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Schulen-Bau-Projekt im Himalaja  Gebiet in Nepal

Buchen. „Wie lange muss Ronaldo oder ein Arbeiter in Nepal für ein Smartphone arbeiten? Diese Frage stellte der Realschullehrer Daniel Schäfer seiner 5. Klasse der Abt Bessel Schule in Buchen – eine Matheaufgabe der besonderen Art, denn das Ergebnis war eine heftige Diskussion. Ein Arbeiter in Nepal braucht circa eineinhalb Jahre (ohne Ausgaben) und der Fußballer Ronaldo keine 5 Minuten. Die Schüler wollten aktiv werden und einen Beitrag leisten. Daniel Schäfer recherchierte nach Projekten in Nepal und fand im Sächsischen Freiberg tatsächlich ein Schülerprojekt, das schon seit 2005 aktiv in Nepal unter anderem eine Schule gebaut hatte und eine direkte Verbindung aufgebaut hatte. Zu diesem Zweck wurde von den Freibergern in Kathmandu die Nichtregierungsorganisation (NGO) „Namaste Nepal Kathmandu“ gegründet und ein Projektmanager in Nepal eingestellt. Ziel ist es die Bildung in Gati und insgesamt 7 umliegenden Dörfern zu fördern. Zu diesem Zweck werden, nachdem das Erdbeben 2015 nahezu alles zerstört hat, erdbebensichere Schulen gebaut. Gleichzeitig zum Projektkontakt legte die Klasse los. Im vergangenen Jahr wurden so über 12.000 Euro Spendengelder in Buchen gesammelt und erwirtschaftet und mit Hilfe der Sparkasse, des Fördervereins „impulse e.V.“ und der Steuerkanzlei Arnold eine eigene Schülerfirma gegründet. Von Bergbauern aus Nepal werden direkt über das Freiberger Projekt grüne Kaffeebohnen eingekauft, importiert und von der Miltenberger Kaffeerösterei MIKA exklusiv für die Schüler geröstet, in der Schule weiterverarbeitet und unter eigener Marke verkauft.

Daniel Schäfer in seinem Resümee zur Aktion: „Glaube nicht, dass eine kleine Gruppe von Menschen nicht fähig wäre, die Welt zu verändern! In Wahrheit sind sie die Einzigen, die es immer wieder geschafft haben.“ Dieses Zitat eines unbekannten Verfassers ist seit 2 Jahren unser Motto und hier in Buchen ist in dieser Zeit viel passiert. Wir haben z.B. über 10.000 Euro Spenden gesammelt und 200kg Kaffee in nur 10 Monaten verkauft. Gemeinsam mit den Freibergern organisierten wir zum Schulfest ein Nepal Café und einige Monate später einen Nepalabend. Schließlich gründeten wir die Schülerfirma „Namaste Nepal sAG Buchen“ und unterzeichneten einen Schulpartnerschaftsvertrag mit der Grundschule in Sotang.

Doch wie motiviert man Jugendliche dazu, sich in diesem außergewöhnlichen Maße sozial zu engagieren? Ein gutes Beispiel hierfür waren unsere ersten Schritte. Aus einer Unterrichtssituation heraus beschloss die damalige 5c, 2.000 Euro für Nepal zu sammeln. Typisch für mich als Erwachsener wollte ich sie vor einer Enttäuschung bewahren und meinte, dass 500 Euro schon eine tolle Leistung wären und ich bei 2.000 Euro eine Party schmeißen müsste. Nun ja… 2 Wochen später legten die Schüler 2.500 Euro auf den Tisch und ich schmiss die Party bei mir zu Hause.

 

Meine Erfahrung ist, man muss Kinder im Grunde nicht motivieren, denn das können sie selbst am besten. Die Kunst liegt darin, sich als Erwachsener zurück zu halten und ihre „verrückten Ideen“ einfach auszuprobieren und etwas Mut zu haben, die Dinge laufen zu lassen. Oft waren es genau die Einfälle von denen ich geneigt war zu sagen „das könnt ihr nicht machen“ oder „das kann nicht klappen“, die am Ende die großen Erfolge waren. Ich habe Hannah unsere 14-Jährige Geschäftsführerin gefragt, warum sie sich in der Schülerfirma engagiert: „…weil es unbeschreiblich ist, wenn man weiß, dass man mit jedem Cent in Nepal helfen kann und man so auf die Gesichter der Kinder ein Lächeln zaubert. Sie sind mit sehr wenig zufrieden. Daran sollten wir uns ein Beispiel nehmen.“

Das Projekt in Nepal hat viele Aspekte:

Erdbebensicheres Bauen:
Die erfolgreiche Zusammenarbeit des Freiberger Geschwister Scholl Gymnasiums erlitt 2015 einen herben Rückschlag. Das große Erdbeben in Nepal vernichtete im Ergebnis 64.000 der 68.000 Häuser im Distrikt Gati. Das einzige was stehen blieb, war der gerade gebaute Kindergarten (erdbebensicher). Die neuen Schulen werden mit deutschem KnowHow mit regionalen Materialien gebaut und so lernen die Einwohner gleichzeitig auch für den Bau ihrer eigenen Häuser.

 

Schulbildung:
Die Schule in Gati hatte im Anfangsstadium zwei Lehrer und 82 Schüler. Vor dem Erdbeben in 2015 war die Schulausbildung so erfolgreich, dass 13 Lehrer für 230 Schüler arbeiteten, die ebenfalls von den Schülern finanziert werden. Nur ein kleiner Aspekt mit großer Auswirkung. Bei uns in Deutschland werden von Müttern und Vätern Gute Nacht Geschichten vorgelesen. Dort wird die Bibliothek so genutzt, dass Kinder abends ihren Eltern vorlesen.

Die Sache mit dem Kaffee und der Schülerfirma
Mittlerweile leben von diesem Engagement 160 Bergbauern und deren Familien in Nepal. Der Erlös fließt wieder zurück in den Aufbau von Schulen, Kindergärten, einer medizinischen Grundversorgung und Projekte, die die Selbstversorgung in den Dörfern stärken, wie den Aufbau einer eigenen Kaffeeplantage oder Unterstützung von Frauen, die sich als Näherinnen selbstständig machen wollen. Im Nachbardorf Sotang wird ab September eine neue Schule gebaut, für die wir als Abt-Bessel Realschule die Patenschaft im Rahmen eines Kooperationsvertrages am 09. Dezember 2016 übernommen haben. Das Besondere für unsere Schüler ist der direkte Kontakt nach Nepal, der über regelmäßige Skype Konferenzen mit den Projektleitern gepflegt wird. Es steht keine Organisation dazwischen. Der Aufbau und die Unterstützung der Schulen, sowie der Import des Kaffees liegt ausschließlich in der Hand des Schülernetzwerkes, sodass jeder Euro ohne Umwege direkt bei den Menschen in Nepal ankommt und die Schüler mitentscheiden, wie das Geld investiert wird. Projekte in den Dörfern werden gemeinsam mit den Dorfbewohnern erarbeitet und die Dorfgemeinschaft beteiligt sich zu 30% an den Kosten, sodass die Menschen selbst auch hinter den Projekten stehen. Entscheidend ist, dass die Schüler die Möglichkeit erhalten, das Projekt vor Ort zu besichtigen und in Workshops direkt mit den Dorfbewohnern zu arbeiten. So fliegen als ersten Schritt 4 Schüler unserer Schülerfirma gemeinsam mit den Freiberger Schülern und Daniel Schäfer im Herbst 2017 nach Nepal. Für die Kosten müssen die Schüler und Lehrer Schäfer selbst aufkommen. Hannah Helter, Geschäftsführerin, verzichtet hierfür sogar auf ihr Sommerlager und das Geburtstagsgeschenk. Die Freiberger haben sich mit den Buchener Schülern als loses Schülernetzwerk organisiert. Das große Ziel: „Wir wollen anstecken!!!“

 

Im Juni reisten die Buchener Schüler nach Berlin, um den Sonderpreis der „Doing Good Challenge“ von Rotaract als bestes Schulprojekt 2017 entgegenzunehmen. Darüber hinaus wurden sie spontan von Rotaract und der Familienministerin für den Preis der Preise, den Deutschen Engagementpreis 2017 nominiert.

Text: Beate Tomann/Daniel Schäfer
Fotos Namaste Nepal sAG

 

Spendenkaffee jetzt auch in Wertheim

BlickLokal in Wertheim wird ab sofort – Verkaufsstelle für den Spendenkaffee für Nepal. Die Lindenstraße 16 ist unweit der Wertheimer City und jeden Werktag von 9 bis ca. 16:30 Uhr geöffnet. Gegen eine Spende für die Namaste Nepal sAG in Höhe von acht Euro kann 250 Gramm des besonders guten Kaffees abgeholt werden.

Mehr Informationen unter facebook Namaste Nepal S-AG Buchen und www.realschule-buchen.de/unsere-schule/nepal.

Spendenkonto:  Förderverein Impulse – IBAN: DE48 6745 0048 1023 7417 94 – Spk. Neckartal-Odenwald – Verwendungszweck: Impulse Nepal

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