrfachbesamung werden die Königinnen von acht bis 24 Drohnen besamt; bei dem Projekt nur von einer. Durch die Umgehung der üblichen Mehrfachbesamung ist später eine eindeutige genetische Zuordnung möglich, so Gerhard Kottek, ein Imker des Ortsverbandes Memmingen. Im weiteren Verlauf werden dann Kleinvölker mit maximal sechs Waben gehalten, denen im Juli eines Jahres rund 200 Varroa-Milben injiziert werden. Im Anschluss werden die Milben einer Brut gezählt. Nur so lässt sich feststellen, ob die Völker mit einer geringeren oder ohne eine Vermehrung der Milbe auskommen. Mit enormem Aufwand ist von den beteiligten Imkern das so genannte VSH-System (Varroa-Sensitive-Hygiene) initiiert worden. Um zum Ziel zu gelangen, treffen sich die Imker regelmäßig und arbeiten in Bayern und Baden-Württemberg länderübergreifend zusammen.

 

Zusammenarbeit mit der Universität Hohenstein

Die Kooperation erstreckt sich aber auch auf die so genannte „Arista-Bee-Research-Stiftung“ auf Hawaii in den USA, wo derzeit ebenfalls ein ähnliches großes Projekt läuft. Ferner tauscht man sich mit der baden-württembergischen Landesanstalt für Bienenkunde und mit der Universität Hohenstein aus. Die Kollegen aus Crailsheim hatten jetzt ihr Vereinsgebäude dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt; unterstützt von Martin Rößner. So konnte jetzt auch die Öffentlichkeit einen Blick auf die mühsame Arbeit in diesem anerkannten Verfahren werfen. Große Fortschritte seien in diesem Bereich bereits in den USA erzielt worden, so die beiden Bienenkundler. Allein im vergangenen Winter hätte die Varroa-Milbe in Deutschland rund 30 Prozent der Bienenvölker dahingerafft. Um diesen Anteil künftig zu senken, würden sich die Akteure auch über weitere Mitarbeiter und Unterstützer freuen. Die Aktion ging jetzt auch in Zusammenarbeit mit der IG Fränkische Moststraße über die Bühne, deren Räumlichkeiten jetzt von Reinhold Kett zur Verfügung gestellt wurden. Schließlich sind die örtlichen Streuobstbestände ja von der Befruchtung der Bienen abhängig, womit sich der Kreis schließt. Bei einer Verkostung der neuen Fruchtgummibärchen auf biologischer Basis lernt man die unersetzliche Arbeit der Bienen noch mehr schätzen.

Die Aktion fand in den Räumlichkeiten des Crailsheimer Imkervereins in Leukershausen statt. Fotos: Heinz Meyer

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