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Eine einzigartige Idee: Flughund-Reisen und mehr…

WINDELSBACH. Hunde sind heutzutage längst nicht mehr nur als in erster Linie Nutztiere angesehen – die Wächter von Haus und Hof… Für viele Menschen sind die haarigen Vierbeiner ein treuer Begleiter und Freund. Was im ersten Moment oft gar nicht bedacht wird, ist, dass mit der Hundehaltung für das Herrchen einiges an Verantwortung einhergeht – beispielsweise beim Thema Ferien. Einfach mal für zwei Wochen in den Urlaub fliegen ist nun nicht mehr so einfach. Es gibt nur zwei Optionen: Entweder Herrchen findet eine vertrauenswürdige Vertretung oder aber Hundi kommt mit. Letztere Möglichkeit ist in der Regel gar nicht so einfach zu realisieren… Nicht überall sind Hunde als Gäste erwünscht.

 

Regine Winter lebt mittlerweile seit 2014 in Windelsbach und betreibt dort ihre eigene Hundeschule. Auf den ersten Blick nichts Ungewöhnliches – doch gleichzeitig unterhält sie ein weiteres Projekt, von welchem sie meint, dass es europaweit das erste seiner Art sei: Ein Reisebüro für Hunde. Beziehungsweise könnte man auch sagen, ein Reisebüro für Herrchen, die ihre tierischen Freunde gerne mit in den Urlaub nehmen wollen. Im ersten Moment mag sich das ganze relativ banal anhören, doch tatsächlich hat Regine Winter damit eine Nische entdeckt. Die Nachfrage ist durchaus vorhanden. Im Endeffekt war es sogar die zuerst vorhandene Nachfrage, welche sie auf die Idee brachte. „Eigentlich hatte ich Erzieherin gelernt. Aufgrund eines Unfalls konnte ich den Beruf damals aber nicht mehr ausüben. Daraufhin habe ich eine Umschulung zur Reiseverkehrs-Kauffrau gemacht und damit auch in einem ganz normalen Reisebüro gearbeitet.“, beschreibt Winter, „Meine damalige Chefin hatte immer ihren Hund dabei, und erlaubte mir, meinen ebenfalls mitzubringen.“ Daraufhin kam es immer öfter vor, dass Kunden wissen wollten wo die beiden mit ihren Hunden in den Urlaub gingen, um so auch selbst Ideen zu bekommen. „Das war so 1997/98, damals gab es in die Richtung Urlaub mit Hund noch gar nichts. Also hatte ich die Idee, selbst einen Katalog zusammenzustellen.“

Auf eigenen Beinen…

Diesen Katalog galt es nun zu füllen. Allerdings ist es schwer, aus der Ferne herauszufinden, welche Unterkünfte für Hunde geeignet sind und welche weniger. Um eine kompetente Beratung gewährleisten zu können, begann Winter, selbst aktiv zu werden. „Im nächsten halben Jahr reiste ich mit meiner Belgischen Schäferhündin quer durch Europa, schaute mir die Unterkünfte vor Ort an und nahm sie unter die Lupe – oder besser gesagt unter die Schnauze… So konnte ich mir selbst einen Eindruck verschaffen – und das ist letztendlich was ich immer noch mache. Bevor ich ein Ziel ins Programm aufnehme, schaue ich mir das persönlich an.“ In der folgenden Phase machte sie sich selbstständig und gründete in Echterdingen bei Stuttgart ihr eigenes Büro, Flughund Reisen. Parallel dazu hatte Regine Winter eine Hundepension sowie Hundeschule. Bald sollte es aber Probleme geben, aufgrund eines Neubauprojektes in der Gegend, woraufhin sie beschloss umzuziehen – nach Mittelfranken, zuerst 2008 Bechhofen und dann 2014 nach Windelsbach. Der Umzug war nicht ganz unkompliziert, da die Hundepension jedes Mal aufs Neue aufgebaut werden musste. „Mit dem Reisebüro ist das anders. Überall wo Internet ist, kann ich das Reisebüro betreiben, da alles über die Website läuft. Momentan ist allerdings nur eine provisorische Homepage online, da die alte vor kurzem gehackt wurde.“

Harmonie first!

Neben der „Reisen für Hunde“ Thematik hat die Hundetrainerin noch einen weiteren Schwerpunkt auf dem Herzen. „Mir ist es wichtig, dass Hund und Mensch harmonisch miteinander leben können.“ Dies ist nicht ohne weiteres möglich. Um miteinander leben zu können, muss man einander verstehen. „Hunde sind prinzipiell darauf angewiesen, dass man ihnen sagt, was sie tun sollen. Wenn sie tun können, was sie wollen, ist das Stress für die Hunde. Normalerweise leben Hunde in Rudeln und sind eine Hierarchie, sprich Rangordnung, gewohnt“, erläutert Winter, „das Herrchen ersetzt sozusagen den Rudels Führer und muss somit auch den Takt angeben.“ Der Hund muss das Gefühl haben, sich auf sein Herrchen verlassen zu können. Das ist nur dann möglich, wenn der Mensch in der Lage ist, den Hund zu verstehen und seine Signale zu deuten. Laut Winter ist dies viel zu selten der Fall. „Oft kommen Hundebesitzer erst, wenn es zu spät ist – wenn der Hund beispielsweise bereits jemanden gebissen hat.“

Erfolgreiche Kommunikation

Im Rahmen der Hundeschule lernen die Hundebesitzer, wie die Kommunikation mit dem Tier funktioniert. Nur dann, wenn der Mensch weiß, wie er mit dem Hund umzugehen hat, kann auch ausgeschlossen werden, dass dieser zur Gefahr wird – für einen selbst oder aber andere Mitmenschen. Winter nennt mehrere Beispiele, wo Hunde besonders häufig „missverstanden“ werden. So zum Beispiel kann ein freudiges mit dem Schwanz wedeln auch Nervosität und Angst ausdrücken. Umgekehrt bedeutet Zähne zeigen nicht automatisch Aggression – genauso gut kann es Freude signalisieren. „Wenn Kunden zu mir in die Schule kommen, geht es nicht darum, dass ich den Hund trainiere. Dafür wäre die Zeit ohnehin viel zu kurz. Ich bringe vielmehr den Hundehaltern bei, wie sie ihre Tiere verstehen und so letztendlich auch erziehen können.“ Auf politischer Ebene steht bereits der Vorschlag im Raum, einen sogenannten Hundeführerschein einzuführen. Als Konsequenz wären Hundehalter gesetzlich dazu verpflichtet, entsprechende Kompetenzen nachzuweisen, bevor das Tier angeschafft wird. Regine Winter bezeichnet sich selbst als absoluten Befürworter dieser Idee: „Viele kommen erst, wenn bereits Probleme mit dem Verhalten des Hundes bestehen. Durch den Hundeführerschein würde es vermutlich gar nicht erst soweit kommen.“

Beobachten und lernen…

„Hunde tun nie etwas ohne Grund. Mein Job besteht darin den Grund zu erkennen und dann einen Weg zu finden, wie der Hunde das Verhalten nicht mehr zeigt“, so Winter. In der Theorie hört sich das ganz logisch und relativ einfach an. Doch wie lernt man, die Sprache der Vierbeiner zu verstehen? Schließlich gibt es keine Wörterbücher dafür… Die Hundetrainerin beschreibt, wie sie viele Stunden damit verbrachte, ihre Hunde zu beobachten. Durch diese Eigenerfahrung konnte sie immer mehr Zusammenhänge erkennen. Interessanterweise bestätigten sich ihre Vermutungen, als sie sich mit wissenschaftlichen Studien auseinandersetzte. „Im Prinzip“, sagt sie, „tut die Wissenschaft auch nichts anderes, als Beobachten und Rückschlüsse ziehen…“.

Zukunftsperspektive und Hundekot

Regine Winter arbeitet mittlerweile seit fast 20 Jahren hauptberuflich mit Hunden. Sie geht stark davon aus, dass der Hundeführerschein früher oder später Pflicht wird. Somit wird auch das Thema Hundeschule für Privatleute zunehmend von Bedeutung.

Die Hundeliebhaberin ist wahrhaftig ein Mensch mit außergewöhnlichen Ideen. Neben dem Einfall mit dem Reisebüro für Hunde, geht Winter einem Hobby nach, welches vermutlich mindestens ebenso speziell ist – sie ist ein leidenschaftlicher Hundekot-Beutel-Sammler. „Immer wenn ich auf Besichtigungstour bin, nehme ich die Hundebeutel mit. Inzwischen hab ich schon eine ganze Menge. Die sehen ja immer anders aus und haben unterschiedliche Aufschriften…“

Wenn Hund und Herrchen im Urlaub die Aussicht genießen

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